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1. FC Köln: Baustelle Abwehr – wo jetzt die Herausforderung liegt

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Von: Max Dworak

Benno Schmitz dribbelt mit dem Ball gegen Roda Kerkrade
Benno Schmitz, hier im Testspiel gegen Roda Kerkrade, gilt in der FC-Defensive als gesetzt. © eu-images/Imago

Das erste Pflichtspiel vor Augen, die Stamm-Abwehrreihe steht weitgehend fest. Dennoch hängt über der Hintermannschaft des 1. FC Köln ein dickes Fragezeichen.

Köln – Als Neu-Coach Steffen Baumgart mit dem 1. FC Köln am 16. Juli ins Trainingslager Richtung Donaueschingen aufbrach, übernahm er ein Team, an dem es einiges zu basteln gab – und auch immer noch gibt. Die Verteidigersuche, seit Wochen Dauerthema in Köln, fällt dabei mindestens genauso stark ins Gewicht wie die Sondierung des Transfermarktes nach einem geeigneten Stürmer.

Nach einer äußerst sehenswerten und mehrfach gelobten Testspielbilanz des FC (6 Spiele, 4 Siege, 2 Remis) sind Fans und Verein wohl gleichermaßen zufrieden mit den Auftritten der Geißböcke. Diese Tatsache täuscht jedoch nicht über eine große, offene Baustelle im Spiel der Kölner hinweg: die anfällige Defensive.

1. FC Köln: Baumgarts neuer Spielstil birgt Risiken

Analysiert man das Gegentor aus dem letzten Testspiel gegen Roda Kerkrade, dann ist gut zu sehen, wie die Kölner Abwehr in dieser Szene nur hinterherläuft. Durch einen Konter kam der niederländische Zweitligist mit Tempo über die linke Außenbahn zum Flanken. Im Anschluss erzielt Denzel Jubitana das Tor für Kerkrade.

Dass der FC durch seine neue, offensive 4-4-2 Taktik mit Raute anfälliger bei schnellen Gegenstößen ist, ist keineswegs verwunderlich. Die Abwehrreihe der Kölner steht deutlich höher in der gegnerischen Hälfte, um den Gegner früh unter Druck zu setzen. Trainer Steffen Baumgart, der mit diesem System schon beim SC Paderborn für Aufsehen gesorgt hat, weiß um die Gefahren dieser Spielweise: „Wir wissen, was auf uns zukommt, wenn wir so hoch stehen. Dafür müssen wir Lösungen finden.“

1. FC Köln: Czichos, Schmitz und Ehizibue zum Start gesetzt

In den letzten vier Testspielen kristallisierte sich heraus, an welche Verteidiger Coach Steffen Baumgart zuerst denkt, wenn es um das Thema Startelf geht. Benno Schmitz, gelernter Rechtsverteidiger, durfte gegen den SV Elversberg, Roda Kerkrade und den FC Schaffhausen von Beginn an als Linksverteidiger ran. FC-Kapitän Jonas Hector, von Baumgart bereits als „einer der wichtigsten Spieler in Köln“ geadelt, ist im Mittelfeld eingeplant. Auch Rafael Czichos hat, Stand jetzt, seinen Platz in der ersten Elf der Kölner sicher. Der 31-Jährige stand gegen den FC Bayern München, SV Elversberg und Roda Kerkrade in der Startelf.

Ehizibue unter Baumgart in veränderter Rolle beim 1. FC Köln

Ebenso kann sich Kingsley Ehizibue seines Stammplatzes sicher sein. Trainer Baumgart setzt auf den pfeilschnellen Nigerianer, probierte ihn in der Vorbereitung sogar als Innenverteidiger aus. Auf der Position des Rechtsverteidigers kommen seine Qualitäten jedoch besser zur Geltung. Der Spieler selbst zeigt sich begeistert vom System des neuen Coaches: „Meine Stärke liegt eher im offensiven Spiel, würde ich sagen. In den vergangenen zwei Jahren standen wir häufig tief, sodass mein Fokus auf dem Verteidigen lag. Jetzt haben wir einen offensiver ausgerichteten Spielstil, mit dem ich meine Stärken besser einbringen kann – wie viele andere Spieler auch. Das ist gut für die Mannschaft.“

Jorge Meré will Klarheit für die Zukunft haben

Der potenzielle Vierte im Bunde, Jorge Meré, blickt auf zwei schwierige Jahre in Köln zurück. Nur 19 Startelf-Einsätze in 68 möglichen Bundesliga-Spielen – sieht man über seine Verletzungspausen hinweg – stehen zu Buche. Daher ist es wenig verwunderlich, wenn der Berater des Spaniers wie zuletzt das Gespräch mit der Vereinsführung sucht, um den Status quo seines Klienten zu erfragen.

1. FC Köln: Fehlendes Tempo in der Restverteidigung bleibt ein Problem

Was dem 24-Jährigen fehlt, um sich nachhaltig als Stammspieler zu empfehlen, ist die absolute Schnelligkeit im Umkehrspiel, wenn nach eigenem Ballverlust das Gegenpressing überspielt wird. Da auch Czichos nicht unbedingt für seine Schnelligkeit bekannt ist, dürfte Trainer Baumgart daher zunächst auf Neuzugang Timo Hübers setzen. Der 1,90 Meter große Innenverteidiger kam ablösefrei von Hannover 96 und bekam in den Testspielen reichlich Spielzeit. Dominique Heintz, der als potenzieller Neuzugang ins Spiel gebracht wurde, fehlt ebenfalls das nötige Tempo, um Situationen wie beim Gegentor gegen Kerkrade zu verhindern.

Lösungen in der Abwehr weiterhin gesucht

Bis zum 31. August hat der FC noch Zeit, die Lücken in der Abwehr durch Neuzugänge zu schließen. Gelingt dies nicht, bleibt die Defensive wohl mindestens bis zur Winterpause eine Baustelle. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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