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1. FC Köln: Die Tücken der ersten Pokalrunde

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Von: Peter Stroß

Milivoje Novakovic schirmt den Ball ab.
Die letzte Niederlage in der ersten Pokalrunde stammt aus dem Jahr 2007. Damals verloren Milivoje Novakovic und Co. gegen Werder Bremen II. © Eduard Bopp/Imago

Runde 1 des DFB-Pokals hat ihre Tücken. Das weiß der 1. FC Köln aus bitterer Erfahrung. Auch Trainer Steffen Baumgart kennt die Pokalhistorie und ist gewarnt.

Köln – Vier Mal gewann der 1. FC Köln den DFB-Pokal. Beim letzten Triumph allerdings (1983 gegen Fortuna Düsseldorf) waren viele heutige FC-Fans noch nicht mal geboren. Die jüngere Generation der Anhänger verbindet den Pokalwettbewerb eher nicht mit Erfolgserlebnissen.

In der Saison 2002/03 kamen die Geißböcke das bis dato letzte Mal über das Achtelfinale hinaus – im Viertelfinale gegen Bayern München setzte es in der Runde der letzten acht dann allerdings eine saftige 0:8-Klatsche.

Hohe Siege, peinliche Niederlagen: Der 1. FC Köln und die erste Pokalrunde

Wie weit die Reise in der aktuellen Spielzeit geht, bleibt abzuwarten. Sicher hingegen ist: Wer im DFB-Pokal was reißen will, muss zunächst einmal die erste Runde überstehen. Mit glanzvollen Siegen gegen Essener FV 1912 (9:1, 1971), die Stuttgarter Kickers (8:0, 1980) oder Wacker Burghausen (8:0, 1992) gelang das dem 1. FC Köln mitunter ohne Probleme.

Oft genug scheiterte der 1. FC Köln allerdings auch an dieser Hürde. Die erste Erstrundenpleite setzte es 1965 gegen den 1. FC Nürnberg (0:2), vier Jahre später war gegen den VfB Stuttgart nach bereits einem Spiel Schluss (0:1).

Schämen musste sich der Effzeh für das frühe Ausscheiden aber in beiden Fällen nicht, schließlich schieden Karl-Heinz Thielen und Co. damals gegen Bundeslisten aus. Bis auf einen Ausrutscher gegen den MSV Duisburg (1981, 1:2) blieb die Weste in der Folge bei Erstrundenpartien im DFB-Pokal über 25 Jahre rein. Dann allerdings riss die Serie mit einem Paukenschlag.

1. FC Köln: Blamage in Beckum wird Olsen zum Verhängnis

Bruno Labbadia schaut enttäuscht
Bruno Labbadia hatte mit seinem verschossenen Elfmeter entscheidenden Anteil an der Niederlage in Beckum. © Uwe Kraft/Imago

Am 26. August 1995 reiste die Mannschaft des damaligen Trainers Morten Olsen in den Kreis Warendorf, um in der Römerkampfbahn gegen Oberligist Beckumer SV einen sicher geglaubten Sieg einzufahren. 5.700 Zuschauer sahen allerdings eine trostlose Leistung der Domstädter, die es in 120 Spielminuten nicht vermochten, ein Tor zu erzielen.

Die Entscheidung fiel also vom Punkt – wo Top-Stürmer Bruno Labbadia beim entscheidenden Versuch Nerven zeigte. Das 3:4 nach Elfmeterschießen bedeutete nicht nur das Aus im DFB-Pokal, sondern auch für Coach Olsen. Er wurde bereits am nächsten Tag freigestellt.

Der 1. FC Köln wird zur Lachnummer im DFB-Pokal

Thomas Cichon dribbelt mit dem Ball
Unter vielen schwachen FC-Spielern war Thomas Cichon in Magdeburg im Sommer 2020 einer der schwächsten. © Contrast/Imago

Noch peinlicher wurde es in den Folgejahren. Nachdem der Effzeh es 1996 immerhin bis in die 2. Runde schaffte, konnten die FC-Fans die Erstrundenniederlagen gegen den SSV Ulm (1:3, 1997) und Hansa Rostock (0:1, 1998) nur noch mit Galgenhumor ertragen.

Spätestens nach der 2:5-Blamage gegen Oberligist 1. FC Magdeburg im Sommer 2000, die vor allem Libero Thomas Cichon und Torwart Markus Pröll wohl heute noch Alpträume beschert, galt der 1. FC Köln als chronischer Pokalversager.

Sinkala leutet das Ausscheiden des 1. FC Köln im DFB-Pokal ein

Andrew Sinkala vom 1. FC Köln im Zweikampf
Andrew Sinkala flog nach einer Blutgrätsche vom Platz, danach hatte der 1. FC Köln nichts mehr entgegen zu setzen. © Jan Huebner/Imago

Den Nimbus der Erstrundenlachnummer konnte der Effzeh in den 2000er Jahren nicht mehr wirklich ablegen. Bereits 2005 folgte der nächste Knockout in Runde eins des DFB-Pokals, erneut gegen einen deutlich tieferklassigen Gegner.

Gegen Zweitligist Kickers Offenbach verlor der FC nach einer brutalen Grätsche in der 55. Minute erst Andrew Sinkala durch Platzverweis und anschließend das Spiel mit 1:3. Die Slapstick-Einlage beim spielentscheidenden Eigentor von Christian Rahn passt zur Leistung des Teams von Kapitän Lukas Podolski: schlicht ungenügend.

1. FC Köln: Schmach gegen Regionalligisten

Thomas Broich (r.) und Ümit Özat gehen enttäuscht davon während Bremen II jubelt.
Thomas Broich (r.) und Ümit Özat gehen enttäuscht davon während Bremen II jubelt. © Eduard Bopp/Imago

Den bis heute letzten Tiefpunkt in der ersten Pokalrunde erlebten FC-Fans am 05. August 2007 im Weserstadion – allerdings nicht gegen Bundesligist Werder Bremen, sondern dessen Zweitvertretung im sogenannten Weserstadion Platz 11. Die frühe 2:0-Führung durch Milivoje Novakovic und Nemanja Vucicevic währte nicht lange. Nach 90 Minuten hatte der Regionalligist auf 2:2 gestellt, in der Verlängerung klingelte es dann erneut zwei Mal im Gehäuse von Keeper Faryd Mondragon.

Seither meisterte der Effzeh dreizehn Mal in Folge die erste Runde des DFB-Pokals. Ob die Serie hält, zeigt sich am Sonntag ab 15:30 Uhr. Dann wird der FC Carl Zeiss Jena alles in die Waagschale werfen, als zehnter Verein in die DFB-Pokalhistorie einzugehen, der dem traditionsreichen 1. FC Köln in der ersten Runde ein Bein stellen konnte. (ps) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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