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1. FC Köln: Baumgart kritisiert Fans im Stadion – „Erwarte Entwicklung von allen“

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Von: Max Dworak

Steffen Baumgart steht an der Seitenlinie gegen Union Berlin.
Steffen Baumgart erwartet von den Fans eine bedingungslose Unterstützung. © Jan Huebner/Imago

Ein etwas genervt dreinblickender Steffen Baumgart stand der Presse nach dem Union-Spiel Rede und Antwort. Dabei bekamen auch die eigenen Anhänger ihr Fett weg.

Köln – Zum zweiten Mal in dieser Bundesliga-Saison war das RheinEnergie-Stadion im Spiel gegen Union Berlin ausverkauft. Kurz nach Anpfiff tobte die Menge bereits das erste Mal, nachdem Anthony Modeste das Leder in der siebten Spielminute über die gegnerische Linie drückte. Danach wurde es stiller – ganz zum Missfallen von Trainer Steffen Baumgart.

1. FC Köln: Steffen Baumgart zeigt sich enttäuscht

Im Interview bei DAZN redet der 49-Jährige von Beginn an – wie man es bereits von ihm gewohnt ist – Tacheles: „Wir machen den Fehler in der ersten Halbzeit, weil wir den Mut haben, rauszuspielen. Dann frage ich mich schon, wenn ich das Drumherum sehe und die Emotionen, die das Stadion bringen kann, wieso man das nicht bei einem 1:2-Rückstand machen kann. Warum müssen die Jungs Sorge haben, wenn sie einen Fehler machen?“ Gemeint sind damit besonders die Pfiffe von den Rängen nach dem Fehlpass von Innenverteidiger Rafael Czichos vor dem 1:2-Gegentreffer in unmittelbarer Nähe des eigenen Strafraums.

Steffen Baumgart vermisst den Support

Zweifelsohne hat sich der Fußball des 1. FC Köln verbessert. Die Mannschaft spielt wieder mit Leidenschaft und versucht zudem, Tore zu erzielen und sich nicht hinten zu verbarrikadieren. Diesen Umstand sah Steffen Baumgart durch die Unterstützung von den Zuschauern im Spiel gegen Union Berlin nicht genug gewürdigt. Schließlich dürfe man nicht vergessen, dass Union Berlin eine der besten Konter-Mannschaften der Bundesliga sei, relativierte Steffen Baumgart das Spielgeschehen.

1. FC Köln: Baumgart möchte „von allen eine Entwicklung“

Auf der anderen Seite muss man den Anhängern zugute halten, dass das Spiel des 1. FC Köln über weite Strecken tatsächlich etwas ideenlos und wenig stimmungsfördernd war. Union stand tief und konnte dadurch das Flügelspiel des FC wirkungsvoll unterbinden, wodurch das FC-Spiel seiner wirkungsvollsten Waffe ein Stück weit beraubt wurde. Daher erwarte der 49-Jährige „von allen – nicht nur von der Mannschaft – sondern von allen eine Entwicklung.“ Die Deutlichkeit, mit welcher der FC-Coach das Wort „allen“ betonte, war ohne Zweifel ein unmissverständlicher Wink mit dem Zaunpfahl an die Fans.

1. FC Köln: Fan-Kommentar stärkt Steffen Baumgart den Rücken

Auf Instagram wird schnell klar, dass Steffen Baumgart mit seiner Ansicht nicht alleine ist. Viele Kölner Supporter ärgern sich ebenfalls über die Kulisse im RheinEnergie-Stadion: „Stimmung mal wieder peinlich. Wenn du keinen Bock hast, den FC bedingungslos anzufeuern, dann geh nicht ins Stadion. Gibt genug die wollen, aber nicht können“, schreibt ein wütender User unter den Ergebnis-Beitrag des Vereins. Dafür gibt es ordentlich Beifall. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welchen Unterschied der organisierte Support durch die Ultras gemacht hätte. User _sascha_82 fordert jedenfalls: „Bitte wieder organisierten Support, sonst wird es nicht besser. Diese Stille bei 50.000 ist gruselig.“

In der Domstadt wird in diesen Tagen schnell vergessen, dass der 1. FC Köln sich als primäres Ziel den Klassenerhalt gesetzt hat. Emotionale Ausbrüche sind selbstverständlich erlaubt – damit müssen die Profis klarkommen. Wenn der Trainer jedoch das Gefühl hat, dass die Arbeit seiner Mannschaft keine ausreichende Wertschätzung erhält, ist dies eher kontraproduktiv. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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