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1. FC Köln zurück auf dem Boden der Tatsachen: Lehren aus dem DFB-Pokal-Aus

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Von: Oliver Schmitz

Nach einem echten Elfmeter-Krimi verliert der 1. FC Köln das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Jahn Regensburg. Das bedeutet die bittere Niederlage für die Bundesliga.

Köln – Trotz eines Traumstarts scheiterte der 1. FC Köln im Achtelfinale des DFB-Pokals an SSV Jahn Regensburg. Der Zweitligist besiegte die Kölner nach Elfmeterschießen mit 6:5. Ein Abseitstor und ein verschossener Elfer machen diese Niederlage noch bitterer. Damit erreicht der FC erneut nicht das Pokal-Viertelfinale und erhält somit auch nicht den dringend benötigten Geldsegen, der zum Beispiel die neusten Transfers hätte komplett refinanzieren können. Letztlich standen sich die Geißböcke dabei vor allem selbst im Weg.

1. FC Köln im DFB-Pokal: Offensiv weiter lebendig, defensiv erneut anfällig

Der 1. FC Köln begann dabei genau dort, wo man beim Bundesliga-Spiel gegen Arminia Bielefeld aufgehört hatte. Mit viel Spielfreude und Offensivdrang stand es nach nach 22. Minuten bereits 2:0. Gerade Neuzugang Emmanuel Dennis wurde diesmal seiner geplanten Rolle noch besser gerecht und belebte das Angriffsspiel der Kölner nochmal deutlich. Doch dann kam es scheinbar zu einem Knackpunkt. Außenspieler Marius Wolf musste verletzt vom Platz und wenig später gab es quasi aus dem Nichts den Anschlusstreffer der Regensburger. Zwar folgte prompt die Reaktion der Kölner, doch das Kopfballtor von Benno Schmitz wurde nach einer VAR-Entscheidung wegen Abseits zurückgenommen. Davon noch scheinbar benommen setzte es den 2:2-Ausgleich gegen den FC.

Bei der Abwesenheit von Abwehrchef Sebastiaan Bornauw geriet die Defensive des Effzeh kurzeitig also erneut ins Schwanken, wie zuletzt bei der 0:3-Niedelrage gegen die TSG Hoffenheim. Das ist sicherlich auch der ständigen Rotation in der FC-Abwehr geschuldet, bei der aufgrund regelmäßiger Verletzungen durchgewechselt werden muss. Selten spielen zwei Partien hintereinander dieselben drei Verteidiger. Aktuell bräuchte der FC aber mehr Konstanz um die Stabilität auf Dauer zurückgewinnen zu können. Bleibt zu hoffen, dass Bornauw schnell wieder zurückkehrt und sich sonst keiner mehr verletzt.

1. FC Köln gegen Jahn Regensburg: Es fehlt an Führungsspielern – ist Marius Wolf ein X-Faktor?

Der FC hatte also nach sehr gutem Start massiv nachgelassen und konnte in der zweiten Hälft entscheidende Tor-Chancen einfach nicht nutzen. Ein großes Problem dabei war der Fakt, dass nach dem Ausgleich kein Spieler des FC wirklich voran ging und seine Kollegen antrieb. Es scheint also, dass es den Kölnern in gewissen Situationen noch an Führungsspielern fehlt.

Das zeigte sich zum Beispiel am Handelfmeter, den mit Dennis ausgerechnet der Neuzugang und keiner der anderen Spieler übernahm. Auch beim Elfmeterschießen mussten schließlich zwei junge Verteidiger ran. Das zeigt schmerzlich, dass Spieler wie Sebastiaan Bornauw, Jonas Hector oder auch Marius Wolf in solchen Momenten doch fehlten. Gerade letzterer ging am Sonntag noch stark voran und war mit seinem Doppelpack maßgeblich am Sieg gegen Bielefeld beteiligt. Bleibt nun also zu hoffen, dass Wolf bald wieder fit ist.

Letztlich scheint das DFB-Pokal-Spiel den 1. FC Köln wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht zu haben. Nach der kurzzeitigen Euphorie, sollte spätestens jetzt klar sein, dass der Klassenerhalt kein Selbstläufer wird. Wenn der FC will, kann er viel. Doch dass muss er gerade in der Bundesliga jetzt wieder konsequenter abrufen, denn in den nächsten Wochen warten schwere Gegner. Am Samstag muss der FC gegen Borussia Mönchengladbach ran. (os)

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