Hoffnungsträger im Formtief

Vom Flügelflitzer zum Sorgenkind: Warum Ismail Jakobs beim 1. FC Köln noch nicht so richtig in Tritt kommt

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Ismail Jakobs, hier im Duell mit Stuttgarts Orel Mangala, kommt bislang noch nicht so richtig in Tritt.
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Vor der Spielzeit galt Ismail Jakobs als einer DER Hoffnungsträger für eine gute Saison. Bislang kommt der Flügelflitzer beim 1. FC Köln aber noch nicht richtig in Tritt.

  • Unter Markus Gisdol ist Ismail Jakobs beim 1. FC Köln auf der linken Außenbahn gesetzt
  • 2019/20 steuerte Jakobs in 18 Spielen für den FC zwei Tore und zwei Vorlagen bei
  • In der aktuellen Spielzeit kommt das Eigengewächs allerdings noch nicht so richtig in Tritt

Köln – Mit seiner Unbekümmertheit, einer im FC-Kader fast einzigartigen Schnelligkeit und einem verschmitzten Lächeln spielte sich Ismail Jakobs im vergangenen Jahr in die Herzen der Fans in Köln. Seit Markus Gisdol ihm am 8. November 2019 erstmals das Vertrauen schenkte, spielt Jakobs, wenn er fit ist, immer – und hat sich 2019/20 zur Nummer Eins für die linke, offensive Außenbahn entwickelt. Klar, dass Fans und Verantwortliche 2020/21 den nächsten Schritt von Jakobs erwarteten. Doch bislang läuft der 21-Jährige der Musik öfter hinterher, als sie selbst zu bestimmen.

Ismail Jakobs kann beim 1. FC Köln aktuell keine entscheidenden Akzente im Offensivspiel setze

So steht nach zehn Bundesligaspielen in der aktuellen Spielzeit noch keine Torbeteiligung zu Buche, im vergangenen Jahr sammelte er in 18 Partien immerhin derer vier (zwei Tore, zwei Assists). Der pfeilschnelle Linksfuß gab dem FC-Spiel mit seinem Tempo einen neue Dimension, Akteure, die auf 100 Metern eine ähnliche Schnelligkeit an den Tag legen wie Jakobs, sind im Kader des 1. FC Köln rar gesät. Dass er dennoch aktuell keine entscheidenden Akzente im Offensivspiel setzen kann, hat auch das kölsche Eigengewächs selbst realisiert.

Ich befinde mich in einem Prozess. Ich muss mich da weiterentwickeln

Ismail Jakobs

„Ich bin oft durchgekommen, habe dann aber oft die falschen Entscheidungen getroffen. Ich befinde mich da in einem Prozess. Ich muss mich da weiterentwickeln“, erklärte der Hoffnungsträger etwa nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund. Damit liegt er goldrichtig: Obwohl er dem FC-Spiel mit seinem Arbeitseifer und Einsatzwillen immer etwas Positives einbringen kann, lassen Entwicklungssprünge in der Offensive noch ein Stück weit auf sich warten. Dass es um ihn herum aktuell an spielerischer Klasse mangelt, setzt auch Jakobs zu, der neben zwei torgefährlichen Offensivspielern wie Mark Uth und Jhon Córdoba im Vorjahr deutlich mehr Platz für seine Aktionen bekam.

Opfer des Systemwechsels beim 1. FC Köln: Welche Position ist die richtige für Ismail Jakobs?

Ein weiterer Faktor, warum Jakobs bislang nicht so richtig in Tritt kommt, sind kleinere Verletzungen und Ausfallzeiten. So musste er in den ersten drei Spielen der Saison mit einer Adduktoren-Verletzung zuschauen, wurde mit muskulären Problemen am 13. und 14. Spieltag dann erneut aus dem Rhythmus gerissen. So kann sich Konstanz in seinen Leistungen nicht wirklich einstellen, zumal auch er immer wieder Opfer des Systemwechsels wird. Eigentlich prädestiniert für die linke Außenbahn in einer Fünferkette, wirkt er defensiv noch zu oft überfordert und büßt ordentlich Körner für das Offensivspiel ein.

Natürlich kann ein 21-Jähriger, der seine Qualität bereits in Abschnitten nachgewiesen hat, den 1. FC Köln nicht alleine aus der Krise führen. Das verlangt auch niemand. Dennoch dürfte sich auch Jakobs bewusst sein, dass von ihm, wie der gesamten Mannschaft, mehr kommen muss. „Ich weiß, dass ich mehr Verantwortung übernehmen und auch mal egoistischer werden muss. Wir haben drüber gesprochen, dass die Abläufe sauberer werden müssen“, erklärt Jakobs selbst. Denn seine Qualitäten sind im Kader rar gesät. Jetzt geht es nur darum, diese auch endlich konstant abzurufen. Am besten schon am kommenden Samstag gegen Hertha BSC. (mo)

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