Podolski, Novakovic und Co.

2011, als der 1. FC Köln zum letztem Mal die Bayern besiegte: Das machen die FC-Spieler von damals heute

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Die letzte FC-Mannschaft, die gegen den FC Bayern München gewinnen konnte.
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Seit zehn Jahren wartet der 1. FC Köln auf einen Sieg gegen den FC Bayern München. Viel hat sich seitdem getan, auch im Leben der FC-Spieler, die am 5. Februar 2011 die Münchner besiegten.

Köln – Es war der 5. Februar 2011. Der 1. FC Köln erwartete den großen FC Bayern München zum Heimspiel im RheinEnergie-Stadion. Auch wenn die Kölner bereits vom torlosen Wiesn-Hinspiel in Bayern (18.09.2010) ein Pünktchen mitnehmen konnten, waren die Rollen klar verteilt: FC als Underdog und die Bayern als Favorit. Und es schien auch alles erwartungsgemäß zu laufen. Nach nach den ersten 45. Minuten stand es bereits 2:0 für die Münchener, doch der FC gab sich nicht auf. In der zweiten Halbzeiten gaben die Geißböcke alles was sie hatten und kamen nicht nur zurück, sondern drehten sogar das Spiel. Zuerst einmal Christian Clemens und dann zweimal Milivoje Novakovic sorgten für die entscheidenden Tore zum 3:2-Endergebnis. Trainer war damals Frank Schaefer, der nur wenige Monate später von seinem Posten zurücktrat. Der 1. FC Köln beendete die Bundesliga-Saison auf Platz 10, der FC Bayern „nur“ auf Platz 3. Fest steht: Damit schrieb die Kölner Mannschaft an diesem Februar-Tag ein Stück Geschichte für den FC. Doch was ist aus den Siegern von damals geworden?

FC-Sieg gegen Bayern: Dieser Keeper hielt in der zweiten Hälft den Kasten sauber

Für den damaligen FC-Keeper Michael Rensing war der Sieg etwas ganz besonderes, verbrachte er doch einen großen Teil seiner Fußballkarriere bei den Bayern. Beim FC blieb der heute 36-Jährige aber nicht lange. Nur eineinhalb Jahre nach dem Erfolg gegen die Münchener verließ Rensing den Verein zum Nachbarn Bayer Leverkusen. Dort saß der Torhüter aber im Grunde nur auf der Bank, weshalb er sich 2013 eine neue Aufgabe suchte, wieder mal nur unweit entfernt: Fortuna Düsseldorf. Dort blieb er dann ganze sieben Jahre lang und erlebte selbst einige Höhen und Tiefen. In seiner ersten Saison war er nämlich auch dort nur Außenseiter, setzte sich anschließend aber als Nummer 1 durch und blieb dies auch bis zur vergangenen Saison. Parallel dazu stieg er mit der Fortuna ein Mal auf und wieder ab. Seit Sommer 2020 ist Rensing nun ohne Verein.

Michael Rensing war für sieben Jahre lang bei Fortuna Düsseldorf

FC-Sieg gegen Bayern: Die Verteidigung der 2011er Mannschaft – nur einer ist noch aktiv

Miso Brecko: Der Rechtsverteidiger blieb bis 2015 beim FC und war letztlich für sieben Jahre im Verein. Damit erlebte er also auch zuerst den Abstieg 2012 und schließlich den Wiederaufstieg inklusive Zweitligameisterschaft 2014. Danach zog es Brecko für drei Jahre zum 1. FC Nürnberg. Dort ließ er dann seine Karriere nach und nach ausklingen und machte 2018 endgültig Schluss.

Pedro Geromel: Der Innenverteidiger geriet kurz nach dem Sieg gegen Bayern immer mehr ins Abseits beim 1. FC Köln und verließ die Geißböcke 2013 zuerst leihweise und dann fest Richtung Heimat zum brasilianischen Team Grêmio Porto Alegre. Dort konnte Geromel anschließend aber noch einige Erfolge feiern. Allen voran den Copa Libertadores im Jahr 2017, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League. Mit mittlerweile 35 Jahren ist der Brasilianer auch tatsächlich noch aktiv. Als Kapitän von Grêmio kommt auch immer noch regelmäßig zum Einsatz.

Pedro Geromel ist immer noch aktiv und mittlerweile Kapitän vom brasilianischen Team Grêmio Porto Alegre.

Youssef Mohamad: Der Kollege von Geromel in der Kölner Innenverteidigung verließ den FC bereits sechs Monate nach dem Überraschungserfolg Richtung Dubai zu Al-Ahli. Doch Mohamads Zeit bei dem arabischen Erstligisten war nicht wirklich von Erfolg geprägt, so dass er 2013 vereinslos wurde. Seine Karriere schien beendet, doch 2016 heuerte er nochmal in seiner Heimat Libanon bei Al-Nejmeh an. Dort spielte er nochmal für gut eineinhalb Jahre, bevor er dann 2018 endgültig die Schuhe an den Nagel hang.

Christian Eichner: Der Linksverteidiger konnte sich beim 1. FC Köln nicht wirklich durchsetzen, so dass man 2013 wieder getrennte Wege ging. Danach blieb Eichner für fünf Monate vereinlos, bevor er schließlich beim MSV Duisburg nochmal sein Glück versuchte. Aber auch das war nicht von Dauer. Ende der Saison 2014/15 wurde er erneut vereinslos und nachdem er für Monate keinen neuen Verein mehr fand, beendete er schließlich 2015 seine Profi-Karriere. Anschließend startete Eichner bei seinem Jugend- und erstem Profi-Verein Karlsruher SC als Trainer durch. Seit gut einem Jahr ist er dort nun sogar Cheftrainer.

FC-Sieg gegen Bayern: Das Mittelfeld der 2011er Mannschaft – große Namen für FC-Fans

Adam Matuszczyk: Das Kölner Urgestein ging 2012 für ein halbes Jahr per Leihe zu Fortuna Düsseldorf, blieb nach seiner Rückkehr aber letztlich bis 2015 beim FC. Es folgten Stationen bei Eintracht Braunschweig und Zaglebie Lubin in Polen. 2019 kehrte Matuszczyk dann nach Deutschland zurück und heuerte beim KFC Uerdingen 05 an. Im Zuge der Posse rund um den Mäzen Mikhail Ponomarev wechselte er letzten Oktober schließlich zum 1.FC Düren in die fünfte Liga. Die Profi-Karriere des 32-jährigen Mittelfeldspielers sollte damit wohl auch beendet sein.

Adam Matuszczyk war bis zuletzt beim KFC Uerdingen aktiv.

Martin Lanig: Der defensive Mittelfeldspieler verließ den 1. FC Köln 2012 Richtung Eintracht Frankfurt. Nachdem er dort immer mehr aufs Abstellgleis geriet suchte Lanig 2015 nochmal eine letzte Herausforderung auf Zypern bei APOEL Nikosia. Dort ließ er seine Karriere dann innerhalb von sechs Monaten ausklingen, aber das mit Erfolg: Den Gewinn zyprische Meisterschaft konnte der heutige 36-Jährige zum Abschluss noch feiern.

Lukas Podolski: Er ist wohl der mit Abstand größte Name in der Erfolgself von 2011. Der Weg der Kölner Legende ist mehr als bekannt. Nach seiner zweiten Zeit bei seinem Herzensverein startete Poldi nochmal beim FC Arsenal durch und feierte bekanntlich 2014 den großen WM-Erfolg mit der deutschen Nationalmannschafft, womit er auch den Höhepunkt seiner Profi-Karriere erreicht hatte. Beim englischen Erstligisten geriet er nach und nach ins Abseits, weshalb er ein Leih-Intermezzo bei Inter Mailand wagte. Doch auch das war nicht mehr von Erfolg gekrönt, also wurde Podolski zum Globetrotter. Zuerst Galatasaray Istanbul, dann Vissel Kobe in Japan und jetzt wieder in der Türkei bei Antalyaspor. Es gab zwar immer wieder Gerüchte über eine mögliche Rückkehr zum FC, doch seit seinem letzten Wechsel scheint das Kapitel wohl beendet zu sein. Abseits der Platzes ist Podolski mittlerweile aber auch ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann.

Christian Clemens: Der Rechtsaußen ist im Grunde der letzte Abgang der Erfolgself von 2011. Aber nur theoretisch. Denn Clemens verließ den 1. FC Köln bereits 2013 ein erstes Mal zum FC Schalke 04. 2016 ging es für den gebürtigen Kölner nach einer Leihe dann endgültig zum FSV Mainz 05, nur um dann ein halbes Jahr später wieder zu seien Heimatverein, dem 1. FC Köln zurückzukehren. In seiner zweiten Zeit beim FC konnte Clemens als größten Erfolg 2019 den Wiederaufstieg in die Bundesliga feiern. Spätestens seit dieser Saison spielte er aber bei den Geißböcken keine Rolle mehr. So wechselte der 29-Jährige schließlich im Januar zum SV Darmstadt 98.

Slawomir Peszko: Der Pole erlebte nach dem Bayern-Sieg eine äußerst ereignisreiche Karriere. Im Grunde war es über Jahre eine On-Off-Beziehung zwischen ihm und dem 1. FC Köln. Zuerst Leihe zu den Wolverhampton Wanderers, dann Verkauf zu Parma Calcio, dann Leihe zum FC, dann feste Rückkehr zum FC. Das alles in nur zwei Jahren. 2015 verließ der Offensivspieler die Geißböcke dann endgültig Richtung Heimat zu Lechia Gdansk. Abgesehen von einer erneuten Kurz-Leihe zu Wisla Krakau, blieb er dort bis März 2020. Nach der Vertragsauflösung heuerte er dann im Juli letzten Jahres nochmal beim Amateurverein Wieczysta Krakow in der sechsten polnischen Liga an, wo er aktuell immer noch spielt.

FC-Sieg gegen Bayern: Der entscheidende Mann für den Überraschungserfolg von 2011

Milivoje Novakovic: Spätestens mit den beiden Toren zum Erfolg damals hatte sich der Slowene eindeutig in die FC-Geschichtsbücher geschrieben. Wie Peszko ging es auch für Novakovic seit 2012 hin und her. 2013 wurde er mit kurzer Unterbrechung zweimal an das japanische Team Omiya Ardija ausgeliehen. 2014 blieb er dann fest in Japan aber wechselte zum Shimizu S-Pulse und ein Jahr später nochmal innerhalb Japans zum Nagoya Grampus. 2016 wechselte er zum Abschluss siener Karriere dann in seine Heimat zu NK Maribor, wo er immerhin nochmal slowakischer Pokalsieger und Meister wurde. 2017 beendeter er schließlich seine Karriere als Profi-Fußballer.

Milivoje Novakovic beendete 2017 seine Profi-Karriere auch in der slowenischen Nationalmannschaft.

1. FC Köln gegen Bayern: Gelingt nochmals einer Sensation?

Eine kurze Erwähnung erhalten an der Stelle noch Fabrice Ehret, Taner Yalcin und Mato Jajalo. Alle drei wurden am Ende der Partie eingewechselt um noch etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. Während die ersten beiden nicht mehr aktiv sind, spielt Jajalo zurzeit bei Udinese Calcio in Italien.

Nun geht es am Samstag für den 1. FC Köln mal wieder gegen den FC Bayern München und die Ausgangslage ist erneut eher schwierig für die Kölner. Aber wer weiß vielleicht schafft es die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol ja tatsächlich mal wieder für eine Sensation zu sorgen, Gründe die für einen FC-Sieg sprechen gibt es auch diesmal allemal. (os)

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