Sturmflaute nimmt kein Ende

1. FC Köln: Wie ein Absteiger – diese Horror-Statistik macht FC-Fans Angst

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Zum Schreien: Marius Wolf und der 1. FC Köln sind offensiv in dieser Saison oft viel zu harmlos.
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Nur 22 Tore in 24 Spielen erzielte der 1. FC Köln bislang in der Bundesliga. Die Vergangenheit lehrt: eine so harmlose Offensive reicht nicht für den Klassenerhalt.

Köln – Nach drei Niederlagen in Folge gab das 1:1 des 1. FC Köln im Heimspiel gegen Werder Bremen in vielerlei Hinsicht Anlass zu einem positiven Resümee. Der Effzeh zeigte spielerisch eine ansprechende Leistung, ließ sich auch von einem Rückstand nicht beirren und holte am Ende einen verdienten Punkt. Auch das Startelfdebüt von Max Meyer sowie das mit einem Tor vergoldete Comeback von Kapitän Jonas Hector stimmen optimistisch.

Ein Kernproblem allerdings, das die Geißböcke bereits die komplette Saison begleitet, hatte auch gegen die Norddeutschen Bestand. Trotz gutem Passspiel, viel Ballbesitz und offensiverer Taktik erarbeiteten sich die Hausherren im RheinEnergie-Stadion kaum Torgelegenheiten, der einzige eigene Treffer darf getrost als Zufallsprodukt bezeichnet werden. Damit warten die Kölner weiterhin seit dem fünften Spieltag auf ein Stürmertor und stellen mit nur 22 Treffern den drittschlechtesten Angriff der Liga.

1. FC Köln: Nur 0,91 Tore pro Spiel – die Bilanz eines Absteigers

Wie bedrohlich die Situation wirklich ist, verdeutlicht ein Blick auf die Statistik. In den bisherigen 24 Bundesligapartien erzielte die Elf von Markus Gisdol 0,91 Tore pro Spiel. Rechnet man diesen Wert auf 34 Spieltage hoch, ständen beim FC am Ende der Saison 31 Treffer zubuche. Ein Wert, der Besorgnis erregt.

Denn: In den letzten zehn Jahren gelang es nur einem Team, mit so wenig erzielten Toren die Klasse in der Bundesliga zu halten. Der Hamburger SV schaffte es in der Saison 2014/15 mit gerade einmal 25 Treffern auf den Relegationsplatz und setzte sich in den Entscheidungsspielen denkbar knapp den Karlsruher SC durch. Alle anderen Mannschaften, die in der Abschlusstabelle 31 oder weniger Tore auf dem Konto hatten, mussten den Weg in die 2. Bundesliga antreten.

Schneckenrennen im Bundesligakeller: Arminia Bielefeld und FC Schalke noch harmloser als 1. FC Köln

Dass der 1. FC Köln aufgrund seiner Offensivschwäche nicht schon längst in tieferen Abstiegssorgen steckt, ist einzig der mitunter noch harmloseren Konkurrenz aus Bielefeld (16. Platz, 18 Tore), Mainz (17., 23) und Schalke (18., 16) zu verdanken. Das Hauptproblem für Trainer Markus Gisdol ist und bleibt das Gleiche: Ihm steht schlicht und ergreifend kein treffsicherer Stürmer zur Verfügung.

Der Übungsleiter weiß selbst am besten, dass sich daran bis zum Ende der Saison auch nichts mehr ändern wird. Vielleicht bedankte sich Gisdol auch deswegen für das glücklich zustande gekommene Tor gegen Bremen beim Fußballgott.

Da dieser in den verbleibenden zehn Partien aber sicher nicht immer zur Stelle sein wird, muss es dem Effzeh gelingen, auch mit wenigen eigenen Treffern genügend Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln – und so am Ende der Statistik einen Strich durch die Rechnung zu machen. (ps)

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