Friedhof in Neuss

1. FC Köln: Langer Konflikt um FC-Grabstein von Kultfan endlich beigelegt – jetzt steht das Denkmal

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Andreas May alias Schwelm war ein großer Fan des 1. FC Köln (Symbolbild).
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Der verstorbene FC-Fan Schwelm wünschte sich einen Grabstein in den Farben seines Lieblingsvereins. Diesen Wunsch hat er nach langer Zeit nun endlich erfüllt bekommen.

  • Schwelm“ war ein lebenslanger Fan des 1. FC Köln, der mit dem Verein durch dick und dünn ging
  • 2020 starb er an Krebs und die Stadt Neuss wollte seinen Grabstein in den Farben des Vereins nicht akzeptieren
  • Doch dank des Einsatzes von Freunden, Fans und einer Online-Petition steht das FC-Denkmal nun endlich!

Update vom 14. Januar 2021, 10:30 Uhr: Lange hat es gedauert, doch endlich steht der FC-Grabstein! Somit konnte nun auch in letzter Konsequenz der Wunsch von Andreas „Schwelm“ May, Kultfan des 1. FC Köln, erfüllt werden. In einem Facebook-Post zeigte sich Daniel Schuch äußerst dankbar für die erfolgreiche Unterstützung aller „Ottos“ im vergangenen Jahr. Dabei teilte er zugleich ein Bild von dem nun vollständigen Grab von Schwelm, inklusive Denkmal in rot-weißen Farben. Schuch war der Initiator der letztlich erfolgreichen Online-Petition zur Aufstellung des FC-Grabmals.

1. FC Köln: Langer Konflikt um FC-Grabstein von Kultfan endlich beigelegt – Online-Petition erreicht ihr Ziel

Erstmeldung vom 17. Dezember 2020:

Köln/Neuss – Es war ein ewiges Hin und Her. Nach dem Tod des aus Neuss stammenden FC-Kultfan Andreas May, besser bekannt als Schwelm, gab es eine monatelange Auseinandersetzung zwischen dem Friedhofsamt der Stadt Neuss und Schwelms Familie über die Zulassung seines Grabsteins mit dem Logo des 1. FC Köln. Während es von vielen Seiten Unterstützung für die Familie des Verstorbenen gab, wollte die Stadt Neuss von ihrem Standpunkt nicht abrücken. So wurde schließlich sogar eine Online-Petition zur Umsetzung von Schwelms letzten Willen ins Leben gerufen. Doch im Dezember ist es dann endlich zu einem Kompromiss gekommen.

Kultfan des 1. FC Köln: Andreas „Schwelm“ May wünschte sich eine ganz besondere Ruhestätte

Er war in Kreisen des 1. FC Köln allseits bekannt und beliebt. Andreas May, mit Spitznamen „Schwelm“, war FC-Fan durch und durch, reiste seinem Herzensvereins jahrelang quer durch Deutschland hinterher. Doch am 14. Juni 2020 verstarb Schwelm im Alter von nur 46 Jahren. Grund war ein unheilbares Krebsleiden.

Bereits im Frühjahr, also vor seinem Tod, ließ sich der Neusser auf eigenen Wunsch einen Grabstein mit dem Logo und Farben seines Lieblingsvereins in eigenem Auftrag vom Steinmetz herstellen. Diesen konnte sich Schwelm vor allem Dank einer Spendenaktion seiner Freunde leisten, welche auch von bekannten FC-Gesichtern wie z.B. dem Fan-Beauftragten Rainer Mendel unterstützt wurde. Der restlichen Betrag von über 1000€ kam durch ein vom FC gespendetes Trikot zusammen.

FC-Grabstein: Friedhofsamt Neuss lehnt Denkmal ab – 1. FC Köln und Lokalpolitiker leisten Unterstützung

Doch dem Friedhofsamt der Stadt Neuss gefiel der doch etwas bunte Grabstein leider nicht ganz so gut und wollte diesen in der ursprünglichen Form nicht aufstellen lassen, da dieser nicht zum Friedhof passe. Laut Express heißt es in einem Schreiben gegenüber des Steinmetzen konkret: „Im Fall des beantragten Grabsteines passt sich dieser in seiner Gestaltung und Bearbeitung nicht der Umgebung und der Würde des Friedhofes an. Der umlaufende Schal an dem Grabstein wurde mit roter, weißer und schwarzer Farbe angestrichen. Dies entspricht nicht der weiteren Umgebung des Grabfeldes.“

Das Unverständnis bei Familie und Freunden war selbstverständlich groß und zog schnell weite Kreise. So machten sich neben dem zuvor genannten Rainer Mendel, mit Vize-Präsident Dr. Carsten Wettich und Kaderplaner Frank Aehlig weitere bekannte Personen vom 1. FC Köln für Schwelms letzten Wunsch stark. Doch dabei blieb es letztlich nicht und so schaltete sich mit Sven Schümann und Jessica Köster, beide CDU Neuss, auch schnell die lokale Politik mit ein. Gegenüber dem Express forderte Schümann eine Neubewertung des FC-Grabsteins von Andreas May.

Freunde und Bekannte haben es satt: Online-Petition für FC-Grabstein gestartet

Der ganze Auseinandersetzung dauerte schließlich so lange, dass einige Freunde und Bekannte von Schwelm die Nase voll hatten. Sie ergriffen also selbst die Initiative und starteten in Person von Daniel Schuch eine Online-Petition, die sich nun für die Zulassung des Grabsteins einsetzen möchte. Diese richtet sich natürlich an das Friedhofsamt der Stadt Neuss und fordert wenn nötig eine generelle Abänderung der dortigen Friedhofssatzung. Das benötigte Ziel zur Einreichung der Petition liegt bei 1600 Stimmen, die jedoch alle aus Neuss stammen müssen. Angesichts der Laufzeit von nur vier Wochen scheint dies somit fast unerreichbar.

FC-Grabstein in Neuss: Einigung endlich vorhanden – sechsmonatiger Konflikt nimmt glückliches Ende

Doch fast schon überraschend erklärte die Stadt Neuss gegenüber 24RHEIN, dass bei einem Treffen Anfang Dezember tatsächlich endlich eine Einigung zwischen allen Parteien erzielt wurde. So wurde gemeinsam mit Schwelms Bruder, Lokalpolitikern, einem Vertreter des 1. FC Köln und eben der Stadt Neuss einen Kompromiss gefunden.

Gegenüber 24RHEIN erklärt die Stadt Neuss wie diese aussehen soll: „Der Stein erhält eine mattere Farbe, was der beauftragte Steinmetz nach Kenntnis der Stadt Neuss schon umgesetzt hat. Die Familie des Nutzers hat sich zudem bereiterklärt, ein Begleitgrün so zu pflanzen, dass der Grabstein nur dann unmittelbar sichtbar ist, wenn der Betrachter direkt vor dem Grab steht.“ Die Genehmigung wurde laut Stadt tatsächlich noch diese Woche erteilt, womit Andreas May alias Schwelm wohl schon bald unter seinem gewünschtem FC-Grabstein endlich seine letzte Ruhe finden kann. Trotz der wahrscheinlichen Verfehlung des Stimmenziels hat die Online-Petition ihr Ziel also letztlich doch noch erreicht.

FC-Grabstein in Köln möglich? So sind die Vorschriften auf den Friedhöfen der Domstadt

Bei diesem ewig langem Konflikt in Neuss kommt verständlicherweise schnell die Frage aus, wie die Situation eigentlich in Köln – also der Heimat von Schwelms Lieblingsverein – aussähe. So verteidigt sich die Stadt Neuss auf Nachfrage von 24RHEIN unter anderem damit, dass dies „kein außergewöhnlicher Vorgang“ sei, sondern von „nahezu allen Kommunen“ so gehandhabt wird. Im Anschluss nennt die Stadt Neuss dann noch ganz konkret Köln als Beispiel dafür.

Und es stimmt. 24RHEIN hat bei der Stadt Köln ebenfalls um Auskunft gebeten und bekam bestätigt, dass auch in der Domstadt vor der Errichtung eines Grabsteins eine Genehmigung der Friedhofsverwaltung benötigt wird. Zwar bestehe „hinsichtlich der Gestaltung keine konkreten Vorgaben, beispielsweise zur Form- oder Farbauswahl“, aber die Denkmale werden zuvor überprüft. Die Friedhofssatzung bestimmt aber auch hier den Bewertungsrahmen und gibt vor, dass die Grabsteine zur Umgebung passen müssen. Letztlich hätte der Fall von Andreas May also auch in Köln ein ewig langer Prozess werden können. (os)

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