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1. FC Köln: Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Hoffenheim-Spiel

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Von: Max Dworak

Luca Kilian und Ilhas Bebou schauen auf den Ball und versuchen, ihn jeweils als Erstes zu berühren.
Luca Kilian (links) mit einem starken Tackling gegen Ilhas Bebou (rechts). © Moritz Müller/Imago

Der 1. FC Köln kann gegen TSG 1899 Hoffenheim erneut keine Punkte sammeln. Dennoch lief im zweiten Anlauf zweifelsohne vieles besser als im Hinspiel.

Köln – 37.500 Zuschauern konnten ihren 1. FC Köln am Sonntagabend bestaunen. Derart volle Ränge waren im RheinEnergie-Stadion zuletzt beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach erlaubt, als sich 50.000 Fans in der zu diesem Zeitpunkt ausverkauften Arena in Müngersdorf einfanden. Trainer Steffen Baumgart hatte sich im Vorfeld des Kräftemessens mit der TSG 1899 Hoffenheim an die Anhängerinnen und Anhängern gewandt und gehofft, sie würden auch „ergebnisunabhängig“ auf der Seite ihrer Mannschaft stehen. Nach 90 Minuten musste der FC trotzdem eine 0:1-Pleite hinnehmen. Allerdings – und das ist das Entscheidende – waren die Geißböcke ein Gegner auf Augenhöhe, dem letztlich das Quäntchen Glück fehlte.

1. FC Köln: Jannes Horn feiert Startelf-Debüt #1

Kurz vor dem Start der Begegnung war klar, dass der 1. FC Köln auf eine seiner wichtigsten Säulen verzichten muss. Kapitän Jonas Hector bleib der Begegnung aus „privaten Gründen“ – so die offizielle Erklärung – fern. So bekleidete Jannes Horn die Linksverteidiger-Position erstmals in dieser Spielzeit von Beginn an. Schnell wurde klar, dass der 25-Jährige – bis November letztes Jahres monatelang verletzt – die Aufgaben seines prominenten Konkurrenten umzusetzen versuchte.

In Sachen Flanken in die Spitze gelang ihm dies auch immer wieder im Laufe des Spiels. Ein Blick auf die Zweikampfwerte birgt jedoch noch Verbesserungspotenzial: Von 10 geführten Duellen gewann Jannes Horn lediglich eines. Nach 80 Minuten verließ der Abwehrspieler dann das Feld und machte den Weg für Kingsley Schindler frei.

Julian Chabot macht erstes Pflichtspiel für den 1. FC Köln #2

Vier Wochen durfte Julian Chabot in der Bundesliga nur zusehen, gegen die TSG erklärte Steffen Baumgart die Wartezeit seines Schützlings für beendet. Aufgrund des Ausfalls von Timo Hübers kam der Neuzugang – Ende Januar für zwei Jahre von Sampdoria Genua aus Italien ausgeliehen – zu seiner Pflichtspiel-Premiere für den 1. FC Köln. Gleich nach wenigen Minuten war der Innenverteidiger erstmals gefordert und versperrte Gegenspieler Christoph Baumgartner mit seiner wuchtigen Erscheinung den Weg, der anschließend zu Boden ging.

In der 66. Minute merkte man dem Bundesliga-Frischling noch ein wenig Nervosität an, als er einen Ball in der eigenen Hälfte ohne ernsthafte Bedrängnis abgab. Sechs Minuten vor seiner Auswechslung rückte die Abwehrkante dann einen Ticken zu weit aus der Viererkette auf und hatte im folgenden Sprint-Duell mit Georginio Rutter klar das Nachsehen. Nach 89 Minuten Einsatzzeit standen 59,26 Prozent gewonnene Zweikämpfe in den individuellen Leistungsdaten des Debütanten. Chabot selbst ärgerte sich nach Abpfiff über die knappe Niederlage: „Ein Punkt wäre verdient gewesen. Beide Teams hatten Chancen. Ein Sieg beim Debüt wäre natürlich schön gewesen.“

1. FC Köln – TSG 1899 Hoffenheim: Das Duell in Zahlen

1. FC KölnTSG 1899 Hoffenheim
Tore01
Torschüsse1013
Passquote83 Prozent78 Prozent
Ballbesitz55 Prozent45 Prozent
Zweikampfquote53 Prozent47 Prozent

Trotz des Rückstandes zeigt sich der 1. FC Köln gewohnt kämpferisch #3

Nachdem Stefan Posch die Gäste in der 61. Minute in Führung brachte, brauchten die Hausherren etwa eine Viertelstunde, um sich zu erholen. Auch, wenn die Kopfbälle von Anthony Modeste (77.) sowie der eingewechselten Sebastian Andersson (89.) und Tim Lemperle (90+1) nicht den Weg ins Tor fanden, so symbolisierten diese Abschlüsse die Arbeitsmoral, welche Steffen Baumgart von seinen Akteuren zu jeder Zeit auf dem Feld einfordert. Modeste, der in der ersten Halbzeit den Führungstreffer auf dem Fuß hatte, sagte nach dem Duell: „Es gibt solche Tage wie heute, wo der Ball einfach nicht ins Tor will. Wir haben heute als Mannschaft alles probiert. Heute hat es nicht gereicht. Es ist eine sehr bittere Niederlage. Wir hatten unsere Chancen und müssen weiter hart an uns arbeiten.“ Somit wartet der 15-Tore-Mann weiterhin auf sein erstes persönliches Erfolgserlebnis gegen den Klub aus Sinsheim.

Kleiner Sidefact: Im dritten Liga-Spiel in Folge visierte der 1. FC Köln mindestens zehn Mal den gegnerischen Kasten an. In der Summe können die Kölner aktuell die viertmeisten Torschüsse (343) der Bundesliga verzeichnen. Ein Problem, genügend Chancen zu kreieren, hat das Team von Steffen Baumgart offensichtlich nicht.

Mit Abstieg hat der 1. FC Köln weiter nichts am Hut #4

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Mit 36 Zählern und dem achten Rang in der Tabelle deutet weiterhin alles auf eine Abschlussplatzierung in der Top Ten hin. Der Abstand auf den ersten abstiegsgefährdeten Konkurrenten in der Liga beträgt derzeit ganze 13 Punkte. Klar ist, dass weiterhin kein Grund für die Kölner Supporterinnen und Supporter besteht, sich mit der 2. Bundesliga auseinanderzusetzen.

Am kommenden Sonntag, dem 13. März, muss der FC zum Lokalrivalen Bayer 04 Leverkusen. In den nächsten sieben Tagen heißt es: Voller Fokus auf das Derby und „möglichst schnell die 40 Punkte voll machen“, um es in den Worten von Anthony Modeste zu formulieren. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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