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1. FC Köln: Funkel zieht Saisonfazit – und kritisiert FC-Vorstand

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Von: Mick Oberbusch

Friedhelm Funkel (Trainer 1. FC Köln) berät sich mit seinem Trainerteam beim 5:1-Sieg im Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel.
Friedhelm Funkel übernahm den 1. FC Köln auf Rang 17 und führte den Club zum Klassenerhalt. © Imago

Friedhelm Funkel hat in einem großen Interview zum Saisonabschluss ein zufriedenes Fazit gezogen – und einige Entscheidungen des Vorstands-Trios kritisiert.

Köln – Während seiner Zeit an der Seitenlinie beim 1. FC Köln hatte Friedhelm Funkel nie einen Zweifel, das Ziel Klassenerhalt mit seinem Team zu erreichen – nach dem 5:1 beim Relegations-Rückspiel in Kiel stellte sich raus, dass der erfahrene Übungsleiter Recht behalten sollte. Deshalb zieht er im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger auch ein zufriedenes Saisonfazit. „Nach dem Spiel in Kiel überwog erst einmal bei allen die pure Erleichterung. Jetzt löst sich langsam die Anspannung, aber die Verarbeitung dauert noch an. Ich bin einfach froh, dass ich so die Bühne Bundesliga verlassen konnte, besser hätte es nicht sein können. Ich danke der Mannschaft dafür“, so Funkel.

Friedhelm Funkel kann sich Weiterbeschäftigung beim 1. FC Köln gut vorstellen

Der 67-Jährige erlebte extrem nervenaufreibende Monate bei seiner Rückkehr auf die Kölner Trainerbank – etwas, das den Verein in seinen Augen allerdings auch ausmacht. „Der Verein und die Liebe der Menschen in der Stadt zum FC, das hat mich in den letzten Wochen noch einmal begeistert und berührt“, so Funkel, der zudem erklärt, dass er sich ein weiteres Engagement beim 1. FC Köln – in welcher Form auch immer – durchaus vorstellen könnte. „Ich möchte den Kontakt nicht verlieren und werde auch mal in der neuen Saison zum Training kommen, Ich kann mir natürlich vorstellen, für den FC weiter tätig zu sein – wenn man das will und auch die Voraussetzungen stimmen.“

Wie diese Voraussetzungen aussehen, davon hat der 67-Jährige genaue Vorstellungen. „Für mich ist das Wichtigste, dass die Verantwortlichen für den Sport kurze Wege haben, um Entscheidungen zu fällen. Nur so kannst du dauerhaft erfolgreich sein und Kontinuität in den Verein bekommen. Es muss doch für diesen 1. FC Köln mit seiner Wucht und seinen 115.000 Mitgliedern möglich sein, erfolgreicher zu werden. Wir können froh sein, dass der FC drin geblieben ist. Der Abstieg wäre eine Katastrophe gewesen.“ Dann hätten auch die auf dem Transfermarkt begehrten FC-Profis den Club für weniger Geld verlassen können.

Friedhelm Funkel über Entlassung von Horst Heldt beim 1. FC Köln: „Horst hat gute Dinge gemacht“

Dass der 1. FC Köln sich trotz geschafftem Klassenerhalt entschied, Geschäftsführer Horst Heldt freizustellen, kam derweil auch für Funkel überraschend. „Horst hat gute Dinge gemacht und weniger gute, das weiß er auch selbst. Man muss aber ganz klar sagen: Er hat zweimal mit der Mannschaft das Ziel Klassenerhalt erreicht. Und viel mehr war unter den Umständen nicht möglich. Wohl fast ganz Köln hatte am Tag zuvor gefeiert, wir wollten das mit Horst und Alexander Wehrle dann am Sonntagnachmittag mit einer kleinen Garten-Party eigentlich nachholen. Die fiel anders aus als geplant“, so der Rettungs-Trainer im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

So spart Funkel auch nicht an Kritik, als er auf sein Verhältnis zum Vorstand angesprochen wird. Präsident Werner Wolf hätte ihm demnach in der gesamten Zeit beim 1. FC Köln nicht einmal viel Glück gewünscht oder die Hand geschüttelt. „Ich persönlich hatte immer einen engen Draht zu meinen Präsidenten oder Vorstandsvorsitzenden. Dieser muss nicht unbedingt aus dem Fußball kommen, aber es ist doch das Normalste der Welt, dass man sich austauscht. Der FC ist doch ein Sportverein, da gehören Herzblut und Emotionen einfach dazu. Ich hätte mir manchmal einfach nur ein „Hallo“, ein Schulterklopfen und „viel Glück“ gewünscht“, so der 67-Jährige. Sein großes Ziel mit dem 1. FC Köln hat er jedoch trotzdem erreicht. (mo)

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