1. 24RHEIN
  2. 1. FC Köln

1. FC Köln: Das Müngersdorfer Stadion – Erinnerungen an die „Betonschüssel“

Erstellt:

Von: Max Dworak

Das Müngersdorfer Stadion in der Innenansicht.
Das Müngerdorfer Stadion wurde am 12. November 1975 eröffnet und bot Platz für 61.000 Zuschauer. © WEREK/Imago

Seit fast 18 Jahren trägt der 1. FC Köln seine Heimspiele im RheinEnergie-Stadion aus. Weitere 29 Jahre zuvor eröffnete der Verein das Müngersdorfer Stadion.

Köln – Das RheinEnergie-Stadion, Ort der Heimspiele des 1. FC Köln ist landesweit bekannt für seine unnachahmliche Kulisse. Wer ein Mal in den Genuss gekommen ist, 50.000 Fans bei der Vereinshymne live mitsingen zu hören, wird dieses Erlebnis so schnell nicht vergessen. Am 12. November 1975, einen Tag nach offiziellem Karnevalsbeginn, weihte der Verein den Vorgänger – das Müngersdorfer Stadion – im Rahmen eines Stadt-Derbys ein.

Müngersdorfer Stadion: Bauarbeiten ziehen sich in die Länge

Wem die Umstände rund um die Erneuerung der Trainingsanlage am Geißbockheim bekannt sind, weiß, dass sich der 1. FC Köln aktuell aus verschiedenen Gründen mit Renovierungsarbeiten schwertut. Derartige Komplikationen bestanden auch während der Planungen zum Bau des Müngersdorfer Stadions Anfang der 1970er-Jahre.

Eigentlich sollte der neue FC-Tempel nämlich schon zur Weltmeisterschaft 1974 stehen und die Stadt Köln Austragungsort einiger Spiele des Turniers sein. Diesen Traum zu realisieren blieb für den Traditionsklub jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Nach vielen, nervenaufreibenden Jahren zwischen Politik und Verein wurde das Stadion letztlich mitten in der laufenden Bundesliga-Saison 1975/76 fertiggestellt.

12. November 1975: Einweihungsspiel im Müngersdorfer Stadion

Kölner Fans schwenken ihre Fahnen im Müngersdorfer Stadion am 22.11.1975.
22.11.1975: Die Anhänger des 1. FC Köln haben ihren angestammten Platz in der Südkurve eingenommen und schwenken erwartungsfroh ihre Fahnen vor der Bundesliga-Partie gegen Kickers Offenbach. © IMAGO/Kicker/Eissner

Bei seiner Fertigstellung war das Müngersdorfer Stadion die einzige, vollständig überdachte Fußball-Arena in Deutschland. Der neue Stolz des 1. FC Köln, für 45 Millionen Mark errichtet, bot mit 61.000 Zuschauern Platz. Am 12. November 1975 wurde das neue Müngersdorfer Stadion mit einem Freundschaftsspiel zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Köln offiziell eröffnet.

Zur Europameisterschaft 1988, 14 Jahre später als ursprünglich erhofft, fungiert das Müngersdorfer Stadion dann schließlich auch als Spielstätte einer internationalen Fußball-Endrunde. Im folgenden Jahr öffnet FC-Spieler Thomas Häßler der Deutschen Nationalmannschaft in Müngersdorf mit seinem 2:1-Treffer gegen Wales das Tor zur WM in Italien, wo Deutschland 1990 zum dritten Mal Fußball-Weltmeister wird.

Thomas Häßler (1. FC Köln) dreht nach seinem Treffer zum 2:1 im WM-Qualifikationsspiel Deutschland – Wales jubelnd ab.
15.11.1989: Thomas Häßler (Nr. 7) vom 1. FC Köln trifft im Müngersdorfer Stadion zum 2:1-Endstand gegen Wales und schießt die Deutsche Nationalmannschaft zur WM in Italien. © Horstmüller/Imago

Ende der „Betonschüssel“ – ein reines Fußballstadion soll her

Die Ära des Müngersdorfer Stadions dauerte knapp 30 Jahre. In dieser Zeit feierte der 1. FC Köln unter anderem den Double-Sieg 1978, den DFB-Pokalsieg 1983 im kölschen Duell gegen Fortuna Köln sowie drei Vizemeisterschaften. Um 2006 schließlich auch den verpassten WM-Traum nachzuholen, wurde die „Betonschüssel“, in der sich FC-Torwart Toni Schumacher bei geringer Zuschauerauslastung schon mal wie in einem „Kühlschrank“ wähnte, im laufenden Spielbetrieb Tribüne für Tribüne abgerissen und durch das RheinEnergie-Stadion ersetzt.

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma rückt der Heimspielstätte des 1. FC Köln mit dem Bagger zu Leibe.
20.12.2001: Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma rückt der Heimspielstätte des 1. FC Köln persönlich mit dem Bagger zu Leibe. © IMAGO/WEREK

Den 61.000 Plätzen des Müngersdorfer Stadions trauert man heute hinterher. Finden doch im RheinEnergie-Stadion maximal 50.000 Fans Platz, weshalb der 1. FC Köln in absehbarer Zukunft auf einen Ausbau der Arena hofft. Eine Kapazität von bis zu 75.000 Zuschauern wünscht sich der FC. Geschäftsführer Alexander Wehrle: „Ein Ausbau des Rhein-Energie-Stadions war und ist unsere bevorzugte Option, um mehr FC-Fans die Möglichkeit zu geben, unsere Heimspiele zu erleben und zugleich die Einnahmen des 1. FC Köln nachhaltig zu erhöhen.“ (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant