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Müngersdorfer Stadion: Die Heimat des 1. FC Köln im Wandel der Zeit

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Von: Andreas Ohlberger

Seit seiner Gründung 1948 trägt der 1. FC Köln seine Heimspiele in Müngersdorf aus. Das RheinEnergie-Stadion und die Geschichte seiner Vorgänger in Text und Bildern.

1959 ist das Müngersdorfer Stadion Schauplatz eines Länderspiels der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande (7:0).
1 / 1121. Oktober 1959: Die Nationalmannschaften von Deutschland und den Niederlanden betreten das Müngersdorfer Stadion von der Nordseite. Im Hintergrund (Anzeigetafel) die Abel-Bauten, in denen heute das Sportamt der Stadt Köln untergebracht ist. © Anefo photo collection./IMAGO
Volle Ränge am 8. Juni 1963 im Müngersdorfer Stadion beim Spiel 1. FC Köln gegen Hertha BSC.
2 / 111963 empfängt der 1. FC Köln im ausverkauften Müngersdorfer Stadion Hertha BSC Berlin in der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. © HORSTMUELLER/Imago
Pferde im gut besuchten Müngersdorfer Stadion beim Bundesligaspiel des 1. FC Köln gegen Bayern München am 4. April 1970.
3 / 11Top-Plätze am Spielfeldrand im Müngersdorfer Stadion für die Reiterstaffel der Kölner Polizei beim Bundesliga-Heimspiel des 1. FC Köln gegen Bayern München im April 1970. © HORSTMUELLER/Imago
Am 2. Februar 1975 empfängt der 1. FC Köln, hier Wolfgang Overarth, in der Radrennbahn den FC Bayern München mit Sepp Maier (l.) und „Bomber“ Gerd Müller (r.).
4 / 11Von August 1971 bis November 1975 bestritt der 1. FC Köln seine Heimspiele in der Müngersdorfer Radrennbahn. © ThomasZimmermann/imago
Wolfgang Overath (1. FC Köln) im leeren Müngersdorfer Stadion
5 / 11Wolfgang Overath vom 1. FC Köln im Mai 1977 im neu erbauten, leeren Müngersdorfer Stadion. © Eissner, Liedel/Kicker/Imago
EM-Maskottchen „Bernie“ auf den leeren Rängen im Müngersdorfer Stadion bei der Fußball-Europameisterschaft 1988
6 / 11Zwei Spiele der Fußball-Europameisterschaft 1988 wurden in Köln-Müngersdorf ausgetragen. Nach dem 0:1 der Niederlande gegen die Sowjetunion am 12. Juni 1988 macht es sich EM-Maskottchen „Bernie“ auf den leeren Rängen des Müngersdorfer Stadions Platz gemütlich. © Sven Simon/imago
Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma am Steuer des Abrissbaggers an der Südkurve des Müngersdorfer Stadions.
7 / 11Hier packt der Chef noch selbst an: Am 20. Dezember 2001 beginnt Kölns Oberbürgermeister den Abbruch der Südkurve des Müngersdorfer Stadions. © WEREK/imago
Baukräne und ein provisorischer Flutlichtmast stehen dort, wo sich einst die West-Tribüne des Müngersdorfer Stadions befand.
8 / 11Wo ist denn hier ein Stadion? Statt vollen Tribünen prägen Kräne das Bild im Sportpark Müngersdorf zwischen 2002 und 2005. © WEREK/imago
Im Sommer 2003 ist das RheinEnergie-Stadion noch eine Baustelle. Der 1. FC Köln trägt seine Heimspiele trotzdem in Müngersdorf aus.
9 / 112003 liegt der Bau des RheinEnergie-Stadions in den letzten Zügen. Als Letztes wird die Osttribüne errichtet. © Chai v.d. Laage/Imago
Endlich fertig! 2005 erstrahlt die neue Heimspielstätte des 1. FC Köln, das RheinEnergie-Stadion in Müngersdorf, in vollem Glanz.
10 / 11Endlich fertig! 2005 erstrahlt die neue Heimspielstätte des 1. FC Köln, das RheinEnergie-Stadion, in vollem Glanz. © Ulmer/Imago
David Beckham tritt am 20. Juni 2006 im WM-Spiel der Englischen Nationalmannschaft gegen Schweden einen Eckstoß im „FIFA World Cup Stadium Köln“
11 / 11Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 firmierte das RheinEnergie-Stadion für fünf Partien als „FIFA WM-Stadion Köln“. © Ulmer/imago

Dem 23. Kölner Oberbürgermeister und späteren Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, ist es zu verdanken, dass der 1. FC Köln seine sportliche Heimat in Köln-Müngersdorf fand. Schließlich war es Adenauer, der nach dem Ersten Weltkrieg eine neue Nutzung des äußeren Grüngürtels verordnete, in dessen Mitte, im Stadtteil Müngersdorf, ein großes Sportzentrum mit einem modernen Stadion entstehen sollte.

Der 1. FC Köln in der Hauptkampfbahn

Am 22. September 1921 beschloss der Rat der Stadt Köln den Stadionbau für 15,4 Millionen Reichsmark. Bis zum Bau des Berliner Olympiastadions im Jahr 1936 ist der „Sportpark Müngersdorf“ mit der Hauptkampfbahn für rund 80.000 Zuschauer, zwei kleineren Stadien (Ost- und Westkampfbahn), einer Radrennbahn, einem Freibad (Stadionbad) sowie Tennis- und Hockeyplätzen (KTHC Rot-Weiss) und einem Bereich für Schwerathletik die größte deutsche Sportanlage. Die Hauptkampfbahn wird nach der Vereinsgründung auch Heimspielstätte des 1. FC Köln. Im weiten Rund von Müngersdorf werden die Geißböcke fünfmal Westdeutscher Meister (1954, 1960, 1961, 1962, 1963) und zweimal Deutscher Meister (1962, 1964).

Erster Neubau – der 1. FC Köln in der Radrennbahn

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 plante die Stadt Köln einen Neubau an gleicher Stelle. Doch bereits in der Bauplanung stellte sich heraus, dass die kalkulierten Baukosten bei weitem nicht ausreichten, um das Stadion im geplanten Umfang zu errichten. Verzögerungen bei Bau und Planung waren die Folge. Das Ende vom Lied: Die Fußball-WM 1974 fand in Deutschland statt, aber nicht in Köln. Der etwas kostengünstigere Neubau mit 61.000 Zuschauerplätzen wurde dann am 12. November 1975 eröffnet. Das Einweihungsspiel bestritten die Ortsrivalen 1. FC Köln und Fortuna Köln (3:0).

In den Jahren zuvor, während der Neubauphase trug der 1. FC Köln seine Bundesliga-Heimspiele in der benachbarten Radrennbahn aus. Die wurde dafür zweckentfremdet: Das Fassungsvermögen wuchs von 15.000 auf 29.000 Zuschauer erhöht. Dafür wurde auf der Gegentribüne eine Holztribüne errichtet, die Radrennbahn selbst überbaute man mit Zuschauersitzen. 1975 kehrte der 1. FC Köln in die Hauptkampfbahn, das Müngersdorfer Stadion, zurück. 1981 wurde die Radrennbahn abgerissen und 1990 an gleicher Stelle die Albert-Richter-Bahn erbaut.

WM 2006: Das RheinEnergie-Stadion entsteht

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 plante die Stadt Köln den Bau eines neues Stadions anstelle der in die Jahre gekommenen Betonschüssel. Um nicht wieder in Verzug zu geraten, erfolgte der erste Spatenstich – durchgeführt vom Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma per Bagger – am 20. Dezember 2001. Der Abriss des alten Stadions und der Neubau erfolgten bei laufendem Spielbetrieb. Während der 30-monatigen Bauzeit trug der 1. FC Köln seine Heimspiele auf einer Baustelle aus.

Das neue, WM-taugliche Stadion wurde am 31. Januar 2004 mit einem 1:0-Heimsieg des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach angemessen eingeweiht. Die neue Müngersdorfer Arena hört auf den Namen RheinEnergie-Stadion, fasst 50.000 Zuschauer (41.825 Sitzplätze, 8.175 Stehplätze), Eigentümer und Betreiber ist die Kölner Sportstätten GmbH. Und diesmal gastiert mit 32 Jahren Verspätung auch die Fußball-WM in Köln. Während des Turniers 2006 wurden ein Achtelfinale und vier Vorrundenspiele im „FIFA WM-Stadion Köln“ ausgetragen.

Heute ist das RheinEnergie-Stadion bei Spielen des 1. FC Köln meist bis auf den letzten Sitz ausverkauft. Darum werden immer wieder Rufe nach einem Ausbau der Spielstätte laut. Für die Fußball-Europameisterschaft 2024 ist eine Modifizierung für den Oberrang geplant, welche zusätzliche Sitzplätze bei der EM 2024 und internationalen Spielen ermöglicht. Die Kapazität erhöht sich damit von 46.195 auf 49.827 Sitzplätze. (ao) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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