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1. FC Köln: Titelsammler Jürgen Kohler wird 56 Jahre alt

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Von: Max Dworak

Jürgen Kohler verteidigte in der Kölner Abwehr von 1987 bis 1989.
Jürgen Kohler verteidigte in der Abwehr des 1. FC Köln von 1987 bis 1989. © Norbert Schmidt/Imago

Zwei Jahre trug Jürgen Kohler das Trikot des 1. FC Köln. Auf dem Platz war er ein knallharter Verteidiger, an dem viele Gegenspieler verzweifelten.

Köln – „Den Gegner so lange malträtieren, bis er sagt: Ich geb auf“, beschreibt der Innenverteidiger Jürgen Kohler seinen Spielstil einst selbst. Im Jahre 1987 vom damaligen Bundesligisten SV Waldhof Mannheim geholt, legt der 21-Jährige mit dem Wechsel zum 1. FC Köln den Grundstein für eine Karriere, die bis heute in Erinnerung bleibt. Heute, am 6. Oktober 2021, feiert der „Kokser“ seinen 56. Geburtstag.

1. FC Köln: Jürgen Kohler, ein Grätscher mit Torinstinkt

Als der 1. FC Köln den zu diesem Zeitpunkt 5-fachen deutschen Nationalspieler für 2,3 Millionen D-Mark verpflichtet, sind die Erwartungen bereits immens hoch. Grund dafür: Nie zuvor nahm ein Bundesligist so viel Geld in die Hand, um einen Abwehrspieler zu kaufen. Völlig unbeeindruckt und mit einem unermüdlichen Willen, sich stetig weiterzuentwickeln, tritt der junge Jürgen Kohler die neue Herausforderung in der Domstadt an und weiß von Beginn an zu überzeugen.

Obwohl Kohlers Kernkompetenz eher im Verhindern von Gegentoren liegt, stellte der 1,86 Meter-Mann bereits in Mannheim seinen Torriecher unter Beweis. In der letzten Bundesliga-Saison für die Pfälzer kann sich der gebürtige Lambsheimer drei Mal in die Torschützenliste eintragen.

Jürgen Kohlers Stationen als Spieler

07/83 bis 07/87 – SV Waldhof Mannheim

07/87 bis 07/89 – 1. FC Köln

07/89 bis 07/91 – FC Bayern München

07/91 bis 07/95 – Juventus Turin

07/95 bis 07/2002 – Borussia Dortmund

Christoph Daum: „Jürgen war mein absoluter Wunschspieler.“

Bekannt war der spätere Weltstar jedoch schon am Anfang seiner Laufbahn für sein kompromissloses Spiel. Grätschen, die jeden Stürmer in den Wahnsinn treiben konnten, waren sein Markenzeichen. Da der 1. FC Köln eben genau so einen Spielertyp für die kommende Spielzeit 1987/88 sucht, kommentiert Cheftrainer Christoph Daum den Transfer von Jürgen Kohler in seinem Buch „Immer am Limit“ mit den Worten: „Jürgen Kohler galt mit gerade 21 Jahren als Riesentalent und war sogar schon Nationalspieler. Für Waldhof Mannheim hatte er bereits etliche Spiele in der Bundesliga absolviert. Jürgen war mein absoluter Wunschspieler.“

Jürgen Kohler: Mit dem 1. FC Köln auf Platz 3, mit Deutschland ins EM-Halbfinale

So ist es kaum verwunderlich, dass der Kölner Übungsleiter seinen neuen Schützling umgehend in die Startelf des 1. FC Köln integrieren kann. Insgesamt 32 Mal läuft Kohler wettbewerbsübergreifend in seiner Premieren-Saison für die Geißböcke auf und kann am Ende der Spielzeit den dritten Platz in der Bundesliga feiern.

Bei der Europameisterschaft erlebt der mittlerweile 22-Jährige die vielleicht bitterste Niederlage seiner noch jungen Karriere. Mit der deutschen Nationalmannschaft unterliegt er im Halbfinale der Heim-EM am 21. Juni 1988 gegen die Niederlande mit 1:2. Besonders die Tatsache, dass er in der 88. Minute das Laufduell gegen Oranje-Stürmer Marco von Basten verliert und dieser das Siegtor für Holland erzielt, bereitet dem Nationalspieler schlaflose Nächte.

Marco van Basten (vorne) ist einen Schritt schneller als Jürgen Kohler und schießt die Niederlande ins EM-Finale 1988.
Marco van Basten (vorne) ist einen Schritt schneller als Jürgen Kohler und schießt die Niederlande ins EM-Finale 1988. © WEREK/Imago

1. FC Köln: Premiere im UEFA-Cup und Gewinn der Vizemeisterschaft

Seine zweites und letztes Jahr in der Domstadt sollte sich noch erfolgreicher gestalten als das Erste: Auf Platz drei folgt 1989 die Vizemeisterschaft. Darüberhinaus darf der Kölner Abwehr-Riese am 7. September 1988 beim 4:2-Sieg gegen Royal Antwerpen im UEFA-Cup erstmals mit dem 1. FC Köln internationale Luft schnuppern. Auch wenn der FC im Achtelfinale gegen die Spanier von Real Sociedad ausschied, sollte dies noch lange nicht das letzte Spiele auf europäischer Bühne für den „Kokser“ sein.

Nach der Zeit beim 1. FC Köln wird Jürgen Kohler zum Titelsammler

Im Juli 1989 folgt schließlich der Wechsel zum amtierenden Meister, dem FC Bayern München. Mit einer Ablösesumme von drei Millionen Mark ist Jürgen Kohler abermals der teuerste Abwehrspieler der Bundesliga. Der Gewinn der Meisterschaft 1990 mit den Bayern wirkt angesichts des Triumphes im WM-Finale gegen Argentinien im gleichen Jahr fast wie eine Randnotiz. Es folgt 1991 der Wechsel nach Italien zu Juventus Turin. Mit der „Alten Dame“ gewinnt Kohler 1993 den UEFA-Cup gegen Borussia Dortmund und 1995 die italienische Meisterschaft und den Pokal.

Im Sommer 1995 wechselt Kohler als frisch gebackener italienischer Double-Sieger nach Dortmund. In seiner Zeit beim BVB fügt Kohler seiner Titelsammlung den Champions-League-Pokal, zwei Deutsche Meisterschaften und einen Weltpokalsieg hinzu. Zudem gehört er der Deutschen Nationalmannschaft an, die im Sommer 1996 in England Europameister wird. In seiner Spieler-Karriere hat Jürgen Kohler mit seinen Mannschaften – bis auf den DFB-Pokal und folgerichtig auch den Europapokal der Pokalsieger – jeden Titel geholt.

Die größten Erfolge von Jürgen Kohler als Spieler

3 x Deutscher Meister (1990, 1996, 2002)

4 x deutscher Superpokalsieger (1990, 1991, 1995, 1996)

1 x Italienischer Meister (1995)

1 x Italienischer Pokalsieger (1995)

1 x Champions League Sieger (1997)

1 x UEFA-Cup-Sieger (1993)

1 x Weltpokalsieger (1997)

1 x Weltmeister (1990)

1 x Europameister (1996)

1 x Fußballer des Jahres (1997)

Jürgen Kohler feiert Steffen Baumgart

Von 2018 bis 2020 versucht sich der Ex-Profi zudem als Übungsleiter und coacht die U19 von Viktoria Köln, 2019 trainiert er sogar zwischenzeitlich die erste Mannschaft des Vereins. Im Interview mit GEISSBLOG.KOELN schwärmt der 56-Jährige zudem von den Qualitäten von Steffen Baumgart, Kölns aktuellem Trainer: „Mit Steffen haben sie einen Trainer gefunden, den es nicht interessiert, ob ein Spieler jung oder alt ist, sondern ob er die notwendigen Fähigkeiten hat oder nicht. Die Trainerwahl war gut. Steffen passt gut zum FC.“ (md)

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