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1. FC Köln: Anthony Modeste arbeitet weiter an seinem Legenden-Status

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Von: Max Dworak

Anthony Modeste formt ein Herz vor seiner Brust, Jan Thielmann springt an seinem Rücken hoch.
Anthony Modeste (vorne) erzielte gegen den SC Freiburg sein 14. Saisontor. © Herbert Bucco/Imago

Anthony Modeste ist in Topform. Mit 33 Jahren ist er der wichtigste Offensivspieler des 1. FC Köln – und lässt die Fans von Europa träumen.

Köln – Nach 21 Spieltagen steht der 1. FC Köln auf dem sechsten Tabellenplatz der 1. Bundesliga – ein vor der Saison nahezu undenkbares Szenario ist derweil Realität. Mit dem Sieg vor heimischer Kulisse gegen den SC Freiburg festigten die Domstädter auch in Abwesenheit ihres Chef-Trainers Steffen Baumgart ihre Stellung unter den Anwärtern für die Teilnahme an der Conference-, beziehungsweise Europa-League. Der Mann des Spiels am Samstagnachmittag war wieder einmal Anthony Modeste.

1. FC Köln: Anthony Modeste sorgt für einen wichtigen Dreier

Noch vor wenigen Tagen sah sich der Franzose gezwungen, ernsthaft über seine sportliche Zukunft in seiner Wahlheimat Köln nachzudenken. Der Erstliga-Klub aus Saudi Arabien, Al-Hilal Riad, wollte den 33-jährigen Knipser unbedingt für sich gewinnen – und machte ernst. Von einem Jahresgehalt von 6 Millionen und einer Ablösesumme von 5 Millionen Euro war nach BILD-Informationen die Rede.

Doch egal, wie verlockend dieses Angebot auch für die Rheinländer und den Stürmer gleichermaßen gewesen zu sein schien, stand für den Spieler selbst kein vorzeitiger Abschied zur Debatte. Und so tat der Fan-Liebling der Kölner das, was er am besten kann: In der 23. Minute schoss er das einzige Tor der Begegnung – sein nunmehr 14. im laufenden Wettbewerb. Der anschließende Herz-Jubel in Richtung der 10.000 Anhänger auf den Rängen des RheinEnergie-Stadions ließ keine Zweifel offen, wo sich Tony selbst sieht – unmissverständlich in seiner Wahl-Heimat am Rhein: „Ich bin glücklich, dass ich beim FC bleibe und will das Glück jetzt weitergeben. Das Wichtigste ist, dass wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt schaffen. Wir haben noch viel vor und wollen in der Bundesliga bleiben. Danach gucken wir, was noch geht“, sagte der Punkte-Garant nach dem 1:0-Erfolg gegen den SC Freiburg. Mit dem Sieg über die Breisgauer kletterte der 1. FC Köln weitere zwei Plätze in der Tabelle nach oben und wäre aktuell für die in dieser Saison erstmals ausgerichtete UEFA Conference League qualifiziert.

FC-Torwart Marvin Schwäbe: „Tony ist aktuell unsere Lebensversicherung“

Es scheint momentan so, als könne Anthony Modeste von nichts und niemandem aufgehalten werden. Schlussmann Marvin Schwäbe, der gegen den SC Freiburg erneut eine tadellose Leistung zeigte und zum zweiten Mal zu Null spielte, adelte seinen Teamkollegen nach Abpfiff: „Tony ist aktuell unsere Lebensversicherung. Wir können uns auf ihn verlassen und das ist genau das, was wir brauchen.“ Auch der Ex-Kölner Marco Höger, mittlerweile in der 3. Liga für Waldhof Mannheim unterwegs, schloss sich dieser Meinung an: „Bruder, ich bekomme langsam Flashbacks zu unserer Saison 16/17. Da konnten wir dich auch blind anschießen und der Ball war im Netz“, kommentierte der 32-Jährige auf Instagram.

Steffen Baumgart, der aufgrund von Corona dazu verdammt war, das heimische Wohnzimmer auf den Kopf zu stellen und aus der Ferne mitzufiebern, freute sich ebenfalls für seinen Schützling: „Tony kann den Herz-Jubel machen. Er liebt diesen Verein und zeigt das auch. Er hat hier schon andere Zeiten erlebt, nicht so erfolgreiche – den FC hat er trotzdem immer geliebt. Er tut im Training alles dafür, dass er Erfolg hat.“

1. FC Köln: Steffen Baumgart und Thomas Kessler bleiben realistisch

Trotz ihres schier unaufhaltbaren Stürmers üben sich die Verantwortlichen des Bundesligisten in Geduld. Lizenzspieler-Leiter Thomas Kessler verdeutlichte diese Haltung in seinem jüngsten Statement zur sportlichen Situation des Vereins: „Mit 32 Punkten bleiben wir nicht in der Liga. Unser Ziel bleibt, dass wir die 40 Punkte und den Klassenerhalt frühzeitig packen.“

Steffen Baumgart konnte sich dieser Meinung nur anschließen: „Wir werden unsere Ziele nicht korrigieren oder mit Träumereien anfangen. Es geht darum Spiele zu gewinnen – und dabei bleibt es. Der Rest kommt von allein“, wird der Übungsleiter in der BILD zitiert. Sollte Anthony Modeste weiter so kaltschnäuzig vor dem gegnerischen Kasten sein wie zuletzt, wird der 1. FC Köln jedoch – vorsichtig formuliert – weiterhin wenig mit den Abstiegsplätzen zu tun haben. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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