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Pokal-Aus für 1. FC Köln: Ein Elfmeter, der nicht zählt

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Von: Max Dworak

Mark Uth kneift enttäuscht die Augen zusammen.
Mark Uth, der in der 21. Minute die Riesen-Chance zur Führung liegen ließ, haderte anschließend mit sich selbst. © Herbert Bucco/Imago

Der Traum von Berlin endet für den 1. FC Köln im eigenen Stadion. Gegen den Hamburger SV kämpft der Bundesligist bis zum Ende und versagt im Elfmeterschießen.

Köln – „Das Elfmeterschießen mit zwei Kontakten zu verlieren, hatte ich auch noch nicht“, gestand Steffen Baumgart, Trainer des 1. FC Köln, nachdem die Niederlage im DFB-Pokal Achtelfinale besiegelt war. In einem kuriosen Spiel über 120 Minuten gipfelte das Aufeinandertreffen mit dem Hamburger SV in einem noch viel verrückteren Elfmeterschießen. Der Unglücksrabe des Abends: Flügelstürmer Florian Kainz.

Pannen-Elfer von Florian Kainz sorgt für Gesprächsstoff #1

Als fünfter Elfer-Schütze lastete eine Menge Druck auf Florian Kainz. Da der Hamburger Sebastian Schonlau vom Punkt traf, musste der Österreicher unbedingt nachziehen. Der 29-Jährige lief an und versenkte den Ball – so weit, so gut. Doch wenige Sekunden später trällerte Schiedsrichter Daniel Schlager in seine Pfeife und erklärte das Spiel für beendet. Die verdutzten Kölner versammelten sich um den Spielleiter und gestikulierten fragend: Was war passiert?

Da der Kölner Spieler den Ball bei seinem Schuss zweifach berührte, konnte sein Treffer nicht gewertet werden. Die Regeln besagen zudem, dass ein solcher Fehlversuch nicht wiederholt werden kann. So schied der Bundesligist auf die wahrscheinlich bitterste Art und Weise aus dem DFB-Pokal aus, die man sich nur vorstellen kann.

1. FC Köln: Bedingungsloser Offensiv-Fußball #2

Der 1. FC Köln machte im Pokalspiel gegen die Hanseaten genau das, was er seit der Amtsübernahme von Steffen Baumgart am besten kann: Nach vorne spielen. Mit 22 Torschüssen, von denen am Ende jedoch nur einer den Weg ins Tor fand, hatte der Erstligist insgesamt sechs Abschlüsse mehr als der Hamburger SV. Diese Art von Fußball möchten die Fans sehen, weshalb auch künftig nicht damit zu rechnen ist, dass sich die Kölner hinten verschanzen werden – zumindest nicht unter dem aktuellen Übungsleiter.

Anthony Modeste trifft und trifft munter weiter #3

In der 120. Spielminute, als viele Fans den Aus-Knopf auf der Fernbedienung vielleicht schon drücken wollten, meldeten sich die Geißböcke noch mal zurück. Anthony Modeste, der trifft, wie er nur möchte, verwandelte eiskalt per Foulelfmeter und sicherte seiner Mannschaft zumindest das Elfmeterschießen. Vor der Begegnung sagte der Franzose: „Der Trainer hat einen großen Wunsch und möchte in seiner zweiten Heimat Berlin unbedingt mal im Finale stehen.“ Auch wenn er ihm diesen Wunsch nicht gänzlich erfüllen konnte, so schaffte es der Stürmer doch wieder, sein Team jubeln zu lassen. Auch gegen den VfB Stuttgart in der zweiten Runde des Wettbewerbs gelangen ihm die einzigen zwei Kölner Treffer des Abends.

1. FC Köln: Jannes Horn und Kingsley Ehizibue machen ihre Sache gut #4

Die angekündigte Rotation von Steffen Baumgart, die er gegen den Hamburger SV in die Tat umsetzte, war – zumindest in Bezug auf die Außenverteidiger-Positionen – ein voller Erfolg. Jannes Horn, der bis zum 16. Spieltag der Bundesliga wegen einer Hüftverletzung ausfiel, bestritt im Pokal-Achtelfinale sein erstes Saison-Spiel von Beginn an. Über die linke Abwehrseite suchte der 24-Jährige immer wieder den Weg nach vorne und fand sogar in einer Situation den Torabschluss. Nach 60 Minuten verließ er nach einer guten Vorstellung das Feld. Über rechts kam Kingsley Ehizibue erstmals seit dem 8. Spieltag der Bundesliga zu mehr als 20 Minuten Einsatzzeit. Der pfeilschnelle Abwehrspieler macht seine Sache ebenfalls gut und versuchte permanent, seine Teamkollegen in der Spitze mit Hereingaben zu füttern. Nach 66 Minuten endete auch sein Arbeitstag mit einer guten Vorstellung.

Grundsätzlich stach keine der sechs personellen Veränderung, die Steffen Baumgart im Vergleich zur Pleite gegen den FC Bayern München vornahm, negativ heraus. Dies sah auch Kapitän Jonas Hector so, der zu Abwechslung im Mittelfeld auflief: „Trotz der Rotation hatten wir Chancen, um die Tore zu machen.“

Thema Großchancen: 1. FC Köln lässt immer noch zu viel liegen #5

Bereits zu Beginn der Saison war den Statstiken klar zu entnehmen, dass der FC sich unzählige Tor-Chancen herausspielt. Der Haken: In genau diesen Situationen fehlt allerdings häufig die letzte Entschlossenheit. Auch gegen den Hamburger SV hatte der 1. FC Köln in der Kategorie „Chancentod“ wieder einiges zu bieten. So vergaben Sebastian Andersson und Mark Uth wohl die insgesamt drei größten Gelegenheiten der Partie auf Seiten der Hausherren. Besonders der klägliche Versuch des Ex-Schalkers in der 21. Spielminute wird die Kölner Fans wohl noch einige Tage begleiten. Steffen Baumgart übte nach dem Pokal-Aus umgehend Kritik an der Chancenverwertung seiner Jungs: „Aus meiner Sicht hatten wir gute Möglichkeiten, die wir nicht genutzt haben.“(md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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