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1. FC Köln: Folgenschwere Fehlentscheidung? Kein Rot nach Tätlichkeit an Florian Kainz

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Von: Andreas Ohlberger

Auslöser der Rudelbildung: Florian Kainz (1. FC Köln, schwarzes Trikot) wird nach dem Zweikampf mit Lukas Kübler (FSV Mainz 05, vorne) von dessen Teamkollege Kevin Schade (r.) von hinten zu Boden gestoßen.
Auslöser der Rudelbildung: Florian Kainz (1. FC Köln, schwarzes Trikot) wird vom Mainzer Kevin Schade (r.) von hinten zu Boden gestoßen. © Jan Huebner / IMAGO

Beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln in Freiburg fliegt Florian Kainz mit Gelb-Rot vom Platz. Der Freiburger Kevin Schade darf trotz Tätlichkeit gelb-verwarnt weiterspielen. Warum diese Entscheidung dennoch vertretbar ist, ordnet der Kölner Alex Feuerherdt vom Schiri-Podcast „Collinas Erben“ ein.

Freiburg – Der 1. FC Köln musste sich beim SC Freiburg mit einem 1:1 zufrieden geben. Die entscheidende Szene des Spiels ist fraglos das Eigentor von Rafael Czichos in der 89. Minute. Der Aufreger des Spiels passierte eine Viertelstunde vorher. Im Kampf um den Ball gehen Florian Kainz und der Freiburger Lukas Kübler zu Boden. Die Fernsehbilder geben keinen Aufschluss, ob der Kölner im Getümmel einfach nur aufstehen will, womöglich in der Annahme gefoult worden zu sein selbst den Freistoß schnell ausführen will oder die Ausführung des Freistoßes durch den Gegner hinauszögern will.

1. FC Köln benachteiligt – Schiedsrichter ahndet „klare Tätlichkeit“ nicht

Was die Bilder jedoch ganz deutlich zeigen: Freiburgs Youngster Kevin Schade (19), an der vorherigen Situation absolut unbeteiligt, stößt Florian Kainz völlig unerwartet von hinten zu Boden. „Das war eine klare Tätlichkeit“, ärgerte sich FC-Trainer Steffen Baumgart, und auch bei den FC-Fans im Stadion und vor dem Fernseher schwoll die Halsschlagader an. Weil der Kölner, der nach dieser Situation die zweite gelbe Karte sah und mit Gelb-Rot vom Platz flog, der Freiburger aber nur gelbverwarnt weiterspielen durfte. Unsportlich: Dass sich Kevin Schade und Lukas Kübler nach dem Platzverweis für Kainz dann auch noch lachend abklatschen, hinterlässt einen faden Beigeschmack.

1. FC Köln – Steffen Baumgart: „Kainzi lässt sich provozieren“

Steffen Baumgart (49) machte seiner Nummer 11 in Nachgang der Partie keine Vorwürfe und merkte lediglich fehlende Cleverness an: „Das sind Aktionen, die gehören im Fußball dazu. Kainzi lässt sich provozieren und dem Schiedsrichter bleibt dann keine andere Wahl.“ Wirklich nicht? Wir haben nachgefragt bei Alex Feuerherdt, Schiedsrichter-Experte und Mitbetreiber des Schiedsrichter-Podcasts „Collinas Erben“.

„Kainz löste die Rudelbildung durch sein Verhalten aus.“

„Aus der fachlichen Sicht stellt sich die Situation so dar, dass Florian Kainz durch sein Verhalten die schnellere Ausführung des Freistoßes verhinderte und damit auch die folgende Rudelbildung auslöste. Damit hat er unsportlich gehandelt. Kevin Schade schubste Kainz, der daraufhin zu Boden ging; die dabei eingesetzte Kraft war aber nicht so groß, dass man von einer übermäßig harten oder gar brutalen Handlung sprechen müsste, wie sie für eine Tätlichkeit typisch ist. Dass beide Spieler verwarnt wurden, war somit im Rahmen des Ermessens des Schiedsrichters eine angemessene Sanktion. Da Kainz bereits mit der Gelben Karte belastet war, musste er folglich mit Gelb-Rot das Feld verlassen.“

Alex Feuerherdt, Collinas Erben

In der Nachbetrachtung relativiert dann auch Steffen Baumgart das Geschehene: „Da waren einige Sachen, mit deren Bewertung ich nicht einverstanden war. Aber deswegen haben wir heute nicht unentschieden gespielt.“ (ao) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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