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1. FC Köln nach BVB-Partie: Mannschaft steht hinter Gisdol, doch Abstieg rückt näher

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Von: Oliver Schmitz

Kölns Trainer Markus Gisdol gibt ein Interview vor dem Spiel.
FC-Trainer Markus Gisdol dürfte vor allem das Auftreten seiner Mannschaft wohl den Job gerettet haben. © picture alliance/dpa/dpa-Pool | Marius Becker

Nach dem Punkterfolg gegen Borussia Dortmund wird Markus Gisdol wohl weiter Trainer des 1. FC Köln bleiben. Doch die Tabellensituation hat sich sogar verschlechtert.

Köln – Die Lage beim 1. FC Köln wird wahrlich nicht leichter. Eine ganze Woche schien man sich im Umfeld der Geißböcke auf eine wahrscheinlichen Abschied von Trainer Markus Gisdol vorzubereiten und dann kam doch alles anders. Nicht nur gelang mit dem Unentschieden gegen Borussia Dortmund ein verhältnismäßig gutes Ergebnis, sondern viel wichtiger hat sich die Leistung der Spieler deutlich gesteigert. Dass führt nun dazu, dass man beim FC in einer echten Zwickmühle steckt.

1. FC Köln kann doch noch Offensive – Mannschaft stellt sich mit Leistung deutlich hinter Trainer Gisdol

Die Mannschaft des 1. FC Köln hat gegen den BVB wahrlich gezeigt, dass sie hinter ihrem Trainer steht. Denn nach einem frühen Gegentreffer kämpften sich die Geißböcke sehr zielstrebig zurück ins Spiel und gaben wirklich alles. So spielt wohl kein Team, dass unzufrieden mit seinem Trainer ist oder diesen gar loswerden will. Ganz im Gegenteil schien die angespannte Lage um Gisdol eher eine Extramotivation gegeben zu haben. Insgesamt bewiesen die Profis genau das, was der FC-Trainer zuvor von ihnen gefordert hatte: Einsatzwillen und Durchhaltevermögen. Genau das zeigten sie deutlich und konnten trotz des missglückten Starts das Spiel sogar zwischenzeitlich drehen.

Dabei überzeugte der FC vor allem ab der zweiten Halbzeit überraschenderweise mit einem mutigen Offensivspiel. Etwas was nicht nur in den letzten Wochen meist ganz fehlte, sondern das größte Problem in dieser ganzen Saison ist. Doch jetzt gegen Dortmund bewiesen die Geißböcke, dass sie das Angriffsspiel doch noch beherrschen – wenn sie denn wollen. Dafür belohnte man sich schließlich auch selbst mit dem sehenswerten Treffer zum 2:1 durch Ismail Jakobs. Umso bitterer war der Last-Minute-Ausgleich des BVB, der aber mehr auf einer äußerst guten Aktion der Dortmunder, als auf Fehler der Kölner zurückzuführen ist. Gegen ein Team wie den BVB war das im Endeffekt natürlich dennoch ein gutes Ergebnis.

Es hat sich also gezeigt, dass Markus Gisdol seine Mannschaft letztlich erreichen konnte und mehr noch, dass die Spieler sicherlich nicht gegen, sondern eher für ihren Trainer gespielt haben. Nichtsdestotrotz war natürlich nicht alles perfekt. Denn während man beim Treffer zum 2:2 durch Ausnahmetalent Erling Haaland wenig machen konnte, sah das beim frühen 0:1 ganz anders aus. Wie zuletzt oft, war dieser Gegentreffer vor allem auf einen individuellen Fehler (in dem Fall Jorge Meré) zurückzuführen. Baustellen gibt es also weiterhin.

Markus Gisdol bleibt FC-Trainer – Mammutaufgabe Klassenerhalt steht bevor

Nun stellt sich die Frage, was besonders ein Sportchef Horst Heldt mit so einer Situation nun anfängt. Denn einerseits gab es eine deutliche Steigerung der Leistung der FC-Profis sowie einen Punkt gegen ein Top-Team, andererseits aber eben nur das und nicht mehr. Kein Sieg, kein dringend benötigter Dreier. Und das hat vor allem tabellarisch Konsequenzen. Denn abgesehen von Arminia Bielefeld, hat die Kölner Konkurrenz am Wochenende alles andere als gepatzt.

Sowohl Mainz 05 als auch Hertha BSC gelang das, was dem FC verwehrt blieb: sie gewannen ihre Spiele gegen bessere Teams. In Folge der vorherigen Niederlagenserie verschlechterte sich die Tabellensituation der Kölner somit drastisch. Trotz Unentschieden rutschte man vom 14. auf den 16. und somit Relegationsplatz ab.

Nichtsdestotrotz scheint die Trainer-Diskussion für diese Saison nun vorerst beendet – zumindest intern. Denn neben dem auf dem Papier guten Ergebnis sah man eben eine deutliche Kurve nach oben. Eine Entlassung von Gisdol würde wohl jetzt noch mehr Chaos reinbringen. Einzig eine katastrophale Partie gegen den VfL Wolfsburg könnte an dieser Entscheidung nochmal rütteln. Ob das letztlich die richtige Wahl sein wird, ist aktuell absolut nicht absehbar.

Schafft es der FC zum Saisonendspurt eben sein Potential – wie jetzt gegen den BVB – endlich konstant abzurufen, dann dürfte der Klassenerhalt definitiv gelingen. Doch auch vorher gab es ja immer wieder Einbrüche und vielleicht hätte ein neuer Impuls der Mannschaft doch noch gutgetan.

Letztlich bleibt das alles Spekulation. Es zeigt aber die zwiegespaltene Situation am Geißbockheim. Vieles spricht gegen, aber auch Einiges auch deutlich für Markus Gisdol. Nun wird sich zeigen, ob sich das Vertrauen der FC-Bosse letztendlich doch noch auszahlen wird. Es scheint auf jeden Fall so, dass die Mannschaft dafür alles tun wird. (os)

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