Sportchef will Kader ausdünnen

Heldts „Abschussliste“: Die Wechselkandidaten des 1. FC Köln im Check – so wahrscheinlich sind ihre Abgänge

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Frederik Sörensen und Marco Höger spielen beim FC keine Rolle mehr.
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Der 1. FC Köln sucht Verstärkungen, braucht dafür aber Gehaltsspielraum. Horst Heldt will nun gleich mehrere Profis los werden.

  • Horst Heldt muss Spieler von der Gehaltsliste bekommen, um bis Ende Januar Neuzugänge holen zu können
  • Mehrere FC-Profis, darunter Marco Höger und Christian Clemens, dürfen den Verein ablösefrei verlassen
  • Bislang gibt es kaum Interessenten für die Streich-Kandidaten des 1. FC Köln

Köln – Horst Heldt ist nicht unbedingt zu beneiden. Auf der einen Seite muss sich der Geschäftsführer des 1. FC Köln im Wintertransferfenster um Verstärkungen kümmern, auf der anderen Seite den aufgeblähten Kader ausmisten. Denn: Die Kassen des Bundesligisten sind leer. Ohne Abgänge sind dem Sportchef finanziell die Hände gebunden.

Ein Umstand, der Heldt zum Handeln zwingt. Der 51-Jährige muss den Kader ausdünnen und seine ausgemusterten Profis anderen Vereinen schackhaft machen. Auf der Abschlussliste finden sich namhafte Akteure wie Marco Höger, Christian Clemens oder Frederik Sörensen. Abnehmer allerdings sucht der 1. FC Köln bislang vergeblich.

Horst Heldt will Spieler abgeben um finanziellen Spielraum für potenzielle Neuzugänge zu schaffen

Für Horst Heldt ein Dilemma. Die Zeit drängt, potenzielle Neuzugänge könnten schon bald vom Markt sein. Trainer Markus Gisdol muss sich darauf einstellen, dass er den Klassenerhalt im Zweifel mit dem vorhandenen Personal bewerkstelligen muss.

Noch aber hoffen die Verantwortlichen am Geißbockheim, dass sich doch noch Interessenten für die ausgemusterten FC-Profis melden. Die Chancen auf tatsächliche Abgänge stehen im Einzelfall sehr unterschiedlich.

1. FC Köln: Diese Ausgemusterten gibt es ablösefrei

Diese Profis spielen seit geraumer Zeit beim 1. FC Köln keine Rolle und dürften den Verein ablösefrei verlassen.

  • Christian Clemens (29/Vertrag bis 2021) Das FC-Eigengewächs spielt nach Syndesmose- und Kreuzbandriss keine Rolle mehr. Der Flügelspieler ist zwar seit längerem wieder fit, kam diese Saison aber nur bei der U21 in der Regionalliga zum Einsatz. Der unter Gisdol perspektivlose Clemens ist aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit aber wohl nicht zu vermitteln.
  • Marco Höger (31/Vertrag bis 2021) Erst zwei Mal stand der ehemalige Leistungsträger in seinem letzten Vertragsjahr im Kader. Seit dem 3. Spieltag wartet der gebürtige Kölner auf eine Nominierung, sein Abschied scheint längst beschlossen. „Mein großes Ziel ist es, die Karriere nach der Spielerzeit beim FC fortzusetzen“, sagte Höger im Oktober 2020 dem Express. Klingt nicht danach, als hätte der Mittelfeldspieler selbst großes Interesse an einem Wintertransfer.
  • Frederik Sörensen (28/Vertrag bis 2021) Der Däne gehörte nach seinem Wechsel 2015 für fast drei Jahre zum Stammpersonal, danach wurde es tragisch. Unter verschiedenen Trainern blieb der Abwehrhüne außen vor, Anfragen gibt es aber seit längerem keine. Nach Express-Informationen soll der FC Kopenhagen nun Interesse angemeldet haben.
  • Joao Queiros (22/Vertrag bis 2022) Der 1. FC Köln und Joao Queiros – das kann man getrost als einziges Missverständnis bezeichnen. Nach mehreren Leihen sucht der FC für den 2017 geholten Verteidiger schon lange einen Abnehmer. Drei Jahre ohne einen einzigen Einsatz für die Geißböcke sprechen aber Bände. Ein Transfer im Winter wäre eine große Überraschung. Immerhin gehört der Portugiese zu den Geringverdienern beim FC.

Von Dominick Drexler bis Benno Schmitz: Diese Profis des 1. FC Köln kosten Ablöse

Weitere FC-Kicker, die keine oder kaum noch eine Rolle spielen, würden dem FC im Falle eines Wechsels noch Transfererlöse in die Kassen spielen.

  • Dominick Drexler (30/Vertrag bis 2022) „Dome“ gehört unter Markus Gisdol regelmäßig zum Kader, für die Startelf reicht es aber selten. Kein Bundesligaspiel durfte Drexler 2020/21 über 90 Minuten ran. Der Mittelfeldspieler hat definitiv noch einen Wert für den 1. FC Köln, wäre aber bei entsprechendem Angebot ein Wechselkandidat. Drexler dürfte vor allem für ambitionierte Zweitligisten interessant und bezahlbar sein.
  • Kingsley Ehizibue (25/Vertrag bis 2023) Nach einem viel umjubelten Start beim Effzeh folgte der Absturz. Momentan spielt der niederländische Außenverteidiger selten. 355 Bundesligaminuten sind zu wenig für die eigenen Ansprüche – und für die des 1. FC Köln. Sollte ein Abnehmer bereit sein, die gewünschte Ablöse zu bezahlen, dürfte Ehizibue schnell weg sein.
  • Benno Schmitz (26/Vertrag bis 2022) Zu Beginn der Saison verletzt, kam Schmitz danach nicht mehr in die Gänge. Gerade einmal 15 Bundesligaminuten in dieser Spielzeit zeugen davon, dass der Rechtsverteidiger beim 1. FC Köln verzichtbar ist.

Ob Horst Heldt den Kader in den nächsten drei Wochen tatsächlich ausdünnen kann, hängt vor allem vom Interesse anderer Klubs ab. Klar ist: Für die meisten ausgemusterten Profis gibt es derzeit keinen Markt. In der Wintertransferphase gute Deals abzuschließen, bleibt für den Kölner Sportchef eine echte Herkules-Aufgabe. (ps)

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