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Fünf Männer nach Nizza-Ausschreitungen festgenommen: Polizei findet Macheten und Totschläger

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Von: Mick Oberbusch

1. FC Köln in der Conference League: Fünf Männer wurden nach den Krawallen in Nizza festgenommen. Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von 16 Verdächtigen.

Update vom 5. Oktober, 17:29 Uhr: Fünf Männer im Alter zwischen 22 bis 43 Jahren sind im Zusammenhang mit den Krawallen im Stadion von Nizza festgenommen worden. Am Mittwoch durchsuchten rund 400 Polizisten die Wohnungen von 16 Verdächtigen. Dabei fanden die Einsatzkräfte auch mehrere Waffen, darunter Macheten, Totschläger und Elektroschocker.

Den festgenommenen Männern würde schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte der Kölner Kripochef Michael Esser. Insgesamt 16 Verdächtige seien identifiziert worden. Die Verdächtigen seien alle bereits als „Gewalttäter Sport“ bekannt, drei von ihnen als Intensivtäter. Unter ihnen sollen auch Mitglieder der Ultragruppen „Revolte“, „Wilde Horde“, „Domstadtsyndikat“ und Ex-Mitglieder der „Boyz“ sein, berichtet Radio Köln.

Die Personalien aller Verdächtigen seien an den 1. FC Köln weitergeleitet worden, damit der Verein Stadionverbote verhängen könne.

Sichergestellte Gegenstände liegen während einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium Köln.
Mehrere Waffen, darunter auch Macheten, stellte die Polizei bei den Durchsuchungen sicher. © Thomas Banneyer/dpa

600 Videos hochgeladen

Im Zuge der Ermittlungen konnten Zeugen der Polizei Dateien und Videos zur Verfügung stellen. Im Hinweisportal der Polizei wurden 800 Dateien hochgeladen, 600 davon waren Videos. Zeugen, die diese Videos sowie Beobachtungen zur Verfügung gestellt hatten, haben laut Polizei „wesentlich zur Aufklärung beigetragen“.

1. FC Köln: Fünf Festnahmen nach Nizza-Ausschreitungen – Razzia in mehreren Wohnungen

Köln – Auch Wochen nach dem eigentlichen Vorfall wirken die Bilder der Krawalle aus dem Conference-League-Spiel des 1. FC Köln beim OGC Nizza noch nach. Sie werden von Fans diskutiert, waren Thema auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln und beschäftigen weiterhin die Staatsanwaltschaft. 24RHEIN mit einer Zusammenfassung der Ereignisse, Fragen sowie Antworten – und dem aktuellen Stand.

OGC Nizza vs. 1. FC Köln
Datum & Uhrzeit8. September 2022, 18:45 Uhr (Anstoß auf 19:40 Uhr verschoben)
WettbewerbUEFA Europa Conference League, Gruppenphase, 1. Spieltag
SpielortAllianz Riviera, Bd des Jardiniers, 06200 Nice, Frankreich
Ergebnis1:1

Ausschreitungen in Nizza: Haftbefehle vollstreckt – fünf Festnahmen

In dem bei der Staatsanwaltschaft Köln anhängigen Ermittlungsverfahren hat die Polizei vom Amtsgericht Köln erlassene Haftbefehle gegen mutmaßliche Tatbeteiligte vollstreckt. Seit den frühen Morgenstunden des 5. Oktober durchsuchen Ermittler der Polizei zudem Wohnungen und Häuser in Köln, Hürth, Pulheim und Bergisch Gladbach. Fünf Personen wurden festgenommen. Die Bereitschaftspolizei unterstützte die Razzia. Am Nachmittag (14 Uhr) informieren Staatsanwaltschaft und Polizei über die bisherigen Ermittlungen sowie die Ergebnisse der Einsatzmaßnahmen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete den Einsatz als „starkes Zeichen des Rechtsstaates“. Nun seien der 1. FC Köln, aber auch andere Fußballvereine gefordert, sagte der NRW-Vorsitzende der GdP, Michael Mertens: „Jetzt müssen Stadionverbote kommen.“

1. FC Köln nach Krawallen in Nizza: UEFA-Urteil da – zwei Spiele Sperre und Geldstrafe

Am 23. September verkündete die UEFA die Strafe für den 1. FC Köln. Für die nächsten zwei Auswärtsspiele im Wettbewerb, also bei Partizan Belgrad und dem 1. FC Slovácko, müssen die Kölner ohne Gästefans auskommen. Der Club darf keine Tickets an seine Anhängerinnen und Anhänger ausgeben. Zudem brummt die UEFA dem FC eine Geldstrafe von 100.000 Euro auf. Nizza erhält ein Geisterspiel und ein Auswärtsspiel ohne Fan-Unterstützung. Bedeutet auch, dass die Nizza-Fans zum Rückspiel in Köln am 3. November erscheinen dürfen.

Ausschreitungen beim Conference-League-Spiel Nizza vs. 1. FC Köln – was ist passiert?

Bereits im Vorfeld der Partie in der UEFA Europa Conference League zwischen dem 1. FC Köln und dem gastgebenden OGC Nizza am 8. September war es seitens der Nizza-Fans in der französischen Hafenstadt am Tag vor dem eigentlichen Spiel zu Übergriffen gekommen.

Am Spieltag selbst eskalierte die Situation dann im Stadionumfeld, wo einige FC-Fans angegriffen wurden, sowie auf den Rängen komplett. Ein mit FC-Farben maskierter Busfahrer aus Frankreich stürzte aus dem Ober- in den Mittelrang, insgesamt 32 Menschen wurden bei wüsten Schlägereien auf den Tribünen und im Umlauf verletzt.

Wie viel Foto- und Videomaterial eingegangen sei, dazu machte die Polizei Köln auf Nachfrage Mitte September keine Angabe. Der Polizeipräsident in Köln hatte sich bereits vor Wochen mit einer Bitte an die FC-Fans gewandt

Gewalt überschattet Conference-League-Duell gegen Nizza – Was sagt der 1. FC Köln?

Der Vorstand, bestehend aus Dr. Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich verurteilte die Vorfälle in einem Brief an die FC-Mitglieder und kündigte an, identifizierte Täter mit Vereinsausschluss und Stadionverbot zu bestrafen. Auf der Mitgliederversammlung am 20. September äußerte Präsident Wolf zudem auch noch einmal starke Kritik am Sicherheitskonzept in der französischen Küstenstadt, welches den Namen nicht verdient habe. Man sei weiterhin in der Aufarbeitung der Fälle und könne zum laufenden Stand nicht allzu viel sagen. Kurz nach dem Spiel äußerte sich zudem FC-Geschäftsführer Christian Keller.

Nach Conference League-Spiel des 1. FC Köln – Polizei-Gewerkschaftsführer: „Es könnte Tote geben“

Polizist vor FC-Block beim Spiel OGC Nizza vs. 1. FC Köln
Die Vorfälle beim Conference League-Spiel zwischen Nizza und dem 1. FC Köln wirken bei vielen Fans noch nach. © dpa

Die Gewerkschaft der Polizei blickt mit Sorge auf eine zunehmende Gewalt im Umfeld von Fußball-Spielen und befürchtet eine weitere Eskalation. Die Grenzüberschreitungen würden zunehmen, die Vereine würden sich zurückziehen und kaum etwas gegen gewaltbereite Fans tun, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens dem Kölner Stadt-Anzeiger.

„Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann könnte es Tote geben“, warnte der Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen. Nach Ansicht von Mertens gibt es nach Ende der coronabedingten Geisterspiele einen „Nachholbedarf beim Austoben“ in der gewaltbereiten Szene. (mo mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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