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1. FC Köln: Warum der Kaffee von Anthony Modeste hohe Wellen schlägt

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Von: Max Dworak

Anthony Modeste steht hinter einem Pappkarton, der mit Kaffee gefüllt ist. Daneben ist ein kleines Foto, in welchem er mit seinem Kaffee nach einem Tor jubelt.
Anthony Modeste verkauft seit einiger Zeit seinen eigenen Kaffee. © Chai v.d. Laage/Imago & Herbert Bucco/Imago

Anthony Modeste sorgte im Spiel gegen Bielefeld für Aufsehen, da er während des Spiels plötzlich seinen Kaffee in die Kameras hielt.

Köln – In der 43. Spielminute des Spiels zwischen dem 1. FC Köln und Arminia Bielefeld erzielt Anthony Modeste sein 17. Saisontor. Im sonnigen RheinEnergie-Stadion läuft der Franzose hastig neben den linken Torpfosten und hält wenig später einen weißen Plastikbeutel in die TV-Kamera. Schnell wird den Kennern am Bildschirm klar, dass es sich hierbei um den Anthony Modeste-Kaffee handelt.

1. FC Köln: Anthony Modeste im Kaffee-Business

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres machte Modeste erstmals auf seinem Instagram-Kanal Werbung für sein Nebengewerbe. Gemeinsam mit dem Unternehmen „Kaffeesaurus“ entwickelte der Kölner Top-Torjäger eine energiegeladene Geschmacksrichtung, „ um immer am Ball zu bleiben“, wie er sein Produkt persönlich beschreibt.

„Neben dem Fußball, ist Kaffee eine große Leidenschaft von mir“, stellte Modeste zudem im entsprechenden Statement klar. Logisch also, dass er seit einigen Monaten mit seinen eigenen Bohnen an den Start geht. Das Erzeugnis des Stürmers stammt laut Informationen von Kaffeesaurus zu 70 Prozent aus Brasilien und zu 30 Prozent aus Indien.

Das ist der Kaffee von Anthony Modeste

Name: Anthony Modeste

Firma: Kaffeesaurus

Standorte: Köln Friesenplatz, Bonn Hauptbahnhof

erhältlich seit: Dezember 2021

Geschmacksrichtung: geröstete Nüsse/Kakao

erhältlich als: Kaffeebohnen und Holzkapseln

1. FC Köln: Modeste jubelt mit Kaffeepackung – und bekommt Ärger

Nach seiner unerlaubten Produktplatzierung könnte Modeste jedoch zur Kasse gebeten werden. Wie der DFB in einer Pressemitteilung vom 24. April verkündete, werde man den Vorfall in der laufenden Kalenderwoche untersuchen. Dies bestätigte Dr. Anton Nachreiner, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses im entsprechenden Statement.

Auch Steffen Baumgart tadelte seinen Schützling bereits wegen der Aktion: „Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man überdreht, kriegt man meistens vor die Fresse. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Sky-Experte und Ex-Profi Dietmar Hamann ärgerte sich ebenfalls über den FC-Angreifer: „In der heutigen Zeit, wo es viel um Kommerz geht, wo das Verhältnis zwischen Fans und Klubs angespannt ist, wo sich viele beklagen, dass es nicht mehr so wie früher ist, da habe ich da kein Verständnis.“

Kaffeesaurus-Inhaber Rafet Aydogdu, der am Kölner Friesenplatz und am Hauptbahnhof in Bonn jeweils einen Standort betreibt, hofft derweil, dass sein Kumpel und Geschäftspartner keinen allzu großen Ärger wegen der Schleichwerbung gegen Bielefeld bekommt: „Ich hoffe, Tony bekommt keine Geldstrafe.“

Modeste postet Kaffee-Jubel auf Instagram

Modeste selbst scheint der Wirbel um seinen Torjubel wenig zu interessieren. Im Gegenteil: Stolz lud der Franzose einen Schnappschuss der Szene auf seinen Instagram-Kanal und schrieb zweideutig dazu: „Schmeckt mir.“ Und tatsächlich finden sich unter etlichen Glückwünschen zum Dreier gegen Bielefeld auch einzelne krtische Stimmen wieder: „Unnötig. Bitte so einen Quatsch einfach sein lassen“, meint ein genervter Fan.

Den Umsatzzahlen des Modeste-Kaffees werden die Negativ-Schlagzeilen wohl wenig anhaben. Dass der 34-Jährige allerdings mit Konsequenzen des DFB und/oder des Vereins zu rechnen hat, ist äußerst wahrscheinlich. 2012 musste beispielsweise Nicklas Bendtner 100.000 Euro Strafe wegen eines ähnlichen Vergehens zahlen: Der dänische Fußballspieler hatte während eines Länderspiels auf dem Bund seiner Unterhose Werbung für eine irische Wettfirma gemacht. (md) Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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