VAR griff ein

Nach Aus des 1. FC Köln im DFB-Pokal: Verwirrung um aberkanntes Tor – „verstehe es bis heute nicht“

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Beim DFB-Pokal-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Jahn Regensburg wurde das Tor zum 3:1 nach VAR-Eingriff aberkannt. Gisdol und Heldt verstehen aber nicht, wieso.

  • Im DFB-Pokal-Achtelfinale wurde der vermeintlich 3:1-Treffer des 1. FC Köln aberkannt
  • Schiedsrichter Robert Hartmann entschied nach VAR-Eingriff auf Abseits
  • Markus Gisdol und Horst Heldt zeigen nach der Niederlage ihr Unverständnis zu der Entscheidung

Köln – Beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Jahn Regensburg und dem 1. FC Köln gelang dem Gastgeber kurz vor Ende der ersten Halbzeit der letztlich entscheidende Treffer zum 2:2-Ausgleich. Das Spiel ging ins Elfmeterschießen, welches der Zweiligist gewann. Doch, dass es überhaupt soweit gekommen war, hatte auch mit einer vorherigen Aktion zu tun.

Denn nur wenigen Minuten vorher konnte der 1. FC Köln schnell auf den Anschlusstreffer der Regensburger reagieren und ging eigentlich mit 3:1 in Führung. Nach einer zunächst abgewehrten Ecke von Ondrej Duda und einem zu kurzen Klärungsversuch von Scott Kennedy hatte Benno Schmitz Dudas Flanke per Kopf ins Tor verlängert. Soweit so gut – bis sich der Videoassistent zu Wort meldete und Schiedsrichter Robert Hartmann doch auf Abseits entschied.

1. FC Köln: Markus Gisdol kennt die Abseitsregel nicht – Aberkennung des Tores war „Knackpunkt“

Das aberkannte Tor hatte FC-Trainer Markus Gisdol bereits direkt nach dem Spiel verwundert zurückgelassen. „Klar war das 3:1, das nicht gegeben wurde, auch so ein Knackpunkt, weil es alle eigentlich nicht verstanden haben“, meinte Kölns Coach Gisdol nach der Niederlage am Mittwochabend. „Es ist eigenartig und fremd, dass der Gegner den Ball aus dem Sechzehner rausschießt, und dann heißt es, das Abseits wäre trotzdem gültig.“ Gisdol zufolge hat der Regensburger „mit einer aktiven Bewegung den Ball aus dem Sechzehner“ geschossen, „natürlich unsauber, und dadurch schießen wir das Tor. Das ist schon schwierig.“

Aber auch auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach zeigte sich der 51-jährige weiterhin sichtlich irritiert über die Entscheidung: „Es ist wirklich schwierig für mich, ob mein Kollege die Regel kennt, ich kenne sie nicht. Ich habe kein Tor in Erinnerung, wo ein Spieler mit einer aktiven Bewegung den Ball aus dem 16er rausspielt. Wahrscheinlich gibt’s die Regel, ich kenne sie nur nicht. Die meisten Zuschauer kennen die Regel auch nicht“. Für Markus Gisdol habe es sich dabei um einen „Knackpunkt“ gehandelt, der großen Einfluss auf den restlichen Spielverlauf gehabt habe.

1. FC Köln: Horst Heldt versteht Entscheidung „bis heute nicht“ – DFB gibt Erklärung

Noch unverständlicher äußerte sich derweil Horst Heldt. Der Sportchef zeigte sich immer noch sichtlich aufgewühlt über die strittige Situation. So ist er sich eigentlich sicher, dass Duda bei der Flanke nicht strafbar im Abseits stand, weil er den Ball vom Gegner bekam. Der DFB wertete die Situation anders, weil es sich bei der Berührung um keine absichtliche Abwehraktion gehandelt habe.

„Die Schiedsrichter haben es mir in der Halbzeit auf dem Weg in die Kabine versucht, zu erklären. Sie haben es nach der Halbzeit versucht und nach dem Spiel noch mal. Man kann ihnen nicht nachsagen, dass sie sich keine Mühe gegeben hätten“, sagte Heldt leicht spöttisch: „Und ich habe mir auch Mühe gegeben, es zu verstehen. Aber ich verstehe es bis heute nicht. Und ich werde es auch morgen nicht verstehen. Es leuchtet mir einfach nicht ein. Beim Gegner gab es auch gar keine Proteste, von daher war das für alle ziemlich verwunderlich.“

Der DFB hatte die Entscheidung damit begründet, dass „die Berührung des Balles durch einen Spieler der verteidigenden Mannschaft eine Abseitsstellung nur dann aufhebt, wenn es sich dabei um ein absichtliches Spielen des Balles handelt, das nicht einer Abwehraktion entspringt.“ Im betreffenden Fall sei es keine neue Spielsituation gewesen. (os mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ActionPictures

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