Am Samstag gegen Hertha BSC

Fast 400 Minuten ohne FC-Tor: Der 1. FC Köln und das Warten auf den nächsten Treffer – Klappt es diesmal?

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FC-Angreifer Jan Thielmann (r.) erzielte das bislang letzte „Stürmertor“ für den 1. FC Köln.
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Die offensive Harmlosigkeit ist nur eines der Probleme beim 1. FC Köln in dieser Saison. Gegen Hertha soll die Durststrecke endlich enden – nur wie?

  • Seit fast 400 Minuten wartet der 1. FC Köln nun schon auf einen Treffer in der Bundesliga
  • Die Stürmer der Geißböcke kommen bislang noch nicht richtig in Tritt
  • Gegen Hertha BSC könnte sich am Samstag mit einem Treffer ein besonderer Kreis schließen

Köln – An Thomas Cichon werden sich wohl nur die älteren Fans des 1. FC Köln erinnern, in den Geschichtsbüchern des Klubs hat er jedoch spätestens seit dem 2. März 2002 seinen Platz sicher. Damals liefen die Geißböcke im Berliner Olympiastadion auf – und blieben bis zur 75. Spielminute ohne Tor, wie so häufig zuvor in dieser Spielzeit. Seit sage und schreibe 1.033 Minuten wartete man damals auf einen FC-Treffer in der Bundesliga – bis Abwehrmann Cichon diese Serie mit einem Gewaltschuss beendete. Dennoch stellte das Team aus Köln mit dieser historischen Durststrecke einen Rekord auf, der wohl bis in alle Ewigkeit halten wird. Nie zuvor oder im Nachhinein war ein Bundesliga-Club so lange ohne eigenes Tor geblieben.

1. FC Köln will unter Markus Gisdol gegen Hertha BSC die Torlos-Serie beenden

Zugegeben, ganz so dramatisch ist es in der Saison 2020/21 noch nicht – dennoch sorgen aktuell 395 torlose Minuten mit Sicherheit auch nicht dafür, dass am Geißbockheim in dieser Woche Ruhe einkehrt. Spätestens seit der herben 0:5-Klatsche beim SC Freiburg stehen Markus Gisdol und Co. unter Zugzwang, müssen es am Wochenende endlich schaffen, den Bock in der Bundesliga umzustoßen – oder zumindest mal wieder ein Tor zu erzielen. So, wie es gegen Hertha BSC nach einer langen Durststrecke schon einmal gelungen ist.

Nur: Wer soll aktuell die Tore schießen? Einzig Aufsteiger Arminia Bielefeld (zehn Treffer) und der ewig kriselnde FC Schalke (zwölf Tore) haben seltener ins Schwarze getroffen als der FC (13), das letzte „Stürmertor“ gelang durch Jan Thielmann am zehnten Spieltag. Obwohl Anthony Modeste im Pokal traf, war ihm bei seinem Startelf-Einsatz in Freiburg deutlich die fehlende Frische anzusehen, Sieben-Millionen-Euro-Neuzugang Sebastian Andersson kommt mit einer Knieverletzung weiterhin nicht in Tritt. Tolu Arokodare scheint aktuell noch nicht bereit für die Bundesliga, und auf dem Transfermarkt ist aktuell keine Soforthilfe in Sicht.

1. FC Köln vor dem Duell mit Hertha BSC: Rückkehr zur Dreierkette geplant – kehrt die Standardstärke zurück?

Auch Markus Gisdol erkannte das Offensiv-Problem, setzte vermehrt auf Ondrej Duda und einen weiteren, laufstarken Spieler wie Thielmann in vorderster Front – ein Eingeständnis, dass man keinem Stürmer aktuell eine tragende Rolle zutraut. Gegen die Hauptstädter verdichten sich die Anzeichen, dass der FC-Coach zur Dreierkette zurückkehrt, das System, in dem die Geißböcke bislang ihre einzigen Saisonsiege (2:1 in Dortmund, 1:0 in Mainz) holen konnten. Auch in diesen Partien ohne „echten“ Stürmer wie Andersson oder Modeste. Damals der Hauptgrund für den Erfolg: Eine kompakte Defensive, in die Offensive nachrückende Zentrumsspieler – sowie die eigene Stärke nach Standards. Fast die Hälfte aller bislang erzielten Saisontore fielen nach einem ruhenden Ball, Standardsituationen bieten dem FC wohl aktuell die größte Chance auf einen Treffer.

Vor allem gegen einen Gegner wie Hertha BSC, der soliden Auftritten wie dem Derby-Sieg gegen Union (3:1) immer wieder blamable Vorstellungen wie beim 0:1 in Bielefeld folgen lässt. Für den FC geht es nicht darum, sich Tore schön herauszuspielen, davon ist das Team von Markus Gisdol aktuell meilenweit entfernt. Sondern darum, Tore zu erkämpfen, und sich selbst ein wenig Selbstbewusstsein zurück zu holen. Nur vier Teams kassierten bislang mehr Treffer als die Hauptstädter (25), was eine gewisse defensive Anfälligkeit offenbart, dazu steht Trainer Bruno Labbadia bereits in der Kritik. Gute Vorzeichen also, die Serie endlich enden zu lassen. Auch ohne einen Gewaltschuss von Thomas Cichon. (mo)

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