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Steffen Baumgart auf dem Weg nach Europa? „Werden vielleicht das Glück haben“

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Von: Max Dworak

Steffen Baumgart ballt die Fäuste und schreit vor Freude Richtung der Trainerbank.
Steffen Baumgart (rechts) ließ seinen Emotionen nach dem Derby-Sieg gegen Leverkusen freien Lauf. © Beautiful Sports/Imago

Spätestens mit dem Sieg gegen Bayer Leverkusen kann der 1. FC Köln das Abstiegs-Thema abhaken. Steffen Baumgart schwimmt somit weiter auf der Erfolgswelle.

Köln – Zu Beginn der zweiten Hälfte des Rhein-Derbys zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln kehrte Steffen Baumgart erst zur 50. Minute an die Seitenlinie zurück. Dem Express offenbarte Baumgart kurz nach dem Spiel, dass er mit Magenproblemen zu kämpfen hatte. Obwohl das Derby beim FC-Trainer wohl für ein temporäres Unwohlsein gesorgt hatte, nahm seine Mannschaft den Sieg mit nach Hause. Auch nach 26 Spieltagen trägt eine Stadt ihren Erfolgsgaranten weiter auf Händen. Ein künftiges Engagement in der Europa League wird angesichts des momentanen Tabellenplatzes zudem immer konkreter.

1. FC Köln: Steffen Baumgart und das „Quäntchen Glück“

Ein bloßer Blick auf die Statistiken der Partie lässt wenig Raum für Spekulationen: Die Hausherren – mit 15 Torschüssen und sieben Eckbällen über 90 Minuten spielbestimmend – hatten die Partie zahlentechnisch im Griff. Das sah auch Steffen Baumgart trotz des Sieges seiner Mannschaft nicht anders: „Wir mögen vielleicht nicht der verdiente Sieger sein. Heute hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite.“ Der Coach des 1. FC Köln zeigte sich schon in der Vergangenheit eher pragmatisch als euphorisch, wenn es darum ging, die Leistung seiner Mannschaft zu bewerten. Das ist keineswegs negativ gemeint: Vielmehr sorgen derartige Aussagen dafür, dass in Köln keiner so schnell vergisst, wo man herkommt.

In bestimmten Situationen schafft es der Chef-Stratege zudem immer wieder, klare Worte zu finden: „Wir haben März, es ist noch nicht mal Frühling und wir haben mit Köln den Klassenerhalt geschafft. Das ist doch schön“, stellte Baumgart im Anschluss an den Sieg über Bayer 04 fest.

1. FC Köln: Steffen Baumgart erhält Extra-Lob von Christoph Daum

Drei Derbys – zwei davon gegen die Nachbarn aus Leverkusen und eines gegen das Niederrhein-Team Mönchengladbach – verfolgte Baumgart mittlerweile von der Trainerbank des 1. FC Köln. Davon gingen die Geißböcke zwei Mal als Gewinner vom Platz und erkämpften sich im Hinspiel gegen Bayer Leverkusen ein 2:2-Unentschieden. Unter dem Strich erzielten Baumgarts Jungs in diesen Partien insgesamt sieben Tore – alleine vier davon beim Sieg gegen Mönchengladbach am 13. Spieltag. Am 16. April wartet dann das Rückspiel gegen Gladbach. Sollte Baumgart auch in dieser Begegnung als Sieger vom Platz gehen, wäre ihm wohl schon nach seiner ersten Saison ein Denkmal in Müngersdorf sicher.

Auch Christoph Daum – in zwei verschiedenen Zeitabschnitten (1986-1990 und 2006-2009) als FC-Trainer aktiv gewesen – prophezeite Baumgart zuletzt eine rosige Zukunft: „Er entwickelt sich zu einer Marke im Profi-Geschäft. Steffen hat für mich einen Riesen-Sprung gemacht. Ich sehe in seiner Entwicklung kein Limit“, sagte der Kult-Coach im Interview mit der Bild.

Traum von Europa League: 1. FC Köln schaut von Woche zu Woche

Auf dem siebten Tabellenplatz – oder noch weiter oben – stand der 1. FC Köln nach 26 Spieltagen zuletzt in der legendären Stöger-Saison 2016/17. Klar, dass mit anhaltendem Erfolg die Europa-Gesänge aus den eigenen Reihen nicht abklingen. In diesem Zusammenhang scheint die Vorsicht von Baumgart – natürlich im positiven Sinne – auch auf seine Spielern abgefärbt zu haben.

So gab sich Siegtorschütze Kingsley Schindler in Bezug auf das Erreichen der internationalen Plätze entsprechend zurückhaltend: „Wir wollen demütig bleiben, weiterarbeiten und Gas geben“, während Baumgart gegenüber DAZN ergänzte: „Wir wollen Spiele gewinnen. Wenn wir sie gewinnen, werden wir vielleicht das Glück haben. Trotzdem sehen wir, wie stabil Freiburg ist, wie stabil Union spielt. Deswegen geht es nicht darum, dieses Ziel zu benennen, sondern daran zu arbeiten.“ Da am nächsten Spieltag Borussia Dortmund wartet, ist eine realistische Einschätzung der aktuellen Geschehnisse jedenfalls nicht verkehrt. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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