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1. FC Köln: Lukas Podolski widerspricht FC-Präsident Wolf – wer hat Recht?

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Von: Martin Henning

Lukas Podolski bei der offiziellen Eröffnung des Bolzplatz Kuhle am Römerpark in Köln.
Lukas Podolski hat der Aussage von FC-Präsident Werner Wolf widersprochen. © Christoph Hardt/Imago

FC-Boss Werner Wolf lässt sich bei der Mitgliederversammlung zu der Aussage hinreißen, der Verein stehe in Kontakt mit Lukas Podolski. Der dementiert sofort.

Köln – Was war das für ein Marathon! Der 1. FC Köln hat sich in seiner Mitgliederversammlung am Donnerstag zu seiner Zukunft geäußert. Achteinhalb Stunden dauerte die Versammlung, die die Verantwortlichen im Vorfeld als „wichtigsten nichtsportlichen FC-Termin des Jahres“ bezeichneten.

Wie so häufig im Zusammenhang mit dem 1. FC Köln war auch er Thema: Lukas Podolski. Der 36-Jährige ist derzeit vereinslos, nachdem ihm sein letzter Klub Antalyaspor Anfang Juni kündigte. Zwar schaut sich Poldi momentan nach einem neuen Klub um und möchte nach eigener Aussage „noch ein, zwei Jahre“ weiterspielen. Immer wieder kursieren aber Gerüchte, der tief in Köln verwurzelte Poldi kehre bald zu seinem Herzensverein zurück.

1. FC Köln: Präsident Werner Wolf äußert sich zu Rückkehr von Lukas Podolski

FC-Präsident Werner Wolf griff das Thema bei der Mitgliederversammlung auf. „Wir haben gehört, dass Lukas zwei Jahre weitermachen will. So viel kann ich verraten: Er wird nicht in der neuen Saison für den 1. FC Köln spielen“, sagte Wolf. Aber: „Wir stehen mit Lukas Podolski in einem guten Dialog.“

Diese Meinung scheint der FC-Präsident aber ziemlich exklusiv zu haben. Noch während der Mitgliederversammlung teilte Podolski über seinen Twitter-Kanal mit:

Während der Mitgliederversammlung des FC wurde erklärt, dass ich a.) in der kommenden Saison nicht zum FC zurückkehren werde, aber man b.) mit mir in einem guten Dialog sei. a.) kann ich bestätigen, b.) nicht. Der Vorstand des 1. FC Köln steht und stand mit mir nicht in Kontakt.

Lukas Podolski

Alexander Wehrle muss Werner Wolf bei Podolski-Aussage helfen

Das bekamen auch die Mitglieder spitz und konfrontierten Wolf noch in der Nacht der Versammlung. Dessen Antwort: „Ich habe gesagt, Lukas Podolski steht in Kontakt mit dem 1. FC Köln und das tut er, ein- bis zweimal die Woche mit Geschäftsführer Alexander Wehrle.“ Er habe nicht gemeint, dass er persönlich in Kontakt mit Podolski stehe, relativierte Wolf.

Zwar griff ihm FC-Geschäftsführer Wehrle unter die Arme, sagte: „Ich bin mit Lukas im Austausch zu Projekten verschiedener Ansätze. Der Inhalt ist vertraulich. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt.“ Dennoch eine zumindest fragwürdige Aktion von Wolf. In einer Zeit, in der der 1. FC Köln mit dem Fast-Abstieg und anderen Kommunikations-Pannen ohnehin (und wieder mal) mächtig Dampf auf dem Kessel hat.

1. FC Köln: Zahlen und Fakten

Gegründet:13. Februar 1948
Mitglieder:111.578 (Stand: 19. April 2021)
Erfolge:3x Deutscher Meister (1961/62, 1963/64, 1977/78) 4x DFB-Pokal-Sieger (1967/68, 1976/77, 1977/78, 1982/83)
Trainer:ab 2021/22: Steffen Baumgart

Alexander Wehrle dementiert Abschied vom 1. FC Köln

Auch das Coronavirus traf den Verein hart: Durch die Pandemie sind Umsatzverluste in Höhe von 66 Millionen Euro entstanden, wurde bei der Mitgliederversammlung bekannt. Der FC ist daher dringend auf Spielerverkäufe angewiesen. Sebastiaan Bornauw könnte zum VfL Wolfsburg wechseln – und auch FC-Spieler Ellyes Shkiri hat das Interesse anderer Vereine auf sich gezogen. Beide sollen bei einem möglichen Verkauf einen zweistelligen Millionenbetrag in die Kassen spülen.

Aber es gab auch positive Nachrichten: Geschäftsführer Alexander Wehrle bekannte sich zum FC und erteilte Wechselgerüchten eine Absage. Und auf einer anderen Position wurde ebenfalls Klarheit geschaffen: Carsten Wettich wurde als FC-Vizepräsident bestätigt. (mah)

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