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1. FC Köln: Baumgart über Geißbockheim-Ausbau – „weit hinter einigen Zweitligisten“

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Von: Max Dworak

Alles beim Alten: Das Geißbockheim, Heimat des 1. FC Köln seit 1953, soll seit Jahren erneuert werden.
Alles beim Alten: Das Geißbockheim, Heimat des 1. FC Köln seit 1953, soll seit Jahren erneuert werden. © Manngold/Imago

Deutliche Worte fand FC-Trainer Steffen Baumgart zur Situation am Geißbockheim. Damit reißt der FC-Coach alte Wunden auf.

Köln – Während der Fragerunde zur Bundesliga-Partie des 1. FC Köln gegen RB Leipzig sprach Steffen Baumgart ein heikles Thema an, das zuletzt in der Öffentlichkeit etwas in den Hintergrund gerückt ist: die desolate Lage am Geißbockheim. „Wir sind beim FC in Sachen Infrastruktur weit hinter einigen Zweitligisten. Das ist bedenklich. Grundsätzlich hat der FC als Verein sehr viel Potenzial. Das wurde bislang aber nicht ausgeschöpft“, gibt der FC-Trainer konsterniert zu verstehen.

1. FC Köln: Stadt Köln zeigte sich 2018 zuversichtlich hinsichtlich Geißbockheim

Doch, wieso ist auch 2021 noch keine Änderung an den Zuständen in Sicht? Um die aktuelle Lage richtig zu verstehen und einordnen zu können, ist ein Blick auf die jüngere Vergangenheit vonnöten. Im Jahr 2018 schien endlich Schwung in das Projekt „Ausbau Geißbockheim“ zu kommen: „Die Zusammenarbeit mit dem 1. FC Köln ist sehr intensiv, konstruktiv und vertrauensvoll. Herrn Wehrles Lob gebe ich an meine Mitarbeiter weiter, denn sie tun wirklich alles dafür, dem FC ein rechtssicheres Verbleiben bzw. eine rechtssichere Entwicklung am Geißbockheim zu gewährleisten“, sagte Markus Greitemann, Baudezernent der Stadt Köln zum damaligen Zeitpunkt im Interview mit Köln.Sport. Angesprochen darauf, ob denn 2019 endlich die Bagger am Geißbockheim rollen werden, antwortete er weiter: „Nach meiner jetzigen Einschätzung ist es wahrscheinlicher, dass die großen Maßnahmen am Geißbockheim erst 2020 umgesetzt werden können.“

Oberbürgermeisterin Henriette Reker legt die Ausbaupläne zum Geißbockheim auf Eis

Ein Jahr später, im Juli 2019, lässt Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, plötzlich eine Bombe platzen: „Der Klimanotstand ist ernst gemeint. Es hat ein Umdenken stattgefunden.“ Dies bedeutete für den 1. FC Köln im Umkehrschluss, dass die Träume eines neuen RheinEnergie-Sportparks, respektive Geißbockheims, wohl erst einmal im Keim erstickt waren. Im Jahr 2015 hatte die Politikerin die Pläne des FC noch begrüßt, aus Umweltgründen sah sie sich allerdings vier Jahre später gezwungen, ihre Entscheidung zu überdenken.

1. FC Köln: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wir schreiben das Jahr 2020. Immer noch hat sich nichts geändert, weiterhin haben keine Umbauarbeiten am Geißbockheim stattgefunden. Da Henriette Reker keine Updates bezüglich des Ausbaus präsentieren kann und die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“ Klage gegen das Projekt eingereicht hat, geraten alle geplanten Vorhaben erneut ins Stocken. Aufgrund der Tatsache, dass der Stadtrat aber bereits am 18. Juni 2020 das „Go“ für die Erneuerung des Geißbockheims erteilt hat, stehen die Chancen des 1. FC Köln gut, als Gewinner aus diesem Rechtsstreit herauszugehen. Eine endgültige Entscheidung in diesem Fall wird im Frühjahr 2022 erwartet.

Baumgart möchte eine zeitnahe Lösung zum Ausbau am Geißbockheim

Der kleine Wutausbruch des neuen Kölner Trainers Steffen Baumgart dürfte viele außenstehende Verantwortliche daran erinnert haben, wie wichtig ein modernes Trainingsgelände mit Erstligabedingungen für den gesamten Verein ist: „Es muss immer darum gehen, Lösungen zu finden. Dafür muss es aber Menschen geben, die Lösungen finden wollen. Das halte ich in der Gesellschaft für wichtig. Wir müssen darüber vernünftig reden, also auch mal Klartext sprechen.“ (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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