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1. FC Köln: Frank Ordenewitz wird 57 – „Mach et, Otze!“

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Von: Andreas Ohlberger


Frank Ordenewitz (1. FC Köln, Mitte) überspringt Pasquale Bruno (Juventus Turin, links). Salvatore Schillaci (Juventus Turin) schaut zu.
Frank Ordenewitz, hier im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Juventus Turin am 17. April 1990, absolvierte 155 Pflichtspiele im Trikot des 1. FC Köln. © Kicker/Liedel/IMAGO

Frank Ordenewitz hat für immer seinen Platz in den Fußball-Geschichtsbüchern inne. Am 25. März wird der ehemalige Stürmer des 1. FC Köln 57 Jahre alt.

Köln – Ob es Frank Ordenewitz nicht manchmal auf den Geist geht, bis heute immer wieder auf diese eine Geschichte angesprochen zu werden, die sich am 7. Mai 1991 ereignet hat? Wahrscheinlich. Aber das gehört nun einmal zur Legendenbildung dazu. Deshalb noch einmal in Kurzform: DFB-Pokal-Halbfinale, Saison 1990/1991. Rückspiel: Der 1. FC Köln empfängt den MSV Duisburg. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ hallt es durch das weite Rund von Müngersdorf. Nach dem 0:0 im Hinspiel besiegt der 1. FC Köln die „Zebras“ mit 3:0. Das zweite Tor für den FC macht Frank Ordenewitz. Beim Dritten steht er schon nicht mehr auf dem Platz. Wegen Ballwegschlagens sieht der Stürmer in Minute 85 die Rote Karte.

Die „Mach et, Otze“-Affäre beim 1. FC Köln

Wegen Ballwegschlagens. So etwas Überflüssiges. Mitnichten. Handelte es sich doch um einen gezielt herbeigeführten Feldverweis. Ordenewitz hatte vorher im Spiel bereits die Gelbe Karte gesehen, wäre dadurch im Pokalfinale in Berlin gegen seinen Ex-Club Werder Bremen gesperrt. Was macht der schlaue Stürmer? Fragt seinen Trainer Erich Rutemöller, ob er sich eine Rote Karte abholen darf. Dann wäre er nämlich „nur“ für das kommende Bundesligaspiel gesperrt, im Finale in Berlin aber dabei. In diesem Moment sagt Erich Rutemöller diesen einen Satz, der Frank Ordenewitz sein restliches Leben lang begleiten wird: „Mach et, Otze!“

FC-Trainer Rutemöller verplappert sich

Und Otze macht et. Ballwegschlagen. Rote Karte. Bloß hat er nicht mit der Redseligkeit seines Trainers gerechnet. Im Überschwang der Gefühle nach dem 3:0-Erfolg und dem Final-Einzug plaudert der die List nämlich im Gespräch mit der Presse aus. Das Ende vom Lied: Der DFB leitet ein Verfahren wegen Unsportlichkeit ein und sperrt Ordenewitz für das Endspiel. Auch Trainer Rutemöller kommen seine Aussagen nach dem Spiel teuer zu stehen. Er muss 5.000 D-Mark Strafe zahlen. Ohne Frank Ordenewitz verliert der 1. FC Köln das dramatische DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen mit 4:3 im Elfmeterschießen.

Frank Ordenewitz erhält FIFA-Fairplay-Preis

Frank Ordenewitz auf der Tribüne im wohninvest Weserstadion Platz 11, Bremen, am 07.10.2020
Heute ist Frank „Otze“ Ordenewitz für seinen Jugendverein SV Werder Bremen als Talentscout im Einsatz. © nordphoto/Kokenge/IMAGO

Ausgerechnet Werder Bremen. Den Verein, für den Frank Ordenewitz 163 Pflichtspiele bestreitet und 44 Tore erzielt. Und in dessen Diensten er steht, als er 1988 mit dem FIFA-Fairplay-Preis ausgezeichnet wird, weil er auf Nachfrage des Schiedsrichters ein Handspiel im Strafraum zugegeben hat. Die 50.000 Schweizer Franken Preisgeld behält Frank Ordenewitz nicht selbst, sondern gründet damit eine Stiftung für bedürftige Kinder.

Gute Verbindung des 1. FC Köln nach Japan

Dem Fußball ist Frank Ordenewitz bis heute verbunden. Nach seiner Zeit beim 1. FC Köln spielt er noch als Profi in Japan zusammen mit Pierre Littbarski für JEF United Ichihara und später noch für Brummel Sendai. Dazwischen kehrt er kurz für ein einjähriges Intermezzo beim Hamburger SV nach Deutschland zurück. Seine erfolgreichen Gastspiele in Japan sind mitverantwortlich für die guten Verbindungen des 1. FC Köln nach Japan, die im September 2021 in einer Kooperation mit dem japanischen Erstliga-Klub Sanfrecce Hiroshima mündeten.

Zurück in Deutschland sind der Rotenburger SV und der VfB Oldenburg die letzten Stationen von Frank Ordenewitz als aktiver Spieler. Heute steht der Jubilar steht wieder in Diensten des SV Werder. Am Osterdeich arbeitet er seit 2012 als Chefscout für den Nachwuchsbereich. (ao) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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