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FC-Fans lassen Frust an Sportchef Horst Heldt raus – der reagiert

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Von: Martin Henning

Fans des 1. FC Köln hängen ein Protestplakat mit der Aufschrift „FC SPÜRBAR PLANLOS - VORSTAND UND SPORTLICHE LEITUNG RAUS“ auf.
Vertreter des Fan-Klubs „Hätzbloot“ machten ihrem Unmut mit einem Banner Luft. © Federico Gambarini/dpa

Nach der Niederlage gegen Mainz und der Entlassung von Markus Gisdol steigt auch der Druck für FC-Sportchef Horst Heldt. Der ist nun Ziel der Fan-Wut.

Köln – Der 1. FC Köln hat mit Friedhelm Funkel einen neuen Trainer verpflichtet. Doch die FC-Fans sprechen derzeit vor allem über ein Thema: Wie geht es mit Sportchef Horst Heldt weiter? Heldt muss sich für einige fragwürdige Entscheidungen verantworten. Er hielt entgegen massiver Kritik lange an Trainer Markus Gisdol fest, verlängerte trotz dürftiger Leistungen im Sommer sogar den Vertrag seines Kumpels. Dessen Entlassung kostet den klammen FC etwa 800.000 Euro Abfindung.

Dazu zeichnet Heldt für die fehlgeschlagene Transferpolitik verantwortlich. Einzig Neuzugang Ondrej Duda konnte in dieser Bundesliga-Saison überzeugen, der offensive Mittelfeldspieler ist mit fünf Toren und fünf Vorlagen Top-Scorer der Kölner.

Stürmerhoffnung Dimitrios Limnios (3,3 Mio. Euro Ablöse) kommt auf gerade einmal 364 Einsatzminuten, Tolu Arokodare kriegt ebenfalls kein Bein auf den Boden und Winter-Neuzugang Emmanuel Dennis scheint weder spielerisch, noch charakterlich zu passen. Er wurde vor dem Mainz-Spiel sogar aus dem Kader geschmissen.

Horst Heldt im Spiel Werder Bremen gegen den 1. FC Köln.
Horst Heldt steht bei FC-Fans im Zentrum der Kritik. © Carmen Jaspersen/dpa

1. FC Köln: Fans protestieren mit Bannern gegen Sportdirektor Horst Heldt

Nach der 2:3-Niederlage gegen Mainz 05 – dem achten sieglosen Spiel in Folge – machten FC-Fans ihrem Unmut Luft. An den Trainer-Parkplätzen vor der Geschäftsstelle brachten sie ein Banner mit einer unmissverständlichen Botschaft an: „W(h)orst-Case ist da!“ Eine Kombination aus „Worst Case“ („schlimmstmöglicher Fall“) und Horst Heldt.

Am Montagmorgen war das Plakat verschwunden, Vertreter des Fan-Klubs „Hätzbloot“ hatten dafür ein neues aufgehängt: „FC spürbar planlos – Vorstand und sportliche Leitung raus!“ Auch in den sozialen Netzwerken ließen FC-Fans Wut über den Sportchef ab.

„Natürlich nehme ich die wahr“, sagte Heldt dem Express zu den Wut-Bannern der Fans. „Das gehört dazu, ich stelle mich dieser Kritik. Damit muss ich umgehen.“ Kritik soll es angeblich auch innerhalb des Vereins geben. Heldt dazu: „Wir diskutieren viel intern. Da werden keine Kaffeekränzchen abgehalten. Es gehört dazu, dass man sich intensiv austauscht, sich gegenseitig überprüft und Dinge hinterfragt. Das ist der Fall.“

Das ist Horst Heldt

Geboren am:9. Dezember 1969 in Königswinter
FC-Sportboss seit:19. November 2019
Vorherige Stationen als Sportdirektor/Manager:VfB Stuttgart, FC Schalke 04, Hannover 96
Stationen als Spieler:1. FC Köln, 1860 München, Eintracht Frankfurt, Sturm Graz, VfB Stuttgart

FC-Rettung könnte für Sportdirektor Horst Heldt zu spät kommen

Auf den neuen FC-Trainer Friedhelm Funkel kommt einiges an Arbeit zu. Seinem verunsicherten Team muss Funkel neues Selbstvertrauen einimpfen und es schnell wieder auf die Erfolgsspur führen. Sechs Spieltage vor Saisonende steht der 1. FC Köln auf Abstiegsplatz 17 – dank einiger dürftiger Auftritte wie dem gegen Mainz.

Funkels Vertrag geht nur bis Saisonende. Parallel muss sich der Geißbock-Club also nach dem nächsten Trainer umsuchen. Noch-Paderborn-Trainer Steffen Baumgart dementierte bereits, dass er mit dem FC in Verhandlungen stehe.

Doch der Fokus liegt zunächst auf dem Sportlichen. Trotz der langen Sieglosserie beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer gerade einmal drei Punkte. Alles drin also. Feuerwehrmann Funkel kann den Traditionsklub vor dem Abstieg bewahren. Doch für Sportboss Heldt könnte diese Rettung schon zu spät kommen. (mah)

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