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1. FC Köln: Der aktuelle Stand im Geißbockheim-Streit zwischen Verein und Stadt

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Von: Max Dworak, Robin Josten

Das Geißbockheim des 1. FC Köln von weitem inklusive Decksteiner Weiher davor.
Der RheinEnergie-Sportpark des 1. FC Köln, dessen Herzstück das Geißbockheim ist (siehe Foto), soll eine Komplett-Erneuerung erhalten. © Manngold/ Imago

Der 1. FC Köln kämpft seit Jahren um einen Ausbau des Geißbockheims, doch es gibt zahlreiche Gegner. Alles zum aktuellen Stand und den nächsten Schritten.

Köln – Als Steffen Baumgart seine Arbeit im Juli 2021 als Cheftrainer des 1. FC Köln aufnimmt, geht es sportlich im Schweinsgalopp bergauf. Doch die Zustände am Geißbockheim bereiten dem Coach Kopfschmerzen, weshalb er deutliche Worte findet: „Wir liegen bei der Infrastruktur weit unter manchem Zweitligisten. […] Beim Nachwuchs-Leistungs-Zentrum oder unseren Kabinen sind wir am untersten Ende der Fahnenstange angelangt.“ Weiterhin wartet der Verein darauf, dass Politik und Stadt den Weg freimachen – im November könnte schließlich Bewegung in das Projekt „Neubau“ kommen.

Geißbockheim des 1. FC Köln: Der Ärger mit Aktivisten

Das Trainingsgelände des 1. FC Köln, das sich seit jeher im Kölner Grüngürtel befindet, soll – und muss mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Clubs – eine Neuerung erfahren. Im Groben bedeutet dies, so das offizielle Statement auf der Vereinsseite: „Auf einem bestehenden Kunstrasenplatz soll ein Leistungszentrum gebaut werden, das Nachwuchs und Profis unter einem Dach vereint. Auf einer momentan nicht genutzten Wiese neben der viel befahrenen Militärringstraße sollen drei Kunstrasenplätze für die 8- bis 16-Jährigen entstehen.“ Darüber hinaus sollen vier weitere Plätze, genannt „Kleinspielfelder“, entstehen, die der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden sollen.

Das Problem: Zahlreiche Bürgerinitiativen, allen voran „Grüngürtel für Alle“, möchten das Vorhaben des Bundesligisten unterbinden. Auch einen vollständigen Abzug des Fußballklubs aus dem Areal soll die Gegenpartei mehrfach gefordert haben. Der FC sagt hierzu: „Der Standort Geißbockheim hat sich als der mit Abstand am besten geeignete erwiesen, um bestehende Infrastruktur zu nutzen und zu ergänzen. Ein Wegzug des 1. FC Köln aus seiner angestammten Heimat widerspricht überdies fundamental der Intention, mit der der FC einst am Geißbockheim angesiedelt wurde sowie der Philosophie, der sich der FC verpflichtet fühlt.“

Der Standort Geißbockheim hat sich als der mit Abstand am besten geeignete erwiesen, um bestehende Infrastruktur zu nutzen und zu ergänzen.

Statement des 1. FC Köln zum Projekt „Neues Geißbockheim“

1. FC Köln: Präsident Werner Wolf kündigt zeitnahe Lösung an

Auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln, datiert vom 20. September 2022, spricht Präsident Dr. Werner Wolf das Thema „neues Geißbockheim“ an. So stellt der Vereinsboss unmissverständlich klar, dass das „Nachwuchsleistungszentrum mit Abstand das wichtigste Projekt für den FC“ sei.

Dennoch weiß Wolf um die Komplikationen, was die erhoffte Genehmigung und die damit verbundenen Proteste angeht, die es für den Start der Renovierungsarbeiten benötigt. Im November dieses Jahres weiß der Verein zumindest, ob der Ratsbeschluss zu den Plänen im Allgemeinen rechtskräftig ist: Ein Zusammenschluss der Bürgerinitiativen hatte im Dezember 2020 gegen die Pläne des 1. FC Köln geklagt, woraufhin ein Normenkontrollverfahren eingeleitet wurde.

1. FC Köln: Zweiter Standort im Stadtteil Marsdorf in Planung – eine gute Alternative?

Entgegen dem Wunsch, den aktuellen Standort des Geißbockheims auch in Zukunft beizubehalten, rudert Wolf in seiner Stellungnahme allerdings etwas zurück: „Da wir aus den Problemen der Vergangenheit gelernt haben, fahren wir inzwischen mehrgleisig. Es gibt erste konkrete Planungen für einen neuen, zweiten Standort in Köln-Marsdorf. Egal, wie das Gericht zum Jahresende entscheidet, werden wir vorbereitet sein und eine sehr gute Lösung angehen können.“

Ob, wann und wie der Traditionsverein seine Um- und Ausbaupläne verwirklichen kann, steht noch in den Sternen. Die neuesten Äußerungen von Wolf dürften jedoch erst dann ernst genommen werden, wenn sich auch praktisch etwas tut. Bis dahin heißt es mal wieder: Abwarten.

1. FC Köln: Oberverwaltungsgericht kippt Bebauungsplan

Ende November 2022 kam es dann endlich zu einem Urteil vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes NRW: Der 1. FC Köln darf sein Trainingsgelände im Grüngürtel vorerst nicht erweitern. Die Entscheidung wurde mit Verfahrensmängeln am notwendigen Bebauungsplan der Stadt Köln begründet. Die Stadt wollte zusätzlich zur Trainingsgelände-Erweiterung Kleinspielfelder für die Öffentlichkeit bauen. Das OVG sah in diesen vollversiegelten Sportflächen allerdings einen Planungsfehler und kippte den Bebauungsplan. Die Fehler können allerdings mit Hilfe eines ergänzenden Planungsverfahrens aus der Welt geschaffen werden. Die Hoffnung, dass der 1. FC Köln sein Trainingsgelände im Grüngürtel nach dem ewigen Hin und Her doch noch erweitern darf, lebt demnach weiter. (md) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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