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Gisdols goldenes Händchen: Was der Sieg auf Schalke für den 1. FC Köln im Abstiegskampf bedeutet

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Von: Mick Oberbusch

Marius Wolf und Jan Thielmann (1. FC Köln) beim Torjubel im Spiel gegen den FC Schalke 04
Pure Ekstase: Jan Thielmann und Marius Wolf freuen sich über den Siegtreffer des 1. FC Köln © Mika Volkmann/imago images

Torlos-Serie beendet, die direkte Konkurrenz auf Abstand gehalten und einen echten Big Point geschafft – dennoch wartet noch immer eine Menge Arbeit auf den 1. FC Köln

Köln – So schnell wie am Mittwochabend hatte man Markus Gisdol in Köln bislang noch nicht rennen sehen. Nach dem erlösenden Treffer von Jan Thielmann in der Nachspielzeit zum 2:1 auf Schalke, sprintete der kölsche Übungsleiter die Seitenlinie Richtung Eckfahne hoch – um den Siegtorschützen kräftig in den Arm zu nehmen. Dass es ausgerechnet Thielmann war, der den Kölnern im Abstiegskampf fürs Erste etwas Luft verschaffte, hatte dabei der vor dem Spiel durchaus angezählte Trainer selbst zu verantworten: Sowohl ihn, als auch Vorbereiter Elvis Rexhbecaj hatte der Coach erst kurze Zeit zuvor eingewechselt.

1. FC Köln: Jan Thielmann hält Schalke 04 mit Siegtor in der Nachspielzeit auf Distanz

Ich hatte immer das Gefühl, dass wir noch einen Konter bekommen

Markus Gisdol

Weil er auf den in der zweiten Hälfte andauernden Sturmlauf der Schalker reagieren musste. Denn: Mit dem extrem schwach verteidigten Gegentor durch Matthew Hoppe holten die Kölner eine bis dahin mausetote Mannschaft in der 57. Minute zurück ins Spiel – und mussten in dieser Phase froh sein, dass sich das Blatt nicht komplett wendete. Ob die Geißböcke nach einem Rückstand an diesem gestrigen Mittwochabend nochmal die Kraft gefunden hätten, zurückzukommen, ist höchst fraglich. Dass man sich diese Fragen am Geißbockheim am Donnerstagmorgen nach der Partie nicht stellen muss, sorgt für Erleichterung – und hat zwei ganz bestimmte Gründe.

Zum einen wären da die bereits angesprochenen Wechsel, Rexhbecaj, der in den finalen Spielminuten die Übersicht im Mittelfeld behielt und Thielmann mit einem perfekten Steilpass in die Spitze fand. Zum anderen die Tatsache, dass den Schalkern die Balance zwischen Angriffsspiel und Konter-Absicherung nicht gelang. „Ich hatte immer das Gefühl, auch in der schwierigen Phase, dass wir nochmal einen Konter bekommen“, sagte Gisdol nach der Partie. Die gesamte Spielzeit über hatten sich die Schalker bei Umschaltbewegungen und Seitenwechseln verwundbar gezeigt, in den letzten Minuten stellte man sich defensiv äußerst unglücklich an. Was der FC diesmal eiskalt ausnutzte.

Befreiungsschlag im Abstiegskampf für den 1. FC Köln? Die kommenden Gegner machen Mut

Obwohl Arminia Bielefeld dank eines überraschend klaren Sieges gegen den VfB Stuttgart (3:0) den FC weiter auf dem Relegationsplatz stehen lässt, fühlt sich der Sieg auf Schalke also wie ein echter Befreiungsschlag an. Und sollte Mut für die anstehenden Aufgaben gehen: In den kommenden beiden Partien geht es gegen Hoffenheim und Bielefeld. Auch wenn beide Teams zuletzt gewannen, sollten die Kölner den Anspruch haben, in den Partien etwas mitzunehmen. Gerade nach den beiden Hinrunden-Auftritten gegen diese Teams.

Der Abstand auf die direkten Abstiegsränge ist erstmal komfortabel, nun gilt es, möglicherweise noch die ein oder andere Mannschaft (Hertha?) mit weiter guten Ergebnissen noch tiefer in den Abstiegskampf zu ziehen. Ein erster Schritt dahin ist am Mittwoch jedenfalls schonmal geglückt. (mo)

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