Miese Stimmung am Geißbockheim

Nach dem Heldt-Beben: Warum beim 1. FC Köln vor dem Bayern-Duell alles auf dem Prüfstand steht

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Die Stimmung bei Horst Heldt und dem 1. FC Köln ist angespannt.
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Nach der Niederlage gegen den VfB Stuttgart platzte Horst Heldt der Kragen. Vor dem Duell gegen Bayern München rumort es beim 1. FC Köln gewaltig.

Köln – Normalerweise sind Interviews und Medienrunden nach Bundesligaspielen eher eine zähe Angelegenheit. Die Trainer oder Sportchefs analysieren kurz das Spiel, beantworten ein paar Fragen von Journalisten und verschwinden dann wieder. Viel zu berichten gibt es in der Regel danach nicht.

Doch Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel und plötzlich laufen Gespräche völlig anders ab, als man es erwarten konnte. So geschehen am Sonntag, einen Tag nach der 0:1-Niederlage des 1. FC Köln im Rheinenergie-Stadion gegen den VfB Stuttgart. Das lag in diesem Fall an Horst Heldt. Die Enttäuschung über den neuerlichen Rückschlag im Abstiegskampf war dem FC-Sportchef deutlich anzumerken und entlud sich in harter und nüchtern betrachtet übertriebener Medienkritik.

1. FC Köln: Horst Heldt poltert gegen zu hohe Erwartungshaltung der Medien

Der Auftritt von Horst Heldt machte dabei vor allem eines deutlich: Die Nerven liegen beim 1. FC Köln vor dem Duell mit dem FC Bayern München ein wenig blank. Der Geschäftsführer kritisiert die Medien, weil die angeblich zu große Erwartungen an Mannschaft und Trainer hätten, die Spieler wiederum bemängeln die passive Spielweise und damit indirekt die Vorgaben von Markus Gisdol und eben jener Gisdol fährt wiederum einzelne Spieler an.

Kein Wunder also, dass die Stimmung am Geißbockheim schlecht ist. Und als wäre das alles nicht schon genug, wartet am Wochenende ausgerechnet das Auswärtsspiel beim Rekordmeister in der Allianz Arena. Dass beim Tabellenführer der Befreiungsschlag gelingt, damit rechnen nur die wenigsten. Klar ist derweil: Ein „Weiter so“ wird es bei den Geißböcken nicht geben.

Der 1. FC Köln gegen Bayern München krasser Außenseiter

Immerhin, der 1. FC Köln folgt in dieser Spielzeit seinen eigenen Gesetzen und zog bislang immer dann den Kopf aus der Schlinge, wenn wirklich keiner damit rechnete. Damit sich dieses schwer erklärbare Phänomen nun auch auf der schwersten Auswärtsreise des ganzen Jahres wiederholt, müssen die Kölner nun Taktik, Personal, Einstellung und Spielidee auf den Prüfstand stellen und am Samstag (27.02., 15:30 Uhr) ein völlig anderes Gesicht zeigen als zuletzt.

Markus Gisdol, der ein mal mehr mit dem Rücken zur Wand steht, muss sich dringend etwas einfallen lassen, um seine zahlreichen Kritiker zum Schweigen zu bringen. Seinen Unmut zu spüren bekam zunächst einmal Emmanuel Dennis, der sich angesichts seiner negativen Körpersprache deutliche Worte seines Trainers gefallen lassen musste.

1. FC Köln gegen FC Bayern München: Taktische und personelle Veränderungen wahrscheinlich

Dass Gisdol personelle Konsequenzen aus der Stuttgart-Pleite ziehen wird, scheint nahezu sicher. Max Meyer darf sich nach seinem erfrischenden Kurzeinsatz gegen die Schwaben Hoffnungen auf sein Bundesliga-Startelfdebüt für den 1. FC Köln machen, auch Mittelfeldmotor Salih Özcan überzeugte nach seiner Einwechslung und könnte in die Startelf rutschen.

Sogar die Rückkehr zur taktischen Variante ohne gelernten Stürmer und mit Ondrej Duda in vorderster Front scheint nicht mehr völlig undenkbar. Markus Gisdol muss es endlich gelingen, seiner Mannschaft spielerische Lösungen mit auf den Weg zu geben. Sein Problem: Gerade gegen den FC Bayern München könnte ein solches Vorhaben schnell nach hinten los gehen. Gut möglich also, dass es sich auch nächste Woche durchaus lohnen könnte, Horst Heldt nach seinen Erkenntnissen zum Spiel zu befragen. (ps)

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