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„Es tut natürlich weh“ – so verabschiedete sich Markus Gisdol vom 1. FC Köln

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Von: Mick Oberbusch

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln) tröstet Spieler Jonas Hector nach der 2:3-Niederlage gegen Mainz 05
Nach der 2:3-Niederlage gegen Mainz 05 musste Markus Gisdol als Trainer des 1. FC Köln seinen Hut nehmen. © Herbert Bucco/Imago

Nach der Niederlage gegen Mainz musste Markus Gisdol seinen Platz als Trainer des 1. FC Köln räumen. Bei der Verabschiedung kämpfte er sichtlich mit den Emotionen.

Köln – Trainerentlassungen gehören zum Fußball-Business dazu – was jedoch nicht bedeutet, dass die Situation den Beteiligten nicht nahe geht. Dies gilt auch für Markus Gisdol, der nach der 2:3-Niederlage der Geißböcke gegen Mainz 05 entlassen wurde und sich einen Tag später von der Mannschaft verabschiedete. Sein Vorhaben, „nicht zu emotional zu werden“, konnte er dabei nur bedingt einhalten, wie die neue Folge der vom 1. FC Köln produzierten Doku-Reihe „24/7 FC“ zeigt.

„Ihr werdet wieder punkten“ – Markus Gisdol glaubte bei Abschied noch an die Mannschaft

So hat zeitgleich zur Vorstellung von Friedhelm Funkel als neuer FC-Trainer die gesamte Mannschaft samt Betreuerteam und Geschäftsführung in der FC-Kabine Platz genommen, um den finalen Worten Gisdols vor seinem Köln-Abschied zu lauschen. „Markus hat uns darum gebeten, sich noch persönlich von euch verabschieden zu können“, erklärt Finanz-Chef Alexander Wehrle gegenüber dem Team – und erteilt Gisdol das Wort. „Natürlich tut es weh“, erklärt der gebürtige Geislinger, habe sich allerdings vorgenommen, die Situation nicht zu nah an sich heranzulassen.

Zunächst spricht der ehemalige Übungsleiter Jonas Hector, Timo Horn und Co. noch einmal Mut für den Saisonendspurt zu. „Ihr seid ganz dicht dran, wieder zu punkten, und werdet dies auch wieder tun“ – nach den Siegen gegen Leipzig und Augsburg hat Gisdol damit augenscheinlich recht behalten. Dann erklärt er, was ihm in seiner Zeit an der FC-Seitenlinie am meisten gefehlt hat: Die Zuschauer im Rheinenergie-Stadion. „Natürlich hätte ich mir mehr Heimspiele mit Fans gewünscht. Wir haben 26 Heimspiele gehabt, und davon nur sieben mit Zuschauern. Das war eigentlich auch einer der Gründe, warum ich damals nach Köln gekommen bin, weil mich als auswärtiger Trainer immer so begeistert war von der Atmosphäre hier.“

Markus Gisdol bei seinem Abschied vom 1. FC Köln: „Hier geht vieles tiefer als woanders“

Genauso begeistert schien der zuletzt leider erfolglose Trainer aber auch von seiner Mannschaft. „Jeder von euch muss hier wahnsinnig viel aushalten, Woche für Woche. Es ist hier wahnsinnig viel los um den Club und vieles geht tiefer als woanders. Ihr habt das als junge Menschen wirklich toll gemacht, das verdient den höchsten Respekt.“ Dann gibt es noch einmal gemeinschaftlich Applaus, als Gisdol endgültig Lebwohl sagt. „Ich wünsche jedem von euch von ganzem Herzen alles Gute – und werde euch und den Club im Herzen behalten.“ (mo)

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