Neuzugang soll FC-Sturm beflügeln

Flexibel, aber auch torgefährlich? So soll Emmanuel Dennis der FC-Offensive neuen Schwung verleihen

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Emmanuel Dennis trainierte am Tag nach seiner Ankunft individuell.
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Emmanuel Dennis bringt Champions-League-Erfahrung mit nach Köln. In der Liga zeigte er sich zuletzt aber nur bedingt torgefährlich. Das soll sich beim FC ändern.

  • Emmanuel Dennis ist flexibel einsetzbar und könnte sowohl auf dem Flügel als auch in der Spitze auflaufen
  • Der Neuzugang des 1. FC Köln besticht vor allem durch Schnelligkeit und Dribbelstärke
  • In Sachen Torgefährlichkeit besteht noch Steigerungspotenzial

Köln – 15 Tore in 18 Spielen, so lautet die magere Bilanz des 1. FC Köln in der Bundesliga. Nur Schlusslicht Schalke 04 und Aufsteiger Arminia Bielefeld (je 14 Treffer) weisen in Puncto erzielte Treffer eine schlechtere Bilanz auf als die Geißböcke. Da verwundert es kaum, dass sich Sportchef Horst Heldt angesichts des kleinen finanziellen Spielraums für einen Stürmer als einzigen Neuzugang entschieden hat.

Emmanuel Dennis heißt der neue Mann, der die Offensivprobleme lösen soll. Ausgeliehen vom FC Brügge bis Saisonende soll der variabel einsetzbare Angreifer den Angriff der Domstädter beflügeln. Wie genau aber soll er das schaffen und welche Qualitäten bringt der Nigerianer mit ans Geißbockheim? Diese Fragen stellen sich aktuell wohl die meisten FC-Anhänger.

Emmanuel Dennis: Statt Champions League mit Brügge nun Abstiegskampf in der Bundesliga

Emmanuel Bonaventure Dennis besitzt ohne Frage Qualitäten, die im Kader des 1. FC Köln fehlen. Vor allem seine Schnelligkeit ist ein Faustpfand, dass Trainer Markus Gisdol nun richtig einsetzen muss. Im Oktober 2019 gab Dennis bei seiner Karriere-Sternstunde im Santiago Bernabeu einen Eindruck davon, wie das gelingen könnte.

Im Wohnzimmer von Real Madrid erzielte der 1,74-Meter große Angreifer in der Champions League zwei Treffer nach Tempogegenstößen, bei denen er selbst vom vielleicht besten Abwehrspieler der letzten zehn Jahre, namentlich Sergio Ramos, nicht mehr zu halten war.

Emmanuel Dennis muss beim 1. FC Köln treffsicherer werden

Auch die Dribbelstärke des 23-Jährigen, der sich sowohl im Sturmzentrum als auch auf dem Flügel zuhause fühlt, eröffnet dem Effzeh neue Möglichkeiten. „Emmanuel ist ein schneller Spieler, der im Sturmzentrum und auf den Außenbahnen zum Einsatz kommen kann. Mit seiner Abschlussqualität hat er sich in der letzten Saison in die Bücher zahlreicher Top-Clubs gespielt“, sagt FC-Geschäftsführer Horst Heldt.

Hinter der von Heldt gelobten Abschlussqualität stehen bei genauerer Betrachtung allerdings einige Fragezeichen. In den letzten anderthalb Jahren gelangen dem oft als Rohdiamanten charakterisierten Stürmer lediglich fünf Tore in der belgischen Jupiler Pro League. Soll er beim 1. FC Köln in vorderster Front agieren, besteht in dieser Statistik Verbesserungsbedarf.

1. FC Köln: Emmanuel Dennis hat anderes Profil als Sebastian Andersson und Anthony Modeste

Dass der sprintstarke Neuzugang seine Torquote in Köln nach oben schraubt, scheint aber durchaus realistisch. Tief stehen und auf Konter lauern – das bewährte Rezept des Abstiegskandidaten gegen spielstarke Mannschaften dürfte Emmanuel Dennis in die Karten spielen. Bei schnellen Tempogegenstößen ist der dreifache nigerianische Nationalspieler dann auf die tödlichen Pässe seiner Mitspieler angewiesen.

Fakt ist: Der 1. FC Köln hat sein Portfolio im Angriff mit dem Neuzugang vom FC Brügge deutlich erweitert. Während die vorhandenen Stürmer Anthony Modeste, Sebastian Andersson sowie Tolu Arokodare alle eher der Marke „klassischer Stoßstürmer“ entsprechen, wird Kölns neue Nummer 43 gegnerische Abwehrreihen vor ganz andere Aufgaben stellen.

Debüt gegen Bielefeld? Emmanuel Dennis vor ersten Bundesligaeinsatz am Sonntag

Ob Markus Gisdol sein neuestes Kadermitglied als Flügel-, Stoß-, oder hängenden Stürmer einsetzt, wird sich in den nächsten Tagen herauskristallisieren. Am Dienstag absolvierte eine erste individuelle Einheit, bevor er am Mittwoch (27.01) ins Teamtraining einsteigt. Am Sonntag (31.01.) soll er im RheinEnergie-Stadion gegen Arminia Bielefeld dann zum ersten Mal in der Bundesliga auflaufen – und seine Verpflichtung im besten Fall gleich rechtfertigen. (ps)

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