In der Kritik

1. FC Köln: Warum für Emmanuel Dennis gegen Bayern München der Knoten platzen könnte

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Emmanuel Dennis hat in der Bundesliga bislang noch kein Tor erzielt.
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Eigentlich sollte Neuzugang Emmanuel Dennis das Sturmproblem beim 1. FC Köln lösen – bislang ohne Erfolg. Gegen den FC Bayern könnte sich das ändern.

Köln – 69 Minuten waren gespielt, als Max Meyer gegen den VfB Stuttgart per Traumpass Emmanuel Dennis auf die Reise schickte. Der nigerianische Stürmer zeigte seine Sprintstärke, vernaschte einen Gegenspieler gekonnt und hätte anschließend mit seinem Schuss alle Diskussionen rund um die Stürmermisere des 1. FC Köln beenden können. Es blieb allerdings beim Konjunktiv, denn Dennis drosch die Kugel weit über den Querbalken und raufte sich anschließend die Haare.

Hähme gab es im Anschluss an das Spiel nicht nur von vielen Kritikern, sondern auch von Markus Gisdol, der mit der Körpersprache (und wohl auch der Chancenauswertung) seines Angreifers nicht zufrieden ist. Es läuft einfach nicht rund bei der Leihgabe des FC Brügge, nach vier Bundesligaeinsätzen stehen weder Tore noch Assists zu Buche, dafür aber die Erkenntnis, dass der 23-Jährige noch nicht die direkte Verstärkung ist, die er hätte sein sollen.

1. FC Köln: Emmanuel Dennis erwartet von sich selbst mehr

„Ich kann deutlich mehr, als ich bisher gezeigt habe. Ich konnte bisher noch nicht mein Spiel zeigen“, zeigte sich Dennis jüngst selbstkritisch. In den nächsten Wochen muss er diesen Worten Taten folgen lassen. Dafür gibt es wahrlich einfachere Aufgaben als die anstehende, das 94. Bundesligaduell des FC gegen den FC Bayern München.

Für Emmanuel Dennis könnte aber gerade das Spiel in der Allianz Arena zum Knotenlöser werden. Wir nennen drei Gründe, warum Emmanuel Dennis gegen Bayern München endlich trifft.

1) Spielweise des FC Bayern München kommt Emmanuel Dennis entgegen

Zwar ist der FC Bayern auch in dieser Saison das Maß aller Dinge in der Bundesliga, die Dominanz der vergangenen Jahre lassen die Münchner bislang allerdings vermissen. Vor allem defensiv hat das Team von Cheftrainer Hansi Flick mitunter große Probleme, wie jüngst Arminia Bielefeld beim 3:3 in der Allianz Arena oder Eintracht Frankfurt beim 2:1-Heimsieg über den Rekordmeister offenbarten. 31 Gegentore (nur fünf weniger als der FC) sprechen für sich.

Vor allem im Umschaltspiel zeigte sich die in der Regel hoch verteidigende Abwehrreihe der Bayern im Laufe der Saison gleich mehrfach verwundbar. Genau hierin liegt die Stärke von Emmanuel Dennis, dessen Schnelligkeit neben Standardsituationen wohl der größte Trumpf für tiefstehende und auf Konter lauernde Kölner sein dürfte. Steilpassversuche wie von Meyer gegen Stuttgart sind gegen Bayern ein probates Mittel.

2) Emmanuel Dennis kennt sich aus mit großen Gegnern

Wohl kein FC-Fan ist bei der Evaluierung von Neuzugang Emmanuel Dennis um eine Zusammenfassung des Champions-League-Spiels des FC Brügge gegen Real Madrid am 1. Oktober 2019 herum gekommen. Im Santiago Bernabeu erzielte der dreifache nigerianische Nationalspieler zwei Treffer und rückte dadurch in den Fokus vieler europäischer Top-Clubs.

Auch im Rückspiel glänzte Dennis mit guter Leistung und einem Assist. Ein Blick in die Statistik verrät: in seiner bisherigen Karriere schien sich der Stürmer seine besten Leistungen für wichtige Spiele in der Champions- oder Europa League aufzuheben. Zwar geht es beim Effzeh nur um den Klassenerhalt in der Bundesliga, vielleicht verleiht der Glanz der Bayern Dennis aber trotzdem eine gewisse zusätzliche Motivation.

3) 1. FC Köln: Stürmer dürfte von personellen Wechseln profitieren

In jeder Mannschaft sind Stürmer in besonderem Maße von den Zuspielen ihrer Mitspieler abhängig. Dass dem 1. FC Köln Kreativität und mangelnder Spielwitz abgeht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dennis schwache Leistungen anderen in die Schuhe zu schieben, wäre sicher zu einfach, dennoch dürfte der 23-Jährige von personellen Wechseln im Vergleich zum Stuttgart-Spiel profitieren.

Mit Max Meyer und Salih Özcan überzeugten gegen die Schwaben zwei Einwechselspieler, die gegen den FC Bayern München in die Startelf rotieren könnten. Begrüßen dürfte das vor allem Emmanuel Dennis, für den sich dadurch mehr Torraumszenen ergeben dürften. Nutzen, das hat das vergangene Wochenende gezeigt, muss er sie dann aber selber. (ps)

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