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1. FC Köln: DFL-Lizenz für neue Saison ohne Auflagen – aber finanzielle Sorgen bleiben

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Von: Max Dworak

Die Anzeigetafel im RheinEnergie-Stadion zeigt an, dass 50.000 Fans in der Arena sitzen.
Ein ausverkauftes RheinEnergie-Stadion ist aus finanzieller Sicht elementar wichtig für den 1. FC Köln. © Eduard Bopp/Imago

Der 1. FC Köln startet ohne Einschränkungen der DFL in die kommende Spielzeit. 24RHEIN mit einem Überblick über die finanzielle Lage des Vereins.

Köln – Steffen Baumgart ärgerte sich monatelang darüber, dass der 1. FC Köln bei Heimspielen nur eine begrenzte Anzahl an Zuschauern in das RheinEnergie-Stadion lassen durfte. Im Februar dieses Jahres, als die Politik die Vereine noch mit strengen Corona-Auflagen für Fußballspiele bremste, polterte Baumgart: „Ich habe nicht erlebt, dass irgendwelche Maßnahmen, sei es, die Stadien zu schließen oder die Sportstätten, uns in irgendeiner Form etwas gebracht haben.“ Die Aufregung hatte aus FC-Sicht einen klaren Grund: Denn die andauernde Pandemie kostete den Bundesligisten eine Menge Geld. Nun verkündete die Deutsche Fußball Liga (DFL), dass die Kölner zur kommenden Saison eine Lizenz ohne Auflagen erhalten haben.

Verantwortliche des 1. FC Köln freuen sich über DFL-Beschluss

„Dass wir die Lizenz für die neue Saison ohne Auflagen und Bedingungen erhalten haben, ist eine erfreuliche Nachricht. Gleichzeitig bleiben die finanzwirtschaftlichen Herausforderungen nach den letzten beiden Jahren der Pandemie groß. Daran ändert auch die Normalisierung bei der Zuschauerzulassung nichts“, bewertet der neue FC-Geschäftsführer Philipp Türoff die Entscheidung des Verbands. Bereits sein Vorgänger, Alexander Wehrle, wies auf die bedenkliche finanzielle Lage der Domstädter hin, die etwa 85 Millionen Euro aufgrund von Corona verloren haben sollen.

Um die aufgebauten Belastungen zurückzuführen, werden wir uns zukünftig in allen Bereichen einschränken müssen.

Christian Keller, Geschäftsführer im Bereich Sport beim 1. FC Köln

Auch der neue Sportchef Christian Keller ließ trotz der erfreulichen Nachricht seitens der DFL Vernunft walten: „Um die aufgebauten Belastungen zurückzuführen, werden wir uns zukünftig in allen Bereichen einschränken müssen. Das betrifft allen voran den Personalaufwand für die Lizenzspielerabteilung, der wie bereits angekündigt um 20 Prozent reduziert werden muss. Gleichzeitig sind wir auf nennenswerte Transfererlöse angewiesen.“

1. FC Köln: Zuschauerzahlen seit einigen Wochen wieder konstant

Eine der größten Einnahmequellen des Vereins, das Stadion, erlebte in den letzten Wochen glücklicherweise wieder eine zahlentechnische Auferstehung: Seit dem 27. Spieltag darf der FC wieder 50.000 Zuschauer in die Arena in Müngersdorf lassen. Vor dem letzten Heimspiel gegen Mainz fielen dann schließlich auch alle Corona-Beschränkungen, weshalb die Ultra-Szene nach zwei Jahren Abstinenz in die Südkurve zurückkehrte.

RheinEnergie-Stadion: Zuschauerzahlen der Saison 2021/22

50.000 Zuschauer: 27. Spieltag (Köln – Dortmund); 13. Spieltag (Köln – Mönchengladbach)

49.800 Zuschauer: 29. Spieltag (Köln – Mainz);

49.600 Zuschauer: 9. Spieltag (Köln – Leverkusen)

49.000 Zuschauer: 11. Spieltag (Köln – Union Berlin)

40.000 Zuschauer: 7. Spieltag (Köln – Fürth)

37.500 Zuschauer: 25. Spieltag (Köln – Hoffenheim)

25.000 Zuschauer: 3. Spieltag (Köln – Bochum); 5. Spieltag (Köln – Leipzig)

16.500 Zuschauer: 1. Spieltag (Köln – Hertha)

15.000 Zuschauer: 17. Spieltag (Köln – Stuttgart); 15. Spieltag (Köln – Augsburg)

10.000 Zuschauer: 21. Spieltag (Köln – Freiburg); 23. Spieltag (Köln – Frankfurt)

1.000 Zuschauer: 19. Spieltag (Köln – Bayern)

Quelle: 100prozentmeinverein.de

Insgesamt war der Kölner Fußballtempel in 15 Heimspielen fünfmal ausverkauft, im Schnitt bedeutet dies eine Zuschauerzahl von 29.560. In den verbliebenen zwei Begegnungen vor heimischer Kulisse rechnet man ebenfalls mit ausverkauftem Haus.

1. FC Köln: Finanzielle Herausforderungen für die Zukunft

Angesichts der Corona-Pandemie veröffentlichte auch die DFL Informationen, die sich auf die wirtschaftliche Lage der deutschen Profi-Vereine beziehen: „Corona hatte in den vergangenen beiden Jahren bereits drastische wirtschaftliche Auswirkungen auf die Bundesliga und 2. Bundesliga“, sagte Donata Hopfen, Sprecherin des DFL-Präsidiums. „Ohne Zweifel wird dies unsere Entwicklung in den nächsten Jahren massiv beeinflussen. […] Es gilt, neue Wege zu finden, wie wir den deutschen Profifußball wirtschaftlich zukunftssicher machen – entlang unserer Traditionen und Werte.“

Der 1. FC Köln muss auch weiterhin jede größere Ausgabe kritisch beäugen und hinterfragen – das gilt auch trotz des DFL-Beschlusses. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Rheinländer die finanziellen Herausforderungen in Zukunft bewältigen. Immerhin hat der FC in der noch laufenden Spielzeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie man trotz finanzieller Engpässe guten und besonders erfolgreichen Fußball spielen kann. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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