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Kult-Büdchen-Besitzer: 1. FC Köln benötigt „mehr Struktur, weniger Klüngel“

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Von: Simon Ommer

Besitzer Henrik Schumacher steht vor seinem Kiosk.
Henrik Schumacher ist der neue Besitzer des Kult-Büdchens „der Junker“. © Simon Ommer/24RHEIN

Jeder FC-Anhänger, der vor den Heimspielen über den Kölner Weg zum RheinEnergie-Stadion pilgert, kennt das Büdchen „Der Junker“. Wir haben mit dem neuen Besitzer gesprochen.

Köln – Lange hat er den Schlüssel für sein Büdchen noch nicht. Erst vor etwa zwei Wochen hat Henrik Schumacher zusammen mit Tobias Koschel das Büdchen „Der Junker“ in Köln-Junkersdorf wiedereröffnet. Dennoch kennt er den Laden, den er vor der Pleite gerettet hat, schon lange: „Ich wohne hier um die Ecke und der Kiosk ist eine Institution, die es schon seit 1936 gibt. Deshalb musste der Laden unbedingt erhalten bleiben. Auch meine Kinder sind hier schon vor Jahren hingerannt und haben sich Süßigkeiten gekauft. Der Junker gehört einfach zu Junkersdorf.“

Kiosk Büdchen „Der Junker“
Adresse:Kölner Weg, 50858 Köln
Sortiment:Kölsch (Gaffel), Softdrinks, Gummibärchen, Chips & Co.

1. FC Köln: Am Junker „beginnt für viele ein emotionaler Spieltag“

Elementar wichtig sei für den Kiosk in jedem Fall der 1. FC Köln, denn vor den Heimspielen des Vereins ist er ein wichtiger Treffpunkt für viele Fans. Hier wird nicht nur über die Aufstellung, Tabellensituation oder den Gegner diskutiert, sondern auch das eine oder andere Kaltgetränk konsumiert. „Im Junker beginnt für viele Anhänger ein emotionaler Spieltag“, erzählt Schumacher. Er weiß, wovon er spricht. Der Büdchen-Besitzer ist selbst leidenschaftlicher Unterstützer der Geißböcke.

So war das erste Heimspiel der Saison 2021/22, der 3:1-Sieg gegen Hertha BSC, nicht nur das erste Spiel nach der coronabedingten Geisterkulisse, sondern auch die erste Partie für Schumacher als Kiosk-Besitzer. „Das erste Spiel mit Zuschauern war etwas ganz Besonderes. Ich habe gemerkt, dass die Leute total heiß darauf waren, wieder ins Stadion zu gehen oder einfach nur hier zu stehen und über Fußball zu diskutieren. Die Stimmung war super“, berichtet er freudestrahlend.

Der Kiosk „der Junker“ in der Seitenansicht.
„Der Junker“ ist bei vielen Fans des 1. FC Köln ein beliebter Kiosk vor und nach Heimspielen. © Simon Ommer/24RHEIN

FC-Kiosk „Der Junker“: Fehlende Einnahmen durch Corona

Diese Erlebnisse kamen im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie zu kurz – keine Zuschauer im Stadion, keine Treffen vor den Spielen am „Junker“. „Das war vermutlich auch der Grund, warum der Vorbesitzer den Laden verkauft hat. Insofern waren die Spiele ohne Zuschauer für den Kiosk eigentlich tödlich. Ich bin sehr froh, dass jetzt wieder Fans zugelassen sind“, sagt Schumacher.

Der Wunsch, dass dies so bleibt, ist natürlich groß. Fehlen somit nur noch positive Resultate des Klubs. „Als FC-Fan muss man bekanntlich sehr leidensfähig sein. Ich hoffe, dass der Verein in den nächsten Jahren mal wieder oben mitspielen wird, das ist doch klar. Meiner Meinung nach gibt jedoch die Klubführung kein gutes Bild ab – vor allem im Hinblick auf den Mitgliederrat, der einfach zu viel Macht hat“, findet Schumacher. Und was benötigt der FC, um letztlich wieder mehr Erfolg zu haben? „Mehr Struktur, weniger Klüngel.“ (so) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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