Kein Nachweis gefunden

Hertha-Spieler beleidigt 1. FC Köln? DFB-Ermittlung stellt Verfahren ein

+
Matheus Cunha (mittig) ging nach einem Zweikampf mit Ellyes Skhiri (rechts) schnell zu Boden und ließ im Anschluss seinem Ärger freien Lauf.
  • schließen

Matheus Cunha von Hertha BSC soll im Spiel gegen den 1. FC Köln eine Beleidigung Richtung FC-Bank geworfen haben. Doch der DFB hat das Verfahren nun eingestellt.

  • Beim Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC ist es zu einem Zwischenfall gekommen
  • Berlin-Stürmer Matheus Cunha soll die FC-Bank beleidigt haben, worauf der DFB eine Ermittlung eingeleitet hatte
  • Der DFB hat das Verfahren gegen Cunha nun aber eingestellt, da keine Nachweise gefunden werden konnten

Update vom 22. Januar, 16:45 Uhr: Der DFB hat bekannt gegeben, dass das Verfahren gegen Matheus Cunha wegen vermeintlicher Beleidigung eingestellt wird. Laut Dr. Anton Nachreiner, dem Vorsitzenden des Kontrollausschusses, hätte kein Nachweis für den Vorwurf einer beleidigende Aussage gefunden werden können. Darüber hinaus habe der 1. FC Köln auch keine Anzeige gegen den Hertha-Stürmer erstattet, weshalb der DFB die Sache nicht mehr weiter verfolgen wird.

1. FC Köln: Hertha-Spieler soll FC-Bank beleidigt haben – DFB-Ermittlung läuft

Erstmeldung vom 18. Januar 2021:

Köln – Sportlich war das torlose Unentschieden zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC nicht besonders aufregend. Doch Abseits des Spielgeschehens kam es zu einem echten Aufreger. Hertha-Stürmer Matheus Cunha soll nämlich die FC-Bank beschimpft haben, weshalb er sich nun womöglich wegen Beleidigung verantworten muss. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag mitteilte, habe der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen den Brasilianer eingeleitet.

Es bestehe demnach der Verdacht, dass Cunha „gegen Ende des Bundesligaspiels beim 1. FC Köln am vergangenen Samstag einen beleidigenden Spruch in Richtung der Kölner Trainerbank geäußert haben könnte“, hieß es in einer Mitteilung. Der DFB-Ausschuss forderte Cunha daher zu einer Stellungnahme zu den Vorwürfen auf. Sobald die Aussage des 21-Jährigen vorliegt und ausgewertet ist, wird über das weitere Vorgehen entschieden. Bei einem Schuldspruch würden dem Stürmer von Hertha BSC mehrere Spiele Sperre drohen.

1. FC Köln gegen Hertha BSC: Matheus Cunha ist wohl der Kragen geplatzt

Doch was war genau passiert? Matheus Cunha ging nach einem Zweikampf mit Ellyes Skhiri vom 1. FC Köln zu Boden und blieb kurz liegen. Die FC-Bank rund um Cheftrainer Markus Gisdol beschwerte sich im Anschluss darüber, dass sich der Brasilianer zu schnell fallen gelassen habe. Worauf Cunha eine Beschimpfung entgegnet haben soll.

So oder so wäre das kein besonders sportliches Verhalten, welches im Normalfall mit einer Roten Karte bestraft werden könnte. Doch Schiedsrichter Frank Willenborg hatte die mutmaßliche Beschimpfung wohl nicht mitbekommen und ließ das Spiel weiterlaufen. Zwar versuchten die FC-Verantwortlichen danach beim 4. Offiziellen Marcel Unger ihr Glück, aber auch dieser schien nichts gehört zu haben.

Markus Gisdol will „nicht den Polizisten spielen“ – Cunha soll sich entschuldigt haben

Markus Gisdol hatte offenbar genau verstanden, was Matheus Cunha in Richtung der Kölner Bank gerufen hatte. Doch der Trainer des 1. FC Köln wollte „nicht den Polizisten spielen“. „Wir sind alle keine Lämmer auf dem Sportplatz“, sagte Gisdol.

Was der wütende Cunha genau gerufen hatte, sprach nach der Partie keiner aus. Es sei momentan eben „ein sensibles Thema“, sagte Gisdol nach dem 0:0. „In der heutigen Zeit hört man jedes Wort. Die Mikrofone werden größer, und es sind keine Zuschauer da. Wenn der Schiedsrichter es hört, kannst du auch mal heftig bestraft werden. Aber ich fordere keine Strafen.“

Gisdols Kollege Bruno Labbadia bemühte sich, die Angelegenheit einzuordnen. „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wenn wir alles auf die Goldwaage legen, was Spieler und Trainer zwischendurch miteinander haben, machen wir das Spiel kaputt“, sagte er und betonte, dass Cunha „direkt während einer Verletzungspause rauskam und sich entschuldigt hat“. Zudem wisse man nicht, „was ihm vorher entgegengebracht“ worden sei. „Wir wollen doch Emotionen“, sagte Labbadia: „Ob das die richtigen sind, sei dahingestellt. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Das war von beiden Seiten sehr sauber.“ (os mit SID und dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion