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„Keine Fußballplätze im Grüngürtel“ – Henriette Reker erteilt dem 1. FC Köln eine Absage

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Von: Andreas Ohlberger

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Kölschen Sportnacht in der Flora Köln am 18.09.2021
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker stößt den 1. FC Köln mit ihren Äußerungen zum Ausbau des Geißbockheims einmal mehr vor den Kopf. © Eduard Bopp/IMAGO

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bezeichnet die Pläne des 1. FC Köln für einen Ausbau des Geißbocksheims als Wunschdenken.

Köln – Die Debatte um den Ausbau des Geißbockheims beschäftigt den 1. FC Köln, die Politik und die Stadtverwaltung schon einige Jahre. Der Club möchte am traditionellen Standort im Grüngürtel, wo er 2023 seit 70 Jahren seinen Vereinssitz hat, die Trainingsbedingungen verbessern und das Nachwuchsleistungszentrum errichten. Wie notwendig dieser Ausbau sei, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart bereits kurz nach seinem Amtsantritt erklärt.

Hin und Her von Politik und Verwaltung

Eine Mehrheit im Stadtrat und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatten die Pläne auch schon abgenickt. Doch seit der letzten Kommunalwahl haben die Grünen, Vorreiter im Kampf gegen die Ausbaupläne, im Rat größeres Mitspracherecht. Das Moratorium des neuen Ratsbündnisses von Grünen, CDU und Volt hatte das Projekt 2020 ausgebremst. Und mit den neuen Mehrheiten kippte auch die Oberbürgermeisterin um.

1. FC Köln pocht auf positiven Ratsbeschluss

Sieben Jahre dauert das Gezerre um Ausbau oder Nicht-Ausbau inzwischen schon an. Die Vorstellung, dass am Geißbockheim irgendwann die Bagger rollen, ist inzwischen in weite Ferne gerückt. Auch wenn der 1. FC Köln weiterhin auf den positiven Ratsbesschluss von einst pocht.

Henriette Reker: „Keine Fußballplätze mehr im Grüngürtel“

Auf Gegenliebe bei der Verwaltung stößt das nicht. Im Gegenteil. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker erklärte jetzt in einem Interview mit dem Korrespondenten und Buch-Autor Moritz Küpper für den Kölner Presseclub fast schon sarkastisch: „Ich habe Verständnis für den FC, man kann sich ja manches wünschen, aber das geht nicht in Erfüllung.“ Es sei ein Zeichen der Zeit, den Grüngürtel nicht mehr mit Fußballplätzen zu bebauen, so die OB weiter.

Aussagen der Oberbürgermeisterin sorgen zur Kopfschütteln

„Ich habe immer gesagt: Was für den 1. FC Köln gut ist, ist auch für die Stadt gut – und umgekehrt“, sagt Henriette Reker im Gespräch. Ihre Antwort auf den Einwurf, dass sehe man beim FC wahrscheinlich anders, sorgt für Kopfschütteln: „Nur hatte ich vielleicht immer schon eine andere Vorstellung, was für den 1. FC Köln gut ist, als er selber.“

Von ihrem einstigen Versprechen will Henriette Reker auch in diesem Interview nichts mehr wissen. Stattdessen belässt sie es bei der wenig konkreten Ankündigung, „man werde Marsdorf und auch andere Möglichkeiten prüfen, damit der FC bald zu einem Ergebnis kommen kann.“

Die Ackerfläche in Marsdorf ist schon länger als möglicher Alternativ-Standort im Gespräch. Obgleich dorthin eigentlich das Frischezentrum des Großmarktes umziehen soll, damit dessen bisheriges Gelände für das Zukunftsprojekt Parkstadt-Süd genutzt werden kann. Das müsste sich das Marsdorfer Feld dann mit dem FC teilen. Ob das überhaupt funktioniert, wird derzeit noch geprüft. Weder dazu, noch zu konkreten Alternativen äußerte sich die Oberbürgermeisterin im Presseclub-Interview. (ao) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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