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Ex-FC-Trainer Christoph Daum hat Krebs – „bin ein Kämpfer“

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Von: Mick Oberbusch

Christoph Daum, langjähriger Trainer des 1. FC Köln, ist an Krebs erkrankt. Das gab der 68-Jährige am 21. Oktober via Instagram bekannt.

Köln – Ob man ihn als Trainer mochte (wie Fans des 1. FC Köln, Bayer Leverkusen oder des VfB Stuttgart) oder verteufelte (wie Fans des FC Bayern München) – es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass der ehemalige Bundesliga-Meistercoach Christoph Daum zu den schillerndsten und polarisierendsten Trainern der deutschen Fußballgeschichte gehört. Nun hat sich der Coach, der sowohl von 1986 bis 1990 als auch von 2006 bis 2009 beim 1. FC Köln an der Seitenlinie stand, jedoch mit einer traurigen Nachricht auf Instagram an seine Fans gewandt: Er habe im Rahmen einer Routine-Untersuchung eine Krebsdiagnose erhalten, schreibt er am 21. Oktober.

Christoph Daum
geboren24. Oktober 1953 in Zwickau
EhepartnerinAngelica Camm-Daum (verh. 2007)
KinderMarcel Daum
Trainerstationenu.a. 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Bayer 04 Leverkusen, Fenerbahce Istanbul, rumänische Nationalmannschaft

Christoph Daum hat Krebs – Ex-Trainer des 1. FC Köln zog sich aus der Öffentlichkeit zurück

Daum, in den Achtziger- und frühen Neunziger-Jahren zweimal Vizemeister mit dem 1. FC Köln, schreibt: „Leider musste ich mich in den letzten Monaten aus der Öffentlichkeit zurückziehen, da ich im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung eine Krebsdiagnose erhalten habe.“ Allerdings macht er auch gleich Mut und Hoffnung: „Seitdem befinde ich mich bei Prof. Dr. Jürgen Wolf und dem Team des CIO Köln in den besten Händen und bin froh, dass die Behandlung bei mir sehr gut anschlägt!“

Christoph Daum in FC-Montur an der Seitenlinie
Christoph Daum, hier ein Bild als FC-Trainer aus dem Jahr 2009, ist an Krebs erkrankt. © Peter Steffen/dpa

1. FC Köln: Krebsdiagnose für Christoph Daum – „Will den Kampf mit vollem Elan angehen“

Christoph Daum – Als die Kokain-Affäre sein Leben veränderte

Den meisten Fans in Fußball-Deutschland ist Christoph Daum sicher noch aufgrund seiner Kokain-Affäre aus dem Jahr 2000 bekannt. Damals stand der amtierende Cheftrainer von Bayer 04 Leverkusen kurz vor dem Aufstieg zum deutschen Bundestrainer – bis ein gewisser Uli Hoeneß in einem Interview mit der Münchener Abendzeitung (Oktober 2000) das Zitat „Der DFB kann doch keine Aktion ‚Keine Macht den Drogen‘ starten und Herr Daum hat vielleicht damit etwas zu tun“ abgab.

Daum reichte eine Verleumdungsklage gegen Hoeneß ein und beteuerte öffentlich seine Unschuld, sah sich aufgrund wachsendem, medialen Druck jedoch kurz darauf dazu veranlasst, eine Haarprobe bei der Gerichtsmedizin abzugeben. Er verkündete dies auf einer Pressekonferenz und äußerte den legendären Satz: „Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe.“

Die Haarprobe entlarvte Daum jedoch als Lügner und wies ihm Kokainkonsum nach. Anschließend wurde Daum als Vereinstrainer fristlos entlassen, außerdem sein ab 1. Juni 2001 laufender Vertrag als Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft vom DFB aufgelöst. Der Trainer verließ daraufhin Deutschland in Richtung Florida, kehrte nach zweieinhalb Monaten zurück und räumte den Kokainkonsum im Januar 2001 auf einer Pressekonferenz in Köln auch öffentlich ein.

Daum, neben seiner taktischen Expertise als Coach auch immer wieder für seine emotionalen Ausbrüche bekannt, will den Kampf gegen den Krebs allerdings mit vollem Elan angehen. „Ihr kennt mich: Ich bin ein Kämpfer und werde auch diese Herausforderung optimistisch und mit all meiner Kraft angehen. Deshalb bitte ich zu respektieren, dass ich jetzt Privatsphäre brauche, um so schnell wie möglich wieder gesund zu werden.“ Zudem hat er noch einen sinnvollen Rat für seine Follower übrig: „Ich kann euch allen nur raten: Geht rechtzeitig zur Krebsvorsorge!“

Christoph Daum spielt Papst und küsst Baby
Da grinst selbst der Vater vor Stolz: Christoph Daum war sich als Trainer des 1. FC Köln für keine Inszenierung zu schade. © Chai v.d. Laage/Imago

Daum, bei den FC-Fans zeitweise derart beliebt, dass ihn einige sogar ihr Baby küssen ließen, gehört zu den prägendsten Trainer-Persönlichkeiten in der Historie des 1. FC Köln. Auch, wenn ihm der große Wurf mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft in Köln leider nie vergönnt war. In Erinnerung geblieben ist der 68-Jährige in der Domstadt jedoch definitiv bis heute. Ebenso in Stuttgart, wo er mit dem VfB Stuttgart 1992 Deutscher Meister wurde, wie tz.de berichtet.

Krebsdiagnose bei Christoph Daum: Ehemaliger Spieler des 1. FC Köln wünscht Gute Besserung

Unter dem Instagram-Post wünscht ihm sein ehemaliger Arbeitgeber Bayer 04 Leverkusen „viel Kraft“, Thomas „Icke“ Hässler, Ex-FC-Profi unter Daum und Weltmeister von 1990, schreibt: „Gute Besserung Coach! Du schaffst es“. Der 1. FC Köln, den Daum bei seiner zweiten Amtszeit als „Herzensangelegenheit“ bezeichnete, äußerte sich am Nachmittag ebenfalls unter seinem Instagram-Post. „Der gesamte 1. FC Köln wünscht viel Kraft und weiterhin eine erfolgreiche Behandlung! Wir kennen dich als Optimist, der jede noch so schwere Aufgabe positiv und mutig angegangen ist. Werde schnell wieder fit, Trainer!“ Dem dürften sich die Fans der Geißböcke nur anschließen. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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