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1. FC Köln vs. Nizza: Polizei zieht Bilanz – „Provokation konnte verhindert werden“

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Von: Mick Oberbusch, Melissa Ludstock, Johanna Werning

Beim Spiel zwischen dem 1. FC Köln und OGC Nizza in Köln gab es massive Polizeipräsenz. Dennoch kam es beinahe zu einem Aufeinandertreffen von Störern.

Köln – Aus der Traum vom Weiterkommen in der UEFA Europa Conference League für den 1. FC Köln: Trotz großartiger Leistung samt Aufholjagd kam das Team von Steffen Baumgart am Donnerstagabend (3. November) im RheinEnergie-Stadion gegen den OGC Nizza nicht über ein 2:2 hinaus und muss im Wettbewerb die Segel streichen. Doch an diesem Novemberabend ging es in Köln um weitaus mehr als nur das Sportliche. Denn nach den Ausschreitungen beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams Anfang September in Frankreich gab es in der Domstadt am gesamten Donnerstag eine massive Polizeipräsenz.

Conference League-Duell zwischen 1. FC Köln und Nizza: Wie lief der Tag, was sagt die Polizei?

Das Wichtigste vorab: Zu größeren Krawallen oder Zwischenfällen kam es nicht. „Der über zwei Tage andauernde Einsatz mit insgesamt annähernd 1000 Polizistinnen und Polizisten in der Spitze verlief nach Plan“, sagt Einsatzleiter Martin Lotz am Tag nach dem Spiel. „Unsere Vorbereitungen haben Wirkung gezeigt. Wir haben durch unsere offensive Arbeit erkennbar geplante Konfrontationen von Anhängern beider Mannschaften in der Altstadt und später am Stadion konsequent unterbunden“, so Lotz weiter. Insgesamt sei es zu zwei kleineren Zwischenfällen gekommen:

Für die Polizei war es ein langer Tag, der mit der Anreise der Nizza-Fans per Flieger gegen 11 Uhr vormittags begann. Den Rückflug nahmen die meisten Franzosen um 2:45 Uhr nachts vom Flughafen Köln/Bonn aus. Aus Sicht der Kölner Fußballfans zwar leider mit dem Weiterkommen im Wettbewerb im Gepäck – dennoch auch, ohne großen Ärger in der Stadt gemacht zu haben. Und zumindest das ist doch eine positive Nachricht.

Conference League: 1. FC Köln empfängt OGC Nizza – Chronik der Ereignisse zum Nachlesen

Conference League: 1. FC Köln empfängt OGC Nizza – was ist am Donnerstag passiert?

► 23:05 Uhr: Auch nach dem Spiel geht der Polizeieinsatz in Köln weiter. „Wir sind weiter in der Stadt präsent und sorgen für Ihre Sicherheit“, teilt die Polizei mit. Wie lang der Großeinsatz in der Domstadt noch läuft, ist noch nicht bekannt. Noch befinden sich die Nizza-Fans im Stadion. „Sie werden auf jeden Fall unter Polizeischutz nach draußen begleitet“, so eine Polizeisprecherin gegenüber 24RHEIN. Wann genau das passiert und bis wohin die Polizei-Eskorte läuft, wird vorab jedoch noch nicht mitgeteilt. Das hängt auch davon ab, wie die Lage jetzt vor Ort ist und sich in der nächsten Zeit entwickelt, so die Polizeisprecherin weiter.

► 22:22 Uhr: „Es gab keine weiteren Zwischenfälle“, teilt die Polizeisprecherin auf Nachfrage von 24RHEIN mit. Dennoch ist die Polizei weiterhin in Alarmbereitschaft und mit hoher Einsatzkraft vor Ort. Im Stadion kocht derweil die Stimmung. Aktuell läuft die zweite Halbzeit (2:2, Stand 63. Minute). Noch in der Nacht sollen die Nizza-Anhänger vom Flughafen Köln-Bonn nach Frankreich fliegen. Ob eine KVB-Sonderbahn die Fans – wie bereits zum Stadion – in die Innenstadt oder in Richtung Porz bringt, teilt die Polizei vorab nicht mit. Denkbar ist ein Sonderzug, der mindestens bis zum Heumarkt fährt, jedoch schon.

► 21:09 Uhr: Die ersten Spielminuten laufen. Die Polizei bleibt jedoch in Einsatzbereitschaft. Auch wenn die letzte Zeit ruhig geblieben ist. „Seit der Fast-Auseinandersetzung auf den Vorwiesen am Stadion ist nichts passiert“, so eine Polizeisprecherin auf Nachfrage von 24REIN. „Und die konnten wir zum Glück beenden, bevor es richtig losging.“

► 20:52 Uhr: „Die Fußballfans beider Lager sind im Rhein-Energie-Stadion eingetroffen, gleich geht’s los. Wir wünschen allen Fans ein friedliches und spannendes Spiel“, so die Polizei.

► 20:07 Uhr: Nach den Nizza-Ausschreitungen wurde auch in Köln Chaos und Krawalle erwartet. Doch bisher ging alles glimpflich aus. Nur vereinzelt kam es zu Zwischenfällen. Am Heumarkt und am Alten Militärring zündeten einzelne Pyro. Auf den Vorwiesen am Rhein-Energie-Stadion wurde es dann aber doch kurz brenzlig: „Es gab eine kleine Provokation“, so eine Polizeisprecherin gegenüber 24RHEIN. „Die konnte jedoch von Hundertschaft und Reiterstaffel verhindert werden.“ Zu dem Zwischenfall sei es vor wenigen Minuten gekommen, als die Nizza-Fans in den Gästeblock geführt wurden.

► 20:01 Uhr „Der Puls ist den ganzen Tag schon höher als gewohnt“, twittert der FC Köln. Nach den Nizza-Ausschreitungen im Hinspiel werden auch in Köln Krawalle und unschöne Szenen erwartet. In einer Stunde ist Anpfiff. In diesen Minuten sollten die Nizza-Fans in den Gästeblock geführt werden. Wie der Express berichtet, seien rund 200 potenzielle Gewalttäter von Einsatzkräften vom Kölner Hauptbahnhof in die Altstadt begleitet worden. Bon dort wurden sie mit einem Sonderzug nach Müngersdorf gebracht.

► 19:55 Uhr: Die Sperrung im Bereich Heumarkt ist aufgehoben, teilt die Polizei mit.

► 19:38 Uhr: In diesem Moment fährt der Nizza-Zug an den FC-Fans am Alten Militärring vorbei. Ein Köln-Fan zündete Pyro. Auch die ein oder andere Pöbelei gab es auf der FC-Seite. Doch die Polizei hat weiterhin alles im Griff und lässt den Störenfrieden gar keine Chance für Konflikt. „So viel Polizei habe ich bei einem FC-Spiel noch nie gesehen – nicht mal bei Gladbach oder Leverkusen“, so ein FC-Fan. Unter anderem haben sich die Polizisten postiert als die Bahn durchgefahren ist. Die Nizzeraner sollten nun in den Gästeblock geführt werden. Die größte Gefahr dürfte damit gebändigt sein.

► 19:27 Uhr: Aktuell werden die Nizza-Fans zum Stadion gebracht. Gegen 19:15 Uhr querte der Sonderzug den Rudolfplatz. Zeitweise war die Aachener Straße in diesem Bereich gesperrt. Die Sonderbahn mit der Anzeige „Nicht Einsteigen“ wird von 20 bis 30 Polizeiwagen und Motorrädern. Auch in der Bahn selbst befinden sich Polizisten. „Wie gut man durch kommt und ob man zwischenzeitlich anhalten muss, wird sich noch zeigen“, so ein Polizeisprecher zuletzt gegenüber 24RHEIN. In der Regel dauert die Fahrt rund 15 bis 20 Minuten.

► 19:17 Uhr: Die Aachener Straße auf Höhe des Rudolfplatzes gesperrt. Denn die Sonderbahn mit der Anzeige „Nicht Einsteigen“ fährt aktuell in Richtung Rhein-Energie-Stadion und befindet sich auf der Höhe des Rudolfplatzes. Begleitet wird der Nizza-Sonderzug von 20 bis 30 Polizeiwagen und Motorrädern. Auch in der Bahn selbst befinden sich Polizisten. Auf dem Rudolfplatz sind die vorbeifahrenden Nizza-Fans zuhören: Sie klopfen laut gegen die Fenster.

► 19:15 Uhr: „Da eine größere Fangruppe mit Sonderzügen der KVB vom Heumarkt zum #RheinEnergieSTADION gebracht werden soll, ist die Cäcilienstraße in Fahrtrichtung Neumarkt bis auf Weiteres gesperrt. Es kommt zu Verkehrsbehinderungen“, schreibt die Polizei.

► 19:14 Uhr: Der Rudolfplatz ist wegen des Nizza-Zugs für den Verkehr aktuell gesperrt. Mehrere Polizeiautos sind vor Ort. Auch der Hohenzollernring in dem Bereich ist gerade gesperrt. Die Autos werden nach rechts abgeleitet. Die Aachener Straße war zeitweise gesperrt. Der Grund: Der Nizza-Zug soll gleich dort entlang fahren.

► 19:05 Uhr: Ein Sonderzug soll die Nizza-Fans vom Heumarkt ins Stadion bringen. Dafür wird der Bereich in der Innenstadt großflächig abgesperrt. Auch die KVB macht auf den Nizza-Sonderzug aufmerksam.

18:55 Uhr: Der Rudolfplatz ist für den Verkehr aktuell gesperrt. Auch der Hohenzollernring in dem Bereich ist gerade gesperrt. Die Autos werden nach rechts abgeleitet. Der Grund: Ein Nizza-Zug soll gleich dort entlang fahren. Auch die Aachener Straße ist dicht.

Gegen 18: „Es ist nach wie vor ruhig“, so eine Polizeisprecherin gegenüber 24RHEIN. Auch am frühen Abend befinden sich die rund 200 Nizza-Fans noch am Alter Markt. „Dort wurde auch Pyrotechnik gezündet.“ Allerdings handelt es sich um einen Einzelfall, betont die Polizeisprecherin weiter. Wann und wie genau die Nizza-Fans ins Rhein-Energie-Stadion in Müngersdorf gebracht werden sollen, ist weiterhin noch nicht bekannt. Spielanpfiff ist allerdings erst in drei Stunden – also um 21 Uhr.

► Gegen 17 Uhr, so berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger, hätten sich auch vermehrt Köln-Anhänger am Heumarkt gezeigt. Ein Aufeinandertreffen der Gruppierungen konnte durch die Polizei jedoch verhindert werden. Festnahmen oder Ingewahrsamnahmen gab es bislang nicht.

► 14 Uhr: Auf 24RHEIN-Nachfrage erklärte ein Polizist auf dem Heumarkt, dass inzwischen rund 200 zum Teil gewaltbereite Anhänger des OGC Nizza in der Altstadt seien. Der Platz in der Kölner Innenstadt ist bereits seit den frühen Morgenstunden mit Polizeiautos bevölkert. Statt auf Stress seien die Nizza-Fans laut Polizist bislang jedoch eher auf ein Kölsch in den Brauhäusern und Bars in der Altstadt aus. Die Lage sei bislang „komplett ruhig“, jedoch sei natürlich abzuwarten, wie der Abend verläuft, sobald der Alkohol bei den französischen Fans Wirkung zeigt. Gegen 16 Uhr war zumindest noch alles ruhig und friedlich.

► Lage tagsüber am Flughafen Köln/Bonn: Auch die Anreise sei bislang komplett nach den Vorstellungen der Polizei verlaufen, die meisten Fans waren mit einem Flieger angekommen, der mit leichter Verspätung um 10:40 Uhr am Flughafen Köln/Bonn landete. Davon kursiert bereits ein Video im Netz. „Aktuell sind die Nizza-Fans noch sehr entspannt, und die Polizei auch“, so der Polizist weiter.

Wie sieht es aktuell in der Stadt aus? Auch nach dem Spiel geht der Polizeieinsatz in Köln weiter. „Wir sind weiter in der Stadt präsent und sorgen für Ihre Sicherheit“, teilt die Polizei mit. Wie lang der Großeinsatz in der Domstadt noch läuft, ist noch nicht bekannt. Noch befinden sich die Nizza-Fans im Stadion. „Sie werden auf jeden Fall unter Polizeischutz nach draußen begleitet“, so eine Polizeisprecherin gegenüber 24RHEIN.

Wann genau das passiert und bis wohin die Polizei-Eskorte läuft, wird vorab jedoch noch nicht mitgeteilt. Das hängt auch davon ab, wie die Lage jetzt vor Ort ist und sich in der nächsten Zeit entwickelt, so die Polizeisprecherin weiter. Aktuell verlassen noch immer FC-Fans das Stadion. Die Polizei will mit dem Nizza-Auslauf warten, bis die FC-Fans das Stadion verlassen. Wann das passiert ist, ist auch eine halbe Stunde nach Spielende noch nicht absehbar. Klar ist allerdings, viele Nizza-Anhänger wollen wohl noch in der Nacht zurück nach Frankreich. Um 2:45 Uhr heute Nacht hebt eine Maschine aus Köln Richtung Nizza ab. (Stand 23:30 Uhr)

Köln: FC empfängt Nizza – Hinweise für Fans

Der französische Verein hat auf seiner Homepage Infos für die sich in Köln aufhaltenden Anhänger zusammengetragen. Demnach sei es empfohlen, sich entweder am Alter Markt oder am Heumarkt zu sammeln, laut OGC „zwei nette Plätze mitten in der Stadt, die sehr nahe beieinander liegen und von denen aus das Stadion per Bahn erreicht werden kann.“ Somit dürfte auch klar sein, welches Transportmittel die OGC-Anhänger für den Abend favorisieren. Zurück geht es für die französischen Anhänger in großer Zahl übrigens ebenfalls per Flieger, um 2:45 Uhr heute Nacht hebt eine Maschine aus Köln gen Nizza ab.

1. FC Köln vs. OGC Nizza

Datum3. November 2022
WettbewerbUEFA Europa Conference League, Gruppenphase, 6. Spieltag
SpielortRheinEnergie-Stadion, Aachener Straße 999, 50933 Köln
Anpfiff21 Uhr

1. FC Köln gegen OGC Nizza: Hinspiel in der Conference League von Krawallen überschattet

Das ist im Hinspiel passiert: Denn im Vorfeld des „Hinspiels“ der beiden Clubs am ersten Spieltag des Wettbewerbs kam es um das und auch im Stadion zu massiven Ausschreitungen, 32 Personen wurden verletzt, vier mussten ins Krankenhaus, ein Mann fiel vom Mittel- in den Unterrang. Grund dafür waren unter anderem Auseinandersetzungen zwischen Hooligans des OGC und „Fans“, die sich in den Farben des 1. FC Köln auf europäischer Bühne prügelten. Weshalb das zweite Aufeinandertreffen der Clubs im Wettbewerb bei Polizei, Stadt und Verein unter besonderer Beobachtung steht.

OGC Nizza in Köln: Welche Vorbereitungen treffen Stadt, Polizei, FC?

So bereitet sich Köln auf das Spiel vor: Zum Stand der städtischen und polizeilichen Vorbereitungen auf das sportlich alles entscheidende Duell in der Conference League fand am Montag (31. Oktober) eine Pressekonferenz statt. Polizeipräsident Falk Schnabel, der leitende Polizeidirektor Martin Lotz, FC-Präsident Dr. Werner Wolf und Stadtdirektorin Andrea Blome haben sich dabei zum aktuellen Stand geäußert. Die klare Botschaft formulierte vor allem Polizeipräsident Schnabel: „Stadt, Polizei und FC treten jeglicher Form von Gewalt entschieden entgegen.“ Gegen mögliche Randalierer wird man hart durchgreifen. Es sind verhältnismäßig viele und umfangreiche Maßnahmen geplant.

1. FC Köln vs. OGC Nizza: Womit rechnet die Polizei? Was wird gegen Ausschreitungen getan?

Damit rechnet die Polizei: Die Kölner Polizei erwartet bei der Conference League-Partie „rund 1000 gewaltbereite Störer“. Davon würde etwa die Hälfte aus Köln und aus anderen Teilen von Deutschland kommen. Diese Anreisenden solidarisieren sich laut Polizei mit den Kölnern. Aber auch aus Frankreich und Italien sollen Gewalttäter anreisen. Insgesamt 800 Gäste-Anhänger werden im Stadion erwartet, einigen gewaltbereiten Fans aus Frankreich dürfte es jedoch kaum darum gehen, sich ein Fußballspiel in Müngersdorf anzuschauen. „Man will Revanche ausüben und ist zu Gewalt bereit“, sagt der Einsatzleiter Martin Lotz. Dies gelte für beide Lager.

So bereiten sich Stadt, Polizei und FC vor: Die Polizei will bereits an den „Tagen vor Donnerstag im Einsatz sein“ und in der Stadt dafür sorgen, dass es „nicht zu Ausschreitungen kommt“, sagt der Kölner Polizeipräsident Falk Schnabel. Einsatzleiter Lotz ergänzt: „Es wird eine stattliche Anzahl an Kräften schon am Vorabend im Stadtgebiet unterwegs sein und konsequent einschreiten. Wir wissen, welche Orte wir beobachten müssen. Wer auffällt, wird eingesammelt und das Spiel nicht erleben“. Auch am Folge- bzw. Spieltag will man Präsenz zeigen; mit doppelt so vielen Kräften im Stadtgebiet unterwegs sein. Grundsätzlich möchte die Polizei „alles aufbieten, was möglich ist“. So zum Beispiel zahlreiche Hundertschaften, Spezialkräfte, berittene Reiterschaft und Zusatz-Technologien.

„Stadt, Polizei und FC treten jeglicher Gewalt entgegen. Am 8. September ist es in Nizza Gewalttätern gelungen, dem Ansehen des Fußballs und des FC zu schaden. Uns liegen Hinweise vor, dass sich Gewalttäter aus beiden Lagern sammeln und darauf vorbereiten, eine Revanche durchzuführen“, sagte Schnabel. Die klare Botschaft an alle Konfliktsuchenden: „Lasst das sein“. Es wurden nach der jüngsten Polizei-Razzia infolge der Nizza-Krawalle Stadionverbote gegen bekannte Gewalttäter ausgesprochen. Für friedliche Fans gibt es den Appell, dass sie sich „jederzeit von Gewalt distanzieren und von Tätern fernhalten“ sollen. „Gewalt hat im Sport nichts verloren.“

1. FC Köln vor Nizza-Duell in der Conference League: Ist ein Fanmarsch der OGC-Anhänger geplant?

Anwort der Polizei: Nein, Fanmärsche werde man nicht zulassen.

Eine Frage, die sich viele Kölnerinnen und Kölner im Vorfeld gestellt haben dürften: Ist ein Fanmarsch der Nizza-Fans durch die Stadt geplant? Zur Erinnerung: Beim Hinspiel Anfang September pilgerten rund 10.000 FC-Fans die Côte d‘Azur entlang. Doch auch in Deutschland fanden zuletzt Fanmärsche statt, etwa beim Auswärtsspiel von Olympique Marseille in Frankfurt am 26. Oktober. Dort machten Bilder von durch die Innenstadt marschierenden, französischen Fans die Runde.

Und auch in Köln hat es einen solchen Marsch bereits gegeben: Als Roter Stern Belgrad 2017 in der Europa League in Köln antrat, demolierten serbische Anhänger unter anderem Lokale auf der Aachener Straße. Zu diesen Bildern soll (und dürfte) es am 3. November nicht kommen, die Polizei erklärte, Fanmärsche nicht zuzulassen, weil sie ein hohes Konfliktpotential bergen würden.

1. FC Köln in der Conference League: Wie viele Fans aus Nizza werden erwartet? Kommen PSG-Anhänger?

Antwort der Polizei: Die Polizei rechnet in etwa mit 600 Fans aus Nizza selbst und nochmal „eine kleine Anzahl“ von Anhängern eines Vereins aus Mailand (Italien). Diese Informationen werden auch von der französischen Tageszeitung „L‘Equipe“ bestätigt, die zudem mitteilt, dass die Nizza-Fangruppierung „Populaire Sud“, im Hinspiel maßgeblich für die Ausschreitungen mitverantwortlich, am Donnerstagmorgen per Flugzeug anreist. Die Polizei wies darauf hin, dass jedoch nicht jeder auf diesem Weg Reisende auch eine Karte fürs Spiel hätte. Einige seien nur auf Randale aus.

Ob auch Hooligans von Paris Saint-Germain in Köln erwartet werden, dazu äußerten sich die Beteiligten bei der Pressekonferenz nicht explizit – nach den Vorfällen im Hinspiel sollte dies jedoch nicht ausgeschlossen werden. Hintergrund dazu: Zwischen Anhängern des 1. FC Köln und PSG besteht seit Jahren eine enge Fanfreundschaft, PSG und Nizza hingegen können sich auf Fan-Ebene nicht ausstehen. Beim ersten Aufeinandertreffen zwischen Köln und Nizza Anfang September hatten sich unter anderem auch PSG-Hooligans in Kölner Farben an den Krawallen beteiligt.

1. FC Köln vs. OGC Nizza: Wie kommen die Fans der französischen Mannschaft ins Stadion?

Was sagt die Polizei? Dazu konnte sich die Behörde auf 24RHEIN-Nachfrage am Nachmittag des 2. November noch nicht explizit äußern. Der Grund: Noch ist nicht klar, wo sich die Anhängerinnen und Anhänger des OGC in Köln versammeln – Fans von Partizan Belgrad hatten dies beim bislang letzten Heimspiel in der Conference League in der Innenstadt getan. Sie waren seinerzeit von Sonderbahnen der KVB ins Stadion gebracht worden – Ähnliches hielt ein Polizeisprecher auch für das Nizza-Spiel für möglich, endgültig geklärt sei dies allerdings noch nicht.

Man stehe diesbezüglich mit szenekundigen Beamten, Behörden aus Frankreich und auch dem OGC Nizza selbst in Kontakt, um möglicherweise aufkommende Unruheherde sofort zu bekämpfen. Zudem hatte die Polizei am Dienstag (1. November) einen offenen Brief auf deutsch und französisch veröffentlicht, in dem Fans beider Lager gebeten wurden, sich an die Spielregeln zu halten.

1. FC Köln vs. OGC Nizza: Kommt es im Rahmen des Conference League-Spiels zu Sperrungen?

Das sagt die Polizei: Aufgrund des Fanmarsch-Verbotes ist nicht davon auszugehen, dass im Vorfeld des Spiels bereits Straßen gesperrt werden müssen. Je nach Lage dürfte sich die Polizei dies jedoch natürlich vorbehalten. Vor allem, wenn klar ist, wie die Anhängerinnen und Anhänger des OGC den Weg ins Stadion finden sollen (siehe voriger Punkt). Daher ist es weiterhin gut möglich, dass es am Spieltag am 3. November zu Sperrungen im Stadtgebiet kommt.

1. FC Köln vs. OGC Nizza – was gilt am 3. November 2022 im RheinEnergie-Stadion?

Das sagt der 1. FC Köln: Die FC-Fans müssen sich erwartungsgemäß auf einige Einschränkungen einstellen. Darunter strenge Sektorentrennung im Stadion und Alkoholverbot für die Fans auf den Rängen.

Da die Partie als Hochrisikospiel eingestuft ist, dürfte wohl auch der Sitzplatz-Block über dem Gästebereich leer bleiben. Dort FC-Fans zu platzieren, scheint jedoch ebenfalls ausgeschlossen. Laut FC-Präsident Werner Wolft werden Gäste und Heimfans „in gewohntem Maße“ voneinander getrennt werden. Das Spiel könne man aber, wie „gewohnt“ besuchen. Für den Auswärtsblock gäbe es neben den bislang 800 verkauften Eintrittskarten an Gästefans weiterhin Tickets. Diese könnten dann auch am Spieltag noch am Stadion erworben werden.

1. FC Köln empfängt OGC Nizza – was sagt eigentlich FC-Trainer Steffen Baumgart vor dem Duell?

Steffen Baumgart, Trainer des 1. FC Köln, war beim Hinspiel in Nizza am 8. September dank einer Roten Karte gesperrt, musste das Spiel von der Tribüne aus sehen – und wurde aus nächster Nähe Zeuge der heftigen Ausschreitungen. Auf der Pressekonferenz vor dem zweiten Aufeinandertreffen der beiden Teams am 2. November äußerte der FC-Coach den Wunsch, dass es um das Spiel herum friedlich bleibt. „Wir haben uns für den Wettbewerb im vergangenen Jahr qualifizieren wollen, um tolle Erlebnisse wie das Spiel morgen Abend zu haben“, so Baumgart.

Zuletzt habe es jedoch auch viele Erlebnisse gegeben, die nicht zu einem friedlichen Fußballfest dazu gehören. Der FC-Trainer weiter: „Gerade die Vorkommnisse aus Nizza werden lange in Erinnerung bleiben. Ich hoffe, es ist allen klar, dass es um Fußball geht und nicht darum, irgendwelchen Vollidioten eine Bühne zu bieten. Die Emotionen sollten wir auf dem Platz lassen. Wir haben in den vergangenen Wochen zu viel Blödsinn in den Stadien gesehen.“

1. FC Köln vs. OGC Nizza in der Europa Conference League – alle möglichen Szenarien im Überblick

UEFA Europa Conference League: Termine im Überblick

► Gruppenphase Spieltag 1: Donnerstag, 8. September 2022, 18:45 Uhr – OGC Nizza vs. 1. FC Köln live im Stream auf RTL+

► Gruppenphase Spieltag 2: Donnerstag, 15. September 2022, 21 Uhr – 1. FC Köln vs. 1. FC Slovácko live im Free-TV bei RTL

► Gruppenphase Spieltag 3: Donnerstag, 6. Oktober 2022, 21 Uhr – 1. FC Köln vs. Partizan Belgrad live im Free-TV bei RTL

► Gruppenphase Spieltag 4: Donnerstag, 13. Oktober 202, 18:45 Uhr – Partizan Belgrad vs. 1. FC Köln live im Stream auf RTL+

► Gruppenphase Spieltag 5: Donnerstag, 27. Oktober 2022, 18:45 Uhr – 1. FC Slovácko vs. 1. FC Köln live im Stream auf RTL+

► Gruppenphase Spieltag 6: Donnerstag, 3. November 2022, 21 Uhr – 1. FC Köln vs. OGC Nizza live im Free-TV bei RTL

Playoffs der K.-o.-Runde/Zwischenrunde: 16. und 23. Februar 2023

Achtelfinale: 9. und 16. März 2023

Viertelfinale: 13. und 20. April 2023

Halbfinale: 11. und 18. Mai 2023

Finale: 7. Juni 2023 in der Eden Arén (Prag)

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