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1. FC Köln: Schwäbe kritisiert Torlinien-Regel – „keine Relation“ zum Schützen

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Von: Robin Josten

Marvin Schwäbe bei einem Elfmeter von Unions Jordan.
FC-Keeper Marvin Schwäbe pariert einen Elfmeter von Union-Stürmer Jordan Siebatcheu. © Sebastian Räppold/Matthias Koch / IMAGO

Zur Saison 22/23 wurde die Torlinien-Regel für Torhüter bei Elfmetern verschärft – Für Marvin Schwäbe ein großer Nachteil im Duell mit dem Schützen.

Köln – Vor einigen Jahren wurde im Fußball die Torlinien-Regel bei Elfmetern eingeführt. Sie besagt, dass Torhüter mit einem Fuß so lange auf oder hinter der Torlinie bleiben müssen, bis der Schütze den Strafstoß ausgeführt hat. Zur laufenden Saison 2022/23 hat der DFB diese Regel weiter verschärft, sodass es keinen Toleranzbereich mehr für die Keeper gibt. Steht der Torhüter auch nur Millimeter vor der Torlinie und der Schütze verschießt, wird der Elfmeter wiederholt. Die Regelanpassung macht das Parieren eines Strafstoßes für Torhüter erheblich schwieriger.

Marvin Schwäbe, Torhüter des 1. FC Köln, bewies in dieser Saison bereits, dass Torhüter nicht gänzlich ohne Chance sind. Bei der 0:2-Heimniederlage gegen Union Berlin im RheinEnergie-Stadion hielt er einen Elfmeter von Jordan Siebatcheu.

Das muss der Torhüter beim Elfmeter beachten

- Der Torhüter muss mit Blick zum Schützen auf der Torlinie zwischen den Torpfosten bleiben, ohne einen Torpfosten, die Querlatte oder das Tornetz zu berühren, bis der Ball mit dem Fuß gespielt wurde.

- Bei der Ausführung des Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil eines Fußes auf, über oder hinter der Torlinie befinden.

1. FC Köln: Schwäbe sieht „keine Relation“ zum Schützen

Marvin Schwäbe begegnet dieser Regel-Anpassung mit Unverständnis: „Uns wird das Halten eines Elfmeters erschwert, da wir den Schritt vor die Linie nicht mehr machen dürfen. Gleichzeitig darf der Schütze weiterhin verzögern und kann so versuchen, den Torhüter auszuwackeln.“ Er betont, dass dies in „keiner Relation“ stehe. Der FC-Keeper stellt sich daher meist ein bis zwei Schritte hinter die Torlinie, damit er unter keinen Umständen einen gehaltenen Elfmeter nochmal parieren muss.

Bundesligasaison 2022/23: Mehr verschossene Elfmeter als in der Vorsaison

In der laufenden Bundesligasaison scheint diese Regel-Verschärfung aber eher die Schützen zu beeinflussen. Vor dem 11. Spieltag führten gerade einmal 21 von 30 Elfmetern zum Torerfolg. Das entspricht einer Quote von 70 Prozent. In der vergangenen Saison wurden 70 von 84 Elfmetern verwandelt (Quote: 83 %). Jetzt könnte man davon ausgehen, dass die Schützen in dieser Saison reihenweise daneben geschossen haben.

Doch auch hier spricht die Statistik für die Torhüter: Von neun Elfmetern, die nicht im Tor eingeschlagen sind, konnten die Keeper sieben parieren. Nur zwei Elfmeter gingen über oder neben das Tor. Wie sich die Elfmeter-Quote in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt, wird spannend zu beobachten sein. (rj) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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