Eklat vor Rhein-Derby

1. FC Köln: Drexler mit kurioser Entschuldigung nach Fan-Beleidigung – so hoch ist die Strafe

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Nachdem Dominick Drexler FC-Fans als „Spacken“ bezeichnet hat, nimmt er sich mit einem Pullover-Aufdruck nun selbst auf den Arm. Dennoch gibt es eine Strafe.

  • Dominick Drexler hat in einem Video vom Freitag die Fans des 1. FC Köln als „Spacken“ beleidigt
  • Drexler entschuldigte sich nun zum wiederholten Male, aber auf eine besondere Art – Lukas Podolski ist zufrieden
  • Am Mittwoch wurde dem 30-Jährigen vom FC nun eine Geldstrafe auferlegt

Update vom 11. Februar, 10:20 Uhr: Kurz nach dem „Spacken“-Eklat um Dominick Drexler hatte Horst Heldt eine Strafe für den verbalen Ausfall angekündigt. Am Mittwoch soll es nun das entscheidende Treffen gegeben haben, bei dem wohl auch eine Geldstrafe für den 30-Jährigen verhängt wurde.

Nun kursieren die ersten Summen durch die Medien. Während in der Bild von 15.000 Euro die Rede ist, nennt der Kölner Stadt-Anzeiger 10.000 Euro. Damit dürfte zumindest die grobe Größenordnung klar sein. Was beide übereinstimmend berichten: die Summe soll als Spende and einen wohltätigen Zweck gehen, den sich Drexler selbst aussuchen darf.

1. FC Köln: Drexler mit kurioser Entschuldigung nach Fan-Beleidigung – Podolski gibt sich versöhnlich

Update vom 10. Februar, 17:20 Uhr: Dominick Drexler hat ziemlich selbstironisch auf seine verbale Entgleisung von letzter Woche reagiert. Der 30-jährige Bonner präsentierte sich am Mittwoch mit einem ganz besonderen Pullover. Auf diesem war der Schriftzug „Nur Spacken nennen andere Spacken“ zu lesen. Ergänzt wurde der Spruch durch die Hashtags #sorry! und #ausfehlernlernen.

Kurze Zeit später reagierte auch FC-Ikone Lukas Podolski auf das Thema und gab sich dabei versöhnlich. „Thema damit erledigt“, schrieb der ehemalige Nationalspieler auf Twitter. Auch wenn Drexler damit noch lange nicht alle Fan-Herzen zurückgewonnen haben dürfte, sollte das Thema nun wohl weiter an Brisanz verloren haben.

1. FC Köln: Fan-Beleidigung von Drexler zieht Konsequenzen nach sich – Podolski übt scharfe Kritik

Erstmeldung vom 8. Februar 2021:

Köln – Innerhalb weniger Tage könnte sich Dominick Drexler beim 1. FC Köln viel Kredit verspielt haben. Vor dem 2:1-Derbysieg der Kölner am Samstagabend bei Borussia Mönchengladbach war im Internet ein Video aufgetaucht, in dem der Mittelfeldspieler FC-Fans als „Spacken“ bezeichnet hatte. Die Aufnahme war offenbar bei der Fahrt des Kölner Spielerbusses nach Mönchengladbach entstanden und zeigt die Perspektive aus dem Bus heraus. Auf der Straße hatten Kölner Anhänger das FC-Team mit Pyrotechnik auf das Derby eingestimmt. Wer das Video gefilmt hatte, ist derweil noch unklar.

Drexler galt längere Zeit als Wechselkandidat, hatte sich zuletzt aber wieder mehr in den Fokus von Markus Gisdol gespielt. Gegen Hertha BSC, FC Schalke 04 und TSG Hoffenheim hatte der 30-Jährige noch in der Startelf der Kölner gestanden. Nach dem Eklat war Drexler zwar auch gegen Gladbach Teil des Kaders gewesen, kam aber letztlich nicht zu einem Einsatz.

1. FC Köln: Drexler beleidigt Fans als „Spacken“ – Podolski-Kritik und Entschuldigung folgen

Der Fall Drexler spaltete im Anschluss die Fan-Gemeinschaft. Während einige den Ausruf des Mittelfeldspielers verstehen konnten oder ohne Kontext nicht vorverurteilen wollten, war es für andere eine totales No-Go. So auch für Edelfan Lukas Podolski, der kurz danach seinen Ärger in einem Twitter Post Luft machte. Dabei reagierte die Klub-Legende äußerst empört auf den verbalen Ausrutscher des FC-Profis. So oder so hatte sich Drexler damit nicht gerade viele Freunde gemacht.

Noch am Samstag vor dem Bundesliga-Spiel folgte über die Club-Homepage eine offizielle Entschuldigung von Dominick Drexler. Er sei mit dem Verein aufgewachsen und selbst Fan, sagte der Mittelfeldspieler. „Dass meine Aussagen einen großen Teil unserer Fans verletzt haben und sie es als beleidigend empfunden haben, kann ich deshalb absolut verstehen.“ Er wolle sich bei den FC-Anhängern „aufrichtig und von Herzen entschuldigen“.

Parallel dazu veröffentlichten auch die restlichen Profis des 1. FC Köln ein Statement zu der Angelegenheit, bei dem sich diese hinter ihren Teamkollegen stellten. Zwar wären Drexlers Aussagen „falsch“ und den Ärger der Fans können sie verstehen, jedoch würden „Fehler passieren“.  Weiter hieß es: „In solchen Situationen gilt es erst recht als Team zusammenzustehen – und das hinter verschlossenen Türen kritisch aufzuarbeiten“, dabei wolle man vor allem das persönliche Gespräch mit den Fans suchen.

1. FC Köln: Markus Gisdol verteidigt Drexler – Horst Heldt kündigte Strafen für mehrere Spieler an

Kölns Trainer Markus Gisdol hatte Drexler nach dem Derby-Sieg ebenfalls in Schutz genommen. „Er ist ein Spieler, der einen großen Fehler begangen hat. Aber der Junge hat sich aufrichtig entschuldigt. Deswegen war er heute auch im Kader. Das würde er im Normalfall auch niemals so sagen“, befand Gisdol weiter. Vor allem auch wegen dieses Vorfalls sei der Sieg gegen Gladbach besonders wichtig, sagte der Coach: „Ein intensiver Tag liegt hinter uns mit dem großen Happy End des Derbysieges, der unseren Fans viel bedeutet.“

Am Sonntag äußerte sich dann schließlich auch Horst Heldt zu der Causa und kündigte an, dass Dominick Drexler nach dessen Verunglimpfungen der eigenen Fans nun eine Strafe auferlegte bekommt. „Natürlich wird es eine Strafe geben. Das werden wir intern regeln. Es wird auch einen weiteren Spieler noch treffen“, sagte Heldt am Sonntag, ohne den anderen Profi namentlich zu nennen. Die angekündigte Strafe soll indes nicht dem 1. FC Köln zugute kommen. „Wir werden überlegen, ob wir das karitativen Zwecken spenden, vielleicht auch fanbezogen“, sagte Heldt weiter.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte es nach der Rückkehr am Samstagabend zusätzlich direkt ein Treffen zwischen FC-Profis und Fan-Vertretern gegeben. Neben Drexler waren dabei Timo Horn, Rafael Czichos und Marco Höger anwesend. Das vom Mannschaftsrat imitierte Treffen sollte möglichst zeitnah die Wogen in dem Konflikt glätten. Laut Geissblog soll es letztlich ein klärendes Gespräch gewesen sein, indem beide Seiten ihre Gedanken vortragen konnten. (os mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Eduard Bopp

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