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1. FC Köln in Wolfsburg: Modeste köpft Geißböcke zum Last-Minute-Sieg

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Von: Max Dworak

Anthony Modeste köpft den Ball über die Torlinie.
Anthony Modeste(rot) beendete gegen den VfL Wolfsburg seine Durststrecke nach vier torlosen Spielen. © Treese/Imago

Der 1. FC Köln gewinnt ein verrücktes Spiel gegen den VfL Wolfsburg mit 3:2. Dank eines Doppelpacks von Anthony Modeste gehen die Kölner als Sieger vom Platz.

Wolfsburg – Steffen Baumgart und der 1. FC Köln können aufatmen. In einer irren Partie gegen den VfL Wolfsburg holen die Geißböcke immens wichtige drei Punkte. Gleichzeitig beenden die Kölner ihre Auswärts-Misere und Anthony Modeste kommt darüber hinaus zu seinen Saisontreffern neun und zehn.

Vfl Wolfsburg gegen 1. FC Köln:

1. FC Köln: Früher Rückstand gegen Wolfsburger Offensiv-Power

Nach nur zwei Minuten kommen die Wolfsburger in Gestalt von Felix Nmecha per Distanzschuss aus etwa 20 Metern erstmals zum Torabschluss. FC-Keeper Marvin Schwäbe kann die Kugel allerdings über die Querlatte lenken. In Minute vier wagt der 1. FC Köln auf der Gegenseite den ersten Vorstoß. Nach einer Ecke geht der Versuch von Ondrej Duda jedoch deutlich am Tor von Koen Casteels vorbei.

In der achten Spielminute passiert dann das, was bei der offensiven Spielausrichtung von Steffen Baumgart passieren kann: Die Wolfsburger kontern eine hoch stehende Kölner Abwehrreihe aus, nachdem ein Schuss von Louis Schaub am Sechzehner geblockt wird. Ridle Baku bedient seinen im Strafraum wartenden Teamkollegen Lukas Nmecha optimal von der rechten Außenbahn. Der Stürmer muss nur noch einschieben und lässt Marvin Schwäbe keine Chance.

Durch den Führungstreffer scheint die Mannschaft von Florian Kohfeldt Selbstvertrauen getankt zu haben. Die nächsten zehn Minuten gehören klar den Gastgebern. In der 12. Minute hat Felix Nmecha die Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen. Sein Versuch geht – zum Glück für den 1. FC Köln – knapp am rechten Pfosten vorbei. Nach 18 Minuten dann der erste ernsthafte Abschluss der Geißböcke: Jonas Hector flankt von links in den Strafraum, wo Anthony Modeste lauert. Sein Kopfball ist aber deutlich zu zentral.

1. FC Köln: Anthony Modeste macht den Ausgleich

Für beinahe 20 Minuten passiert nicht viel und die Begegnung plätschert etwas vor sich hin. Dann ist der Moment von Anthony Modeste gekommen: In der 34. Minute kann der Wolfsburger Baku den Ball an der Toraus-Linie nicht klären. So landet die Kugel bei Ondrej Duda, der im Strafraum lauert und einen Querpass in die Gefahrenzone wagt. Florian Kainz hämmert seinen Schuss mit voller Wucht aus sieben Metern an die Latte, das Leder taucht aber vor Anthony Modeste wieder auf. Der Franzose köpft den Abpraller aus kürzester Distanz problemlos über die Linie – das Spiel ist somit wieder ausgeglichen.

In der Schlussphase der ersten Hälfte haben besonders die Wolfsburger wieder mehr vom Spiel. Wout Weghorst kommt im Fünf-Meter-Raum zum Abschluss, FC-Verteidiger Benno Schmitz schmeißt sich aber in die Schussbahn und verhindert Schlimmeres. In der letzten Spielminute hat Innenverteidiger Timo Hübers dann die Riesen-Chance auf den Führungstreffer für den 1. FC Köln. Sein Kopfball – sowie der Nachschuss von Florian Kainz – wird jedoch vom Wolfsburger Keeper glänzend pariert.

Zweite Halbzeit: VfL Wolfsburg mit perfektem Start

Steffen Baumgart nimmt zu Beginn der zweiten 45 Minuten den ersten Wechsel vor. Jannes Horn kommt zu seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz der aktuellen Spielzeit und ersetzt den angeschlagenen Salih Özcan. Der Debütant bekleidet ab sofort die Linksverteidiger-Position, dafür geht Kapitän Jonas Hector ins defensive Mittelfeld.

Die Heimmannschaft findet auch nach der Halbzeitpause optimal ins Spiel zurück. Nachdem Lukas Nmecha nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff fast seinen Doppelpack schnüren kann, fällt in der 51. Minute schließlich das 2:1 durch Wout Weghorst. Abermals wird der 1. FC Köln ausgekontert, in dieser Situation wird die linke Kölner Abwehrseite eiskalt erwischt. Wolfsburgs Flügelflitzer Dodi Lukebakio entwischt seinen Bewachern nach einem Sprint über das halbe Feld und serviert dem Niederländer das Leder auf dem Silbertablett per flachem Zuspiel.

1. FC Köln: Keine Gegenwehr in der Anfangsphase

Nach dem erneuten Führungstreffer schafft Köln es nur wenige Augenblicke später, die Füße wieder auf den Boden zu bekommen. Anthony Modeste hat nach einer Hereingabe von Louis Schaub freie Schussbahn und nimmt den Ball mit links direkt ab. Es soll allerdings bei dem Versuch blieben, denn der Schuss des Kölner Stürmers landet weit neben dem Wolfsburger Kasten. Die darauffolgenden Minuten gehören wieder mehr den Wölfen, die nun versuchen, den Vorsprung zu ihren Gunsten auszubauen. Steffen Baumgart muss nun handeln und wechselt gleich dreifach aus: Für Louis Schaub kommt der Rückkehrer Mark Uth, Kingsley Schindler ersetzt Ondrej Duda und Jan Thielmann darf für Florian Kainz ran.

Ausgleich für den FC: Mark Uth kommt, sieht und trifft

Mit ihrer allerersten Aktion unterstreichen die Einwechselspieler ihre Wichtigkeit. Kingsley Schindler erreicht frei stehend vor Koen Casteels einen Abpraller von Benno Schmitz. Der Rechtsaußen kann den Ball in aller Ruhe kontrollieren und querlegen. Der anstürmende Mark Uth muss den Ball – wie schon Anthony Modeste beim 1:1 – aus einem Meter nur noch über die Linie befördern. Jetzt scheint Köln Blut geleckt zu haben und nimmt das Spiel mehr und mehr in die eigene Hand. Die Mannschaft von Steffen Baumgart wird zunehmend mutiger und präsentiert sich deutlich selbstbewusster als noch bei Anpfiff des zweiten Durchgangs.

In der 77. Minute bleibt das Herz der FC-Fans kurz stehen: Ridle Baku trifft nach einer Hereingabe aus dem Halbfeld, sein Treffer ist aber irregulär. Der 1. FC Köln kann aufatmen. Nur wenige Minuten später hat Anthony Modeste auf der anderen Seite die Gelegenheit zum Führungstreffer, kann den Ball aber nicht kontrollieren und verzieht aus etwa elf Metern.

1. FC Köln: Anthony Modeste entscheidet das Spiel

Der Typ ist einfach der Wahnsinn. In der 89. Minute lässt Anthony Modeste den 1. FC Köln nach einer erneuten Druckphase der Gäste laut jubeln. Eine punktgenaue Flanke von Kingsley Schindler verwertet der 33-Jährige – wie schon zuvor – per Kopf, weil er sich in der Luft überragend gegen VfL-Verteidiger Maxence Lacroix durchsetzen kann. Der Treffer zum 3:2 ist gleichbedeutend mit dem dritten Doppelpack des Franzosen. Kurze Zeit später pfeift Schiedsrichter Robert Hartmann die Begegnung ab. Der 1. FC Köln erarbeitet sich in einem zwischenzeitlich verloren geglaubten Spiel dank des unerbittlichen Siegeswillen den fünften Saisonsieg.

Die Aufstellungen: Steffen Baumgart mit zwei Änderungen zum letzten Spieltag

Im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen den FC Augsburg im RheinEnergie-Stadion nahm Steffen Baumgart lediglich zwei kleine Änderungen vor. Aufgrund eines Ausfalls von Dejan Ljubicic, der mit muskulären Problemen in Köln blieb, kam Edel-Joker Louis Schaub zu seinem Startelf-Debüt in der laufenden Spielzeit. Darüber hinaus stellte der FC-Trainer Timo Hübers anstelle von Luca Kilian in das Abwehrzentrum neben Rafael Czichos. Für den Ex-Hannoveraner war es erst das vierte Bundesliga-Spiel in dieser Saison.

Der Trainer auf der anderen Seite, Florian Kohfeldt, veränderte sein Team gleich auf vier Positionen im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart. Ridle Baku, Jerome Roussillon, Felix Nmecha sowie Dodi Lukebakio waren neu im ersten Aufgebot des VfL Wolfsburg. Paulo Otavio, Luca Waldschmidt, Renato Steffen und Kevin Mbabu mussten dafür weichen.(md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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