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1. FC Köln: Rafael Czichos verteidigt Drexler nach Fan-Beleidigung – „Er hat es nicht so gemeint“

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Von: Oliver Schmitz

Dominick Drexler und Rafael Czichos beim Training des 1.FC Köln.
Rafael Czichos (links) stellt sich nach der Fan-Beleidigung hinter seinen Kumpel Dominick Drexler (rechts). © IMAGO/Herbert Bucco

Wenige Tage nach dem Eklat um Dominick Drexler, bekommt dieser erneut Rückhalt aus der Mannschaft. Rafael Czichos spricht über ein „besonderes“ Wochenende.

Köln – Der 1. FC Köln hat ein äußerst emotionales Wochenende hinter sich. Nachdem die Fan-Beleidigung von Dominick Drexler Hohe Wellen schlug, rafften sich die Geißböcke zusammen und holten den überraschen Derby-Sieg gegen Mönchengladbach. Wenige Tage später äußert sich nun Rafael Czichos im FC-Podcast detailliert zu dem ereignisreichen Wochenende und den kommenden Gegner Eintracht Frankfurt.

1. FC Köln: Rafael Czichos zeigt betroffen von Fan-Diskussion und stellt sich hinter Kumpel Drexle

Laut Czichos ging die Diskussion über die Fan-Beleidigung von Drexler nicht nur im Netz heiß her, sondern war auch ein großes Thema beim FC selbst: „Das hat jeden beschäftigt, es war auch am Samstag noch ein sehr großes Thema innerhalb der Mannschaft“. Vor allem aber fühlte sich der FC-Verteidiger auch persönlich von der Debatte betroffen: „So etwas lässt einen nicht kalt. Wenn man dargestellt wird, als wäre man ein Söldner, den nicht berührt, was die Fans auf die Beine gestellt haben, ist das nicht schön – weil es auch nicht so ist“, sagt Czichos und meint, dass es jedem in der Mannschaft so ginge und meint: „Wir sind da ins falsche Licht gerückt worden, auch Dome.“ Nun hoffe er, dass das Thema schnell ein Ende findet.

Im Anschluss positionierte sich der 30-Jährige aber nochmals deutlich und verteidige Drexler: „Ich weiß, dass er es nicht so gemeint hat, wie es rübergekommen ist. Die Situation ist maximal schlecht gelaufen“. Die Mannschaft habe sich ja auch dafür entschuldigt und meine das „maximal ernst“. Dennoch zeigt er Verständnis für den Ärger der FC-Fans: „Wenn sich die Jungs dahinstellen, Geld ausgeben, um uns zu motivieren, ist das für jeden ein Schlag ins Gesicht. Aber niemand wollte sie in ein schlechtes Licht rücken.“

Czichos betonte auch, wie sehr sein Teamkollege und Kumpel Dominick Drexler darunter gelitten habe: „Ich kenne Dome seit 2012 und habe ihn noch sie so gesehen wie in diesen Stunden um das Spiel. Er war niedergeschlagen und enttäuscht von sich selbst. Ich weiß, dass das sehr an ihm nagt“. Laut dem Abwehrmann war es „nie seine Intention irgendjemand zu verletzen“. Dennoch sieht auch Czichos seinen Freund nun in der Pflicht: „Er weiß, worauf es jetzt ankommt, was die Fans sehen wollen. Er hat alles dafür gemacht, dass wir Erfolg haben und das wird er auch in Zukunft tun.“

1. FC Köln: Rafael Czichos über kuriosen Eckfahnen-Jubel und kommenden Gegner Eintracht Frankfurt

Nach dem ganzen Trubel um Drexler hebt Rafael Czichos dann den Derby-Sieg besonders hervor: „Das war schon mit der emotionalste Sieg, den ich beim FC erlebt habe. Man merkt ja, was so ein Derby für die Fans bedeutet – aber auch, was es für uns Spieler bedeutet.“

Um den Triumph gebührend zu feiern sind die Spieler des 1. FC Köln dann auf einer äußerst kreative Idee mit der Eckfahne gekommen. Czichos klärt auf was der Hintergrund der Aktion war: „Ich habe schon eine Woche vor dem Spiel darüber nachgedacht – eigentlich sogar schon, als Thuram es bei uns im Stadion gemacht hat und mir gedacht: das versuchen wir die auf jeden Fall heimzuzahlen. Genau in dem Moment habe ich gemerkt, dass auch fünf, sechs andere Spieler das nicht vergessen hatten. So hat sich das entwickelt, dass wir alle die gleiche Idee in dem Moment hatten. Das war nicht abgesprochen.“

Der FC holt den Sieg gegen Gladbach und jubelt mit der Eckfahne.
Der 1. FC Köln feiert nach Abpfiff den Derby-Sieg mit der Eckfahne. Das Trikot des Doppeltorschützen Rexhbecaj hängt dabei oben auf. © IMAGO/Mika Volkmann

Dass die Situation vor dem Bundesliga-Spiel in Gladbach eine ganz besondere war, zeigte auch eine Ansprache von FC-Trainer Markus Gisdol. „Wir wussten, dass wir uns straffen müssen, um den das Pokal-Aus vergessen zu machen. Dann haben die Vorfälle am Freitagabend dazu beigetragen, dass es für uns Spieler noch mal ein Tick besonderer war. Wir wussten, dass wir zeigen mussten, dass wir für diesen Verein kämpfen und als Mannschaft funktionieren. Der Trainer hat das in seiner Ansprache gut auf den Punkt gebracht“, sagt Czichos.

Und diese Rede von Gisdol habe dann laut dem FC-Verteidiger auch deutlich gewirkt: „Ich kann sagen, dass die Stimmung vor dem Spiel noch nie so erhitzt, angespannt und einheitlich war. Das war anders dieses Mal innerhalb der Mannschaft. Man hat gespürt, dass an dem Tag etwas Besonderes möglich ist.“

Zum Abschluss gab Czichos noch Einblicke in die Vorbereitung auf Eintracht Frankfurt. Gegen den Viertplatzierten geh es vor allem darum den Teamgeist aus Gladbach mitzunehmen, wenn man Erfolg haben will. Respektvoll spricht der 30-Jährige über die Stärken des kommenden Gegners: „Wir müssen brutal verteidigen, Frankfurt hat einen Lauf. Da kommt auch noch ein Jovic von der Bank. Das ist eine Qualität, die nicht viele Mannschaften in der Bundesliga haben“. Nichtsdestotrotz gibt er sich äußerst positiv in Hinblick auf die Begegnung: „Auswärts agieren wir diese Saison relativ gut, vor allem gegen die Top-Teams. Daher bin ich guten Mutes“, sagt Rafael Czichos abschließend. (os)

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