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Trotz Leipzig-Sieg: 1. FC Köln im Abstiegskampf weiter mit dem Rücken zur Wand

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Von: Mick Oberbusch

Sebastiaan Bornauw (1. FC Köln) und Alexander Sörloth (RB Leipzig) im Kopfballduell
Der Sieg gegen RB Leipzig war für den 1. FC Köln mit Blick auf die Konkurrenz überlebenswichtig. © Christopher Neundorf/Guido Kirchner/Imago

Trotz dem überraschenden Sieg gegen RB Leipzig (2:1) ist durchatmen beim 1. FC Köln nicht angesagt. Weil die Konkurrenz weiter punktet – und die Situation bedrohlicher wird

Köln – Die zwei Tore Jonas Hectors gegen RB Leipzig und die damit verbundenen drei Punkte dürften sich für viele FC-Fans im ersten Moment wie eine Erlösung angefühlt haben. Endlich mal wieder ein (Heim-)Spiel gewonnen, ein echtes Top-Team bezwungen und wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt. Wie wichtig diese Punkte tatsächlich waren, offenbarte sich jedoch erst zum Abschluss der englischen Woche am Mittwochabend – weil die ärgsten FC-Konkurrenten Mainz (1:0-Sieg in Bremen) und Bielefeld (1:0-Heimerfolg gegen Schalke) ebenfalls dreifach punkteten.

1. FC Köln muss im Abstiegskampf Punkte auf Mainz, Bielefeld und Bremen aufholen

Hätte der 1. FC Köln die Partie gegen Leipzig verloren, es wären bei noch vier Spieltagen satte sieben Punkte auf Bielefeld gewesen. Damit hätte man vorsichtig mit den Planungen für die zweite Liga beginnen dürfen – oder damit, den Fokus auf die Relegation zu richten, die der FC im wohl besten Fall noch hätte erreichen können. Aktuell steht man vier Zähler hinter dem Aufsteiger aus Ostwestfalen, punktgleich mit Hertha BSC (aktuell zwei Spiele weniger als der FC) auf Rang 17. Kaum auszudenken, was in Köln los gewesen wäre, hätte man gegen Leipzig nicht dreifach gepunktet.

Dennoch gibt es auch einige Faktoren, die den Kölnern Mut für die letzten vier Spiele machen dürften. Mit Werder Bremen, die zuletzt sechs Niederlagen in Folge kassierten, ist eine weitere Mannschaft mit in den Abstiegskampf gerutscht. Nur vier Zähler trennen den FC und das Team von Florian Kohfeldt, das bereits im Vorjahr in der Relegation antreten musste und sich nur mit Ach und Krach in der Liga hielt. Konkurrent Mainz (31 Punkte) hat mit Bayern, Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg ein echtes Hammer-Programm gegen die Top-Teams in Deutschland vor der Brust. Und Hertha BSC muss aufgrund der aktuellen Corona-Pause wohl sechs Spiele in 20 Tagen absolvieren – was auf die letzten Meter noch ordentlich Körner kosten dürfte. Schalke ist ohnehin bereits abgestiegen.

Hartes Programm für FC-Konkurrenz – gelingt in Augsburg der nächste Big Point?

Voraussetzung dafür, dass der FC eventuelle Patzer der Konkurrenten ausnutzen kann: Man muss, so logisch es klingt, selbst beinahe in jeder kommenden Partie punkten, um die Chance auf den direkten Klassenerhalt zu bewahren. Mit einem Sieg am Freitag in Augsburg würden sich die Kölner wohl nochmal an die Nicht-Abstiegsplätze heransaugen; sowohl Bremen als auch Bielefeld treten am Wochenende auswärts an, Mainz hat die Bayern vor der Brust. Klar ist allerdings auch: Punktet die Konkurrenz am Wochenende bei einem ausbleibenden FC-Dreier erneut, ist wohl nur noch der Relegationsplatz drin. Anreiz genug also, auch in Augsburg zu punkten – damit die Situation sich nicht von einer bedrohlichen zu einer unlösbaren wandelt. (mo)

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