Bittere Niederlage

Nach Elfmeter-Krimi: 1. FC Köln fliegt aus dem DFB-Pokal

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Enttäuschte Kölner Gesichter nach dem Aus im DFB-Pokal.
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Der 1. FC Köln hat das Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Jahn Regensburg verloren. Der Zweitligist behielt letztlich im Elfmeterschießen die Oberhand.

  • Der 1. FC Köln scheitert im DFB-Pokal-Achtelfinale an Jahn Regensburg
  • Der Zweitligist besiegt die Geißböcke im Elfmeterschießen und zieht zum ersten Mal ins Viertelfinale ein
  • Der FC konnte eine frühe Führung nicht nutzen – „Es ist sehr viel gegen uns gelaufen“, meint Timo Horn

Köln/Regensburg – Was ein bitterer Abend für den 1. FC Köln. Trotz einer frühen 2:0-Führung verlieren die Geißböcke das Achtelfinale des DFB-Pokals schließlich im Elfmeterschießen mit 5:6. Der SSV Jahn Regensburg krönt dabei seine Comeback-Qualitäten und zieht erstmals ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Wie schon in den ersten beiden Runden erwiesen sich die Regensburger in den K.o.-Duellen zwischen Schütze und Torwart als abgezocktere Mannschaft. Die Kölner von Trainer Markus Gisdol verpassten dagegen am Mittwochabend die Entscheidung schon in der regulären Spielzeit, als Emmanuel Dennis (78. Minute) mit einem Handelfmeter scheiterte.

1. FC Köln gegen Jahn Regensburg: Gisdol bleibt Bielefeld-Elf treu – Traumstart sorgt für schnelles 2:0

FC-Trainer Markus Gisdol vertraute zu Beginn der gleichen Startelf wie beim erfolgreichen Krisenduell gegen Arminia Bielefeld und wurde dafür belohnt. Der 1. FC Köln erwischte einen Traumstart und ging früh durch Ismail Jakobs (4. Minute) in Führung. Wenig später setzte Jakobs dann Neuzugang Emmanuel Dennis gut in Szene, so dass der 23-jähriger Mittelstürmer mit seinem Premierentreffer auf 2:0 erhöhte (22.).

Doch Jahn Regensburg gab nicht auf und blieb immer dran. Das Team von Trainer Mersad Selimbegovic kämpfte sich mit Leidenschaft zurück und übernahm die Kontrolle. Scott Kennedy nutzte ein Durcheinander im Kölner Strafraum zum Anschlusstreffer (35.). Unmittelbar vor dem Ausgleich jubelte der FC über das vermeintliche 3:1. Doch Benno Schmitz‘ Treffer (39.) zählte nach einem Hinweis aus dem Kölner Videokeller nicht – und während der Bundesligist noch haderte, behielt Jann George frei vor Timo Horn die Nerven und glich zum 2:2 aus (44.).

1. FC Köln gegen Jahn Regensburg: Ausgeglichene zweite Hälft – Dennis vergibt Handelfmeter

Gisdol wechselte zur zweiten Halbzeit Ex-Nationalspieler Max Meyer und Salih Özcan ein, um im Mittelfeld mehr Zugriff zu bekommen. Die erste Großchance hatte dennoch Regensburg: Benjamin Gimber (49.) scheiterte per Kopf an Horn. Köln hielt sich weiter zurück und lauerte auf Fehler, um die Tempovorteile in der Offensive auszuspielen. Bei eigenem Ballbesitz fiel Gisdols Team zu wenig ein, um die aufmerksamen Gastgeber zu überlisten. Doch Regensburg blieb konzentriert und leistete sich kaum noch einfache Fehler.

Özcan (63.) vergab die erste große Kölner Möglichkeit im zweiten Durchgang. Erst in der Schlussphase drängte Köln auf die Entscheidung. Regensburg lieferte dem Favoriten weiter einen großen Kampf. In der 78. Spielminute zeigte Schiedsrichter Robert Hartmann dann nach einem Kölner Schuss auf den Punkt, es gab Handelfmeter für Köln. Doch Neuzugang Dennis scheiterte mit seinem Versuch an Regensburg-Torwart Alexander Meyer, der die Hausherren weiter im Spiel hielt.

1. FC Köln gegen Jahn Regensburg Verlängerung bringt keine Tore – Zweitligist beweist Elfmeterexpertise

Es ging also in die Verlängerung. Doch trotz einem Hin und Her kam keines der beiden Teams noch zu zwingenden Chancen, die Kräfte schienen aufgebracht. Das Elfmeterschießen musste es also richten. Während die ersten Treffer alle im Tor landeten, konnten sowohl Timo Horn, als auch Alexander Meyer schließlich einen Schuss abwehren.

Beim letzten Kölner Versuch schoss dann aber Jannes Horn am Tor vorbei, so dass Max Besuschkow zum schließlich entscheidenden Schuss antrat. Denn der 23-Jährige verwandelte den fünften und letzten Elfer für den Underdog, für den es bereits das dritte Elfmeterschießen in dieser Pokalsaison war. Für Regensburg ist der Einzug ins Viertelfinale der größte Erfolg im DFB-Pokal. Für den FC geht die Misere dagegen weiter. Zuletzt hat Köln 2009/2010 die Runde der letzten Acht erreicht.

„Es ist sehr viel gegen uns gelaufen, das Elfmeterschießen war sinnbildlich für das ganze Spiel“, sagte FC-Keeper Timo Horn bei Sky: „Wenn man 2:0 führt, muss man den Anspruch haben, das über die Zeit zu nehmen.“ Im Regensburger Lager herrschte dagegen große Freude. „Es ist sehr schön, wir waren der Underdog, aber wir haben an uns geglaubt und nie aufgegeben“, sagte Scott Kennedy. (os mit dpa und SID)

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