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Absturz auf Relegationsplatz: Was der 1. FC Köln jetzt in der Länderspielpause tun muss

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Von: Peter Stroß

Markus Gisdol gibt Anweisungen
Markus Gisdol und der 1. FC Köln haben in der Bundesliga seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen. © IMAGO / Revierfoto

Spätestens seit dem 26. Spieltag geistert das Abstiegsgespenst am Geißbockheim herum. Noch aber hat der 1. FC Köln sein Glück in der eigenen Hand.

Köln – Ein Nackenschlag von Erling Haaland in der 90. Minute, dazu die Siege der Konkurrenten aus Mainz und Berlin: Viel schlechter hätte der Spieltag vor der Länderspielpause für die Domstädter nicht enden können.

Nach dem Absturz auf den Relegationsplatz hat der 1. FC Köln nun vor dem nächsten Bundesligaspiel gegen das Überraschungsteam der Liga, den VfL Wolfsburg, zwei Wochen Zeit, um den eigenen Problemen Herr zu werden.

1. FC Köln: Länderspielpause nutzen, um Grundlagen für den Klassenerhalt zu legen

Gäbe es für die Lösung allen Übels ein Patentrezept, Markus Gisdol hätte es freilich längst in der Tasche. Stattdessen experimentiert der FC-Trainer im letzten Drittel der Saison fast immer noch in jedem Spiel, ändert regelmäßig Taktik und Personal. Gebracht hat all das wenig, der Achtungserfolg gegen Borussia Dortmund reichte jedoch vorerst aus, um sein Amt zu sichern.

Nun also hat der 1. FC Köln dank der Länderspielpause zwei Wochen Zeit, um sich optimal auf den Endspurt in der Saison vorzubereiten und die Grundlagen für den Klassenerhalt zu legen. Ob der am Ende gelingt, wird vor allem davon abhängen, ob der FC drei entscheidende Aufgaben gelöst bekommt.

1. Nebenschauplätze vermeiden, Konzentration aufs Sportliche legen

Die Berichterstattung rund ums Geißbockheim, sie ist (nicht nur in dieser Saison) ein Thema für sich. Nebenschauplätze gab es reichlich: Ein Geschäftsführer, der die Medien kritisiert, ein neuer Mediendirektor, der dann doch nicht kommt, Gerüchte um Alexander Wehrle und Horst Heldt, ewige Diskussionen um den Trainer... die Liste wäre beliebig lange fortzuführen.

Fakt ist, in den ausstehenden acht Spielen sollten Mannschaft und Trainer die Gelegenheit haben, sich einzig auf den Abstiegskampf zu konzentrieren. Dazu muss es den Verantwortlichen gelingen, durch klare Statements während der Länderspielpause für Ruhe im Umfeld zu sorgen (so weit das möglich ist).

2. Schluss mit den Experimenten, Konstanz ist gefragt

Viele Verletzte, Transfers mitten in der Saison und Stürmer, die keine Tore erzielen – in vielerlei Hinsicht ist nachvollziehbar, warum Markus Gisdol fast jedes Wochenende taktisch oder personell neue Wege beschreitet. Eingespielt wirkt der 1. FC Köln aber wohl auch deswegen nicht, weil er es schlicht und ergreifend nicht sein kann. Nach 26 Spieltagen sollte sich der FC-Trainer langsam aber sicher klar werden, wie und mit wem er die letzten acht Endspiele bestreiten möchte.

Das heißt nicht, dass personelle und taktische Maßnahmen je nach Leistung oder Gegner getroffen werden können, wenn sie denn Sinn ergeben. Die Mannschaft aber braucht Sicherheit, dazu könnte der Trainer mit mehr Konstanz bei der Aufstellung sicher einen Beitrag leisten. Die Eindrücke aus zwei Trainingswochen sind hierbei nicht der schlechteste Anhaltspunkt.

3. Fokus auf die Duelle gegen direkte Konkurrenten

Rechnerisch betrachtet existieren sie nicht, dennoch ist das „Sechs-Punkte-Spiel“ in der Bundesliga ein geläufiger Begriff. Die Duelle des 1. FC Köln mit Mainz 05 (28. Spieltag) und Hertha BSC (33. Spieltag) können fraglos als solche bezeichnet werden. Wer hier gewinnt, macht einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Vor allem das Aufeinandertreffen mit Mainz (11. April, 18 Uhr, RheinEnergie-Stadion) wirft seine Schatten bereits voraus. Abgesehen von den zu vergebenen Punkten dürfte der Ausgang die Gemütslage für den Bundesliga-Endspurt entscheidend prägen. Umso wichtiger ist es, die Länderspielpause intensiv auch für die (Video)Vorbereitung dieses Spieles zu nutzen.

1. FC Köln: Nach der Länderspielpause geht es in den Bundesliga-Endspurt

Nach sechs Spielen ohne „Dreier“ in der Bundesliga ist die Länderspielpause für den 1. FC Köln eine Zäsur zum richtigen Zeitpunkt. Sollte es gelingen, die Negativerlebnisse der letzten Wochen aus den Köpfen der Spieler zu entfernen, wäre das ein guter Anfang.

Anfang April wird sich dann gegen den starken VfL Wolfsburg zeigen, ob das Team von Markus Gisdol in der Länderspielpause seine Hausaufgaben gemacht und an seinen Schwächen ausreichend gearbeitet hat. (ps)

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