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1. FC Köln gegen Borussia Dortmund: Mit dem Rücken zur Wand zur erneuten Sensation?

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Von: Oliver Schmitz

Ellyes Skhiri vom 1.FC Koeln im Zweikampf mit einem Dortmund-Spieler
Ellyes Skhiri war beim Hinspiel in Dortmund mit zwei Toren der überragende Mann auf dem Platz. © IMAGO/Poolfoto

Für den 1. FC Köln steht gegen Borussia Dortmund eine überaus wichtige Bundesliga-Partie bevor. Trotz vieler Probleme scheinen die Geißböcke dabei aber nicht chancenlos.

Köln – Es war eine mehr als turbulente Woche beim 1. FC Köln. Nach der Niederlage gegen Union Berlin gibt es nicht nur eine große Diskussion um die Zukunft von Trainer Markus Gisdol, sondern die Vorbereitung wurde ungünstigerweise auch noch von einem positiven Corona-Fall gestört. Dabei steht gegen den BVB eine womöglich richtungsweisende Partie für die Restsaison der Kölner an. Denn die anschließende Länderspielpause dürfte wohl die letzte Möglichkeit sein, in dieser Saison noch größere Impulse und Mannschaftsentwicklungen im Kampf um den Klassenerhalt vorzunehmen beziehungsweise umzusetzen. Die Lage am Geißbockheim dürfte nun dementsprechend angespannt sein.

1. FC Köln: Abwehrprobleme sorgen für Sorgenfalten – „Neue“ Offensivoptionen lassen hoffen

Es gibt wirkliche einige Baustellen im Spiel des FC, doch zuletzt taten sich neben der allseits bekannten Offensivschwäche auch wieder vermehrt Probleme in der Defensive auf. Dabei häuften sich gravierende Einzelfehler, welche dann wiederum oft zu Gegentoren führten. Für die Geißböcke ging es in der Trainingswoche also wohl vor allem darum diese Probleme möglichst in den Griff zu kriegen.

Nichtsdestotrotz muss natürlich auch beim Angriffsspiel weiterhin nach einer Lösung gesucht werden. Dabei machten wohl vor allem die großen Fortschritte der beiden Langzeitverletzten Florian Kainz und Sebastian Andersson durchaus Mut. Beides sind Stürmer und im fitten Zustand potenzielle Stammspieler. Markus Gisdol wollte auf der Spieltags-PK nicht ausschließen, das zumindest einer von beiden vielleicht sogar im Kader gegen den BVB stehen könnte. So oder so wären die beiden aber wohl noch keine verlässliche Hilfe, weshalb auch Emmanuel Dennis – trotz der zuletzt scharfen Kritik – wohl wieder eine Option für die Startelf wäre.

Viel spannender wäre aber eine weitere, bisher ungenutzte Variante: Marvin Obuz. Der Youngster ist bereits seit Anfang des Jahres im Profi-Kader des 1. FC Köln, wartet aber immer noch auf seine ersten Bundesliga-Minuten. Spätestens jetzt wäre er aber endlich eine durchaus gute Option, vielleicht sogar für die erste Elf. Denn der Linksaußen glänzte in den vergangenen Wochen bereits in der zweiten Mannschaft der Kölner mit einem Tor nach dem anderen. Auch Markus Gisdol hält das wohl nicht für ausgeschlossen. „Marvin Obuz ist einer von den Jungen, der als nächstes dran ist“, sagte der FC-Trainer und ergänzte: „es ist eine Frage der Zeit, wann er seine Spielminuten in der Bundesliga bekommt“. Also warum nicht jetzt? So gab beim Hinspielerfolg gegen den BVB mit Sava-Arangel Cestic bereits ein anderes Talent sein Debüt und zeigte direkt, dass sich sowas durchaus auszahlen kann.

Borussia Dortmund: Großes Potential, aber auch große Schwankungen

Die Bundesliga-Saison von Borussia Dortmund läuft für die eigenen Ansprüche eher durchwachsen. So schwankt das von den BVB-Profis dargebotene Spiel oft zwischen Genie und Wahnsinn. Wenn sie gut drauf sind, sind sie eines der besten Teams in Europa, doch zu oft gibt es auch verhältnismäßig krasse Einbrüche. Auffällig ist dabei, dass die Ergebnisse auch sehr oft an den individuellen Leistungen der beiden Ausnahmetalenten Erling Haaland und Jadon Sancho hängen. Das kongeniale Duo kann ein Spiel alleine entscheiden, doch sind sie mal nicht in Form kommt der BVB oft ins Wanken.

Doch gerade in der Champions League zeigen die Dortmunder sehr gut was für ein Potential sie haben. In der Gruppenphase kassierten sie nur eine einzige Niederlage und stehen nun wieder im Viertelfinale des wichtigsten europäischen Turniers auf Vereinsebene. Dennoch ist gegen den FC vor allem der Alltag der Bundesliga das was zählt und der heißt zurzeit Tabellenplatz Fünf. Somit kämpft der BVB also um den erneuten Einzug in die Champions League. Gegen die Kölner droht dabei neben Axel Witsel auch Kapitän Marco Reus der Ausfall. Zwar wäre das ein herber Rückschlag, aber dennoch sind die Dortmunder immer brandgefährlich.

1. FC Köln gegen BVB: Hinspiel macht Mut – Abwehrstärke muss zurückerlangt werden

Die Lage vor dem Heimspiel im RheinEnergie-Stadion ist ziemlich klar: beim FC brennt der Baum an allen Ecken und Enden. Es gibt also tatsächlich viele Parallelen zur Situation vor dem Hinspiel vergangenen November. Tatsächlich war die Ausgangslage damals sogar noch schlechter. Zwar ist Dortmund diesmal natürlich gewarnt, jedoch können die FC-Profis daraus dennoch Mut schöpfen. Und das müssen sie auch, denn die aktuelle Tabellensituation erlaubt auch nicht mehr viele Patzer, sonst droht ernsthaft ein erneuter Abstieg und gerade für Markus Gisdol wäre die Zeit beim FC dann wohl zeitnah auch endgültig vorbei.

Aber trotz der schlechten Ergebnisse, gab es in den letzten Wochen durchaus auch gute Entwicklungen, auf die sich der FC noch stützen kann. Vor allem im Spielaufbau, konkret im Mittelfeld, machte man größere Fortschritte. Wie zuvor erwähnt geht es gegen den BVB vor allem darum zur alter Abwehrstärke zu gelangen, was auch Markus Gisdol am Donnerstag deutlich anmerkte. Gelingt das, dann wären wohl auch gegen Dortmund wieder Punkte drin. Kommt also mehr Stabilität in die Defensive, ist der FC nicht chancenlos. Immerhin hat man in dieser Saison bereits gezeigt, wie es gehen kann. (os)

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