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Geisterspiele in der Bundesliga? Das bedeuten leere Ränge für den 1. FC Köln

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Von: Max Dworak

Alexander Wehrle mit Corona-Maske im RheinEnergie-Stadion.
Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, äußerte sich zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. © Jan Huebner/Imago

Angesichts der verschärften Corona-Lage in Deutschland fordern einzelne Politiker erneut Fußball-Spiele ohne Zuschauer. Für den 1. FC Köln wäre dies fatal.

Köln – Der Winter ist da, die Ansteckungsgefahr steigt. Wer dachte, das Coronavirus hätte sich so langsam verabschiedet, wird in diesen Tagen eines Besseren belehrt. Im Freistaat Bayern, wo die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 618,2 liegt (Stand: 30.11.2021; RKI) kündigte Ministerpräsident Markus Söder bereits ein Zuschauerverbot an: „Die hohe Mobilität bei der An- und Abreise ist aktuell nicht verantwortbar. Der Fußball hat eine große Vorbildfunktion. Wir müssen jetzt überall Kontakte reduzieren.“ Bedeutet im Umkehrschluss: Rekordmeister FC Bayern München wird künftig wohl wieder in einem stummen Stadion kicken. Der 1. FC Köln hofft indes, dass ihm dieses Schicksal erspart bleibt.

1. FC Köln: Steffen Baumgart nimmt Profi-Fußballer aus der Schusslinie

„Ich finde, dass die Themen einfach zu wichtig sind, um sie auf dem Rücken der Fußballer auszutragen. Wenn 35.000 Pflegekräfte in zwei Jahren verschwinden, dann liegt das nicht an den Fußballern, sondern ganz klar an den fehlenden Konzepten“, entgegnete Trainer Steffen Baumgart angesichts der Pläne von Markus Söder. Bereits vor einigen Wochen waren sich die zwei uneinig, als es um das Thema „Impfpflicht für Profi-Fußballer“ ging.

Das RheinEnergie-Stadion empfing zum Derby gegen Borussia Mönchengladbach 50.000 Zuschauer. Aufgrund der zugespitzten Lage jedoch ein Szenario, was schnell wieder der Vergangenheit angehören könnte. Um weiter Fans in den Kölner Fußball-Tempel lassen zu können, verschärfte der Verein die Hygiene-Maßnahmen: Künftig soll jeder, der sich nicht an die Maskenpflicht hält, des Stadions verwiesen werden dürfen. Die Stadt Köln unterrichtete den Verein bereits kurz vor dem Gladbach-Spiel, dass das Tragen des Mundschutzes nun auch am Platz gelte.

Alexander Wehrle: „Jedes einzelne Geisterspiel bedeutet 1,8 Millionen Euro Verlust“

Seit dem zweiten Heimspiel der Saison setzt der 1. FC Köln auf das 2G-Konzept. Eine Sicherheitsvorkehrung, die schon früh verdeutlichte, wie ernst der Bundesligist die Pandemie nimmt. Wenn es nach Geschäftsführer Alexander Wehrle geht, hätte man bundesweit viel früher bei Veranstaltungen jeglicher Art nach dieser Formel verfahren sollen: „Wir haben uns im August für 2G entschieden und das auch durchgezogen. [...] Ich hätte mir von der Politik im August schon flächendeckend 2G gewünscht. Dann würden wir heute vielleicht eine andere Diskussion führen.“

Das bedeutet 2G

Der 1. FC Köln lässt bei seinen Heimspielen grundsätzlich nur noch Genesene und Geimpfte ins RheinEnergie-Stadion. Eine Ausnahme gibt es lediglich für Kinder und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können – allerdings ist diese Personengruppe nur zu einem sehr geringen Anteil im Stadion erlaubt.

Das bedeutet 2G-Plus

2G-Plus ist im Grunde eine intensivierte Form von 2G. Es reicht also nicht mehr aus, genesen oder geimpft zu sein, sondern Stadionbesucher müssten nach dieser Regelung zusätzlich einen negativen Corona-Test vorzeigen. Ein Schnelltest darf dabei nicht älter als 24 Stunden und ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden sein.

Geisterspiele passen dem Funktionär des finanziell stark angeschlagenen Vereins – verständlicherweise – so gar nicht in den Kram: „Jedes einzelne Geisterspiel bedeutet 1,8 Millionen Euro Verlust für den 1. FC Köln. [...] Trotzdem muss die Stabilität des Gesundheitssystems über allem stehen. Da wird auch der Fußball einen Schritt zurückgehen müssen. Dennoch sage ich immer: Lasst uns die Maßnahmen bitte an den Fakten orientieren. Bundesligaspiele als Großveranstaltungen sind nicht die Hotspots.“

Der 1. FC Köln hofft darauf, dass mithilfe von 2G-plus-Konzepten auch weiterhin Stadionbesuche möglich sind: „Ich plädiere schon dafür, dass man in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, wo die Hospitalisierungsrate geringer ist, erst über Maskenpflicht am Platz und eventuell auch über 2G-plus nachdenkt, bevor man über Geisterspiele spricht“, sagte Alexander Wehrle zur derzeitigen Situation. Nordrhein-Westfalen weist übrigens laut RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 285,9 auf (Stand: 30.11.21). Letztlich sind dem Bundesligisten jedoch die Hände gebunden, wenn die Politik sich anders entscheidet. Am Mittwoch soll das NRW-Landeskabinett zusammenkommen und über mögliche Corona-Verschärfungen sprechen. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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