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Köln: Mehr Fans im Stadion? 1. FC stellt Antrag vor Gericht – und bekommt Unterstützung

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Von: Nina Büchs

Fans des 1. FC Köln im Rheinenergie-Stadion.
Aktuell dürfen nur 750 Fans ins RheinEnergie-Stadion – das bedeutet bei jedem Heimspiel Verluste in Millionenhöhe für den 1. FC Köln. (Symbolbild) © Chai v.d. Laage/Imago

Der 1. FC Köln darf aktuell 750 Zuschauer ins RheinEnergie-Stadion lassen. Das könnte sich jedoch ändern: Der FC stellt einen Eilantrag vor dem Oberverwaltungsgericht.

Köln – Könnten bald wieder mehr Fans im Stadion sitzen und dem 1. FC Köln zujubeln? Zumindest will der Bundesliga-Klub die in der Corona-Schutzverordnung festgehaltene Zuschauer-Beschränkung juristisch prüfen lassen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat den Eingang des Antrags auf juristische Klärung der Zuschauerfrage vom 1. FC Köln nun bestätigt. Nach Angaben einer OVG-Sprecherin liegt seit Montag ein Schreiben des 1. FC Köln vor.

Mit dem Antrag will der 1. FC Köln erreichen, dass die Zuschauerkapazität beim Bundesliga-Heimspiel im RheinEnergie-Stadion in Köln am kommenden Samstag, 5. Februar, auf mehr als 25.000 Zuschauer oder hilfsweise 10.000 Zuschauer erhöht wird. An diesem Tag tritt dort der 1. FC Köln gegen den SC Freiburg an, Anpfiff ist um 15:30 Uhr.

1. FC will Zuschauer-Beschränkung prüfen lassen – bald mehr Fans im RheinEnergie-Stadion?

„Wir gehen davon aus, dass wir so die Obergrenze von 750 Zuschauern für Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen kurzfristig verändern können“, teilte der Vorstand und die Geschäftsführung des Vereins mit. Bis zuletzt habe der 1. FC Köln eine „faire und nachvollziehbare Auslastung“ der Heimspiele in Übereinstimmung mit der Politik angestrebt, um dazu beizutragen, die Pandemie einzudämmen. „Wir sind uns auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, aber das heißt in diesem Fall, aufmerksam zu machen, wenn Maßnahmen nicht mehr nachvollziehbar und ohne Effekt erscheinen und gleichzeitig die Überlebensfähigkeit vieler Veranstalter in Kultur und Sport gefährden“, heißt es weiter.

Der 1. FC sehe sich nun vor allem in Hinblick auf die regionalen Unterschiede bei den Corona-Regeln für Großveranstaltungen bestärkt, eine „juristische Prüfung zu veranlassen“. Neben dem 1. FC Köln wollen übrigens auch Borussia Dortmund, Arminia Bielfeld und RB Leipzig vor Gericht ziehen. Borussia Dortmund und Arminia Bielefeld hatten angekündigt, entsprechende Anträge am Dienstag beim Gericht einzureichen.

Köln: Chef der Lanxess Arena unterstützt Vorgehen des 1. FC

Auch die Kölner Lanxess Arena schaltete sich nun ein: Arena-Chef Stefan Löcher stellt sich hinter die Fußballvereine. „Das Vorgehen von RB Leipzig, dem BVB und unseren Freunden vom 1. FC Köln gegen die zugelassene Stadionkapazität ist ein wichtiges und richtiges Zeichen gegen den faktisch unsinnlichen Umgang mit Großveranstaltungen in Deutschland“, so Stefan Löcher.

Es wäre eine wesentlich „differenziertere und somit wissenschaftlich begründete Basis“ für Fußballspiele und Events notwendig, so Löcher. „In Leipzig sind zurzeit 1000 Zuschauer zulässig, bei uns in NRW, egal ob im Stadion oder der Lanxess Arena, sogar nur 750 – gerade einmal 3 Prozent unserer Gesamtkapazität. Mit dieser Marschroute wird der bedeutende Kultur- und Eventzweig zeitnah kollabieren. Daher unterstützen wir die Vorstöße der Fußball-Kollegen ausdrücklich“, teilte Stefan Löcher mit.

Im Interview mit 24RHEIN sagte Stefan Löcher zuletzt, dass die Lanxess Arena durch Corona „nachhaltig getroffen“ sei. Auch 2022 mussten wieder zahlreiche Shows und Konzerte in der Lanxess Arena abgesagt und verlegt werden. Laut Löcher brauche die Veranstaltungsbranche unbedingt wieder Planungssicherheit und eine Perspektive.

1. FC Köln will mehr Zuschauer ins Stadion lassen – doch Gericht kann entscheidende Frage nicht klären

Die Hoffnung, dass nun bald wieder bis zu 25.000 Fans in das RheinEnergie-Stadion in Köln dürfen, ist groß. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass die Zuschauerbeschränkung tatsächlich bald gelockert wird?

Das Oberverwaltungsgericht in Münster teilte dazu mit, dass es selbst nicht über Zuschauerzahlen entscheiden kann. Seine Frage ist ausschließlich, ob die Coronaschutzverordnung des Landes bei der Frage der Großveranstaltungen insgesamt bestätigt oder außer Vollzug gesetzt wird.

Wann das Gericht in dieser Frage entscheidet, ist derzeit offen. Zuerst erhält das Land bis Mittwoch, 24 Uhr, die Möglichkeit einer Stellungnahme. Die seit dem 13. Januar gültige Verordnung läuft kurz nach dem 21. Spieltag am 9. Februar ab.

1. FC Köln will Zuschauer-Beschränkung prüfen lassen – diese Corona-Regeln gelten aktuell

Beim Rheinenergie-Stadion gelten aktuell für Zuschauer bestimmte Corona-Regeln. Die wichtigsten Regeln im Überblick:

Die Corona-Pandemie hat dem 1. FC Köln nicht nur schärfere Regeln – sondern auch enorme finanzielle Verluste eingebracht. Insgesamt lag der coronabedingte Umsatzverlust beim 1. FC Köln bei fast 85 Millionen Euro.

1. FC Köln will mehr Fans ins Stadion lassen – in anderen Bundesländern gab es bereits Kompromisse

Wie der Vorstand und die Geschäftsführung weiter mitteilen, gehörten Vereine in der Fußball-Bundesliga – darunter auch der 1. FC Köln – zu den „gesellschaftlichen Akteuren, die Lösungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie vorgelebt haben“. So ordnete der 1. FC Köln als erster Bundesliga-Klub eine 2G-Regel für Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion an.

Während andere Bundesländer in den vergangenen Wochen die Obergrenzen für Zuschauerinnen und Zuschauer bereits gelockert hatten, gäbe es in NRW bislang noch keine Kompromisse – klagt der 1. FC. Der Verein hofft nun, dass sich dies bald ändert. (nb mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Update-Hinweis: Statement von Lanxess Arena-Chef Stefan Löcher und vom Oberverwaltungsgericht Münster ergänzt.

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