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1. FC Köln: Nach Krawallen in Nizza – Urteil der UEFA ist gefallen

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Von: Mick Oberbusch

Am 8. September wurde das Conference League-Spiel des 1. FC Köln beim OGC Nizza von schweren Ausschreitungen überschattet. Der aktuelle Stand der Dinge.

Köln – Auch Wochen nach dem eigentlichen Vorfall wirken die Bilder der Krawalle aus dem Conference League-Spiel des 1. FC Köln beim OGC Nizza noch nach. Sie werden von Fans diskutiert, waren Thema auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln und beschäftigen weiterhin die Staatsanwaltschaft. 24RHEIN mit einer Zusammenfassung der Ereignisse, Fragen sowie Antworten – und dem aktuellen Stand.

OGC Nizza vs. 1. FC Köln
Datum & Uhrzeit8. September 2022, 18:45 Uhr (Anstoß auf 19:40 Uhr verschoben)
WettbewerbUEFA Europa Conference League, Gruppenphase, 1. Spieltag
SpielortAllianz Riviera, Bd des Jardiniers, 06200 Nice, Frankreich
Ergebnis1:1

1. FC Köln nach Krawallen in Nizza: Uefa-Urteil da – zwei Spiele Sperre und Geldstrafe

Am 23. September verkündete die UEFA die Strafe für den 1. FC Köln. Für die nächsten zwei Auswärtsspielen im Wettbewerb, also bei Partizan Belgrad und dem 1. FC Slovácko, müssen die Kölner ohne Gästefans auskommen. Der Club darf keine Tickets an seine Anhängerinnen und Anhänger ausgeben. Zudem brummt die UEFA dem FC eine Geldstrafe von 100.000 Euro auf. Nizza erhält ein Geisterspiel und ein Auswärtsspiel ohne Fan-Unterstützung. Bedeutet auch, dass die Nizza-Fans zum Rückspiel in Köln am 3. November erscheinen dürfen.

Ausschreitungen beim Conference League-Spiel Nizza vs. 1. FC Köln – was ist passiert?

Bereits im Vorfeld der Partie in der UEFA Europa Conference League zwischen dem 1. FC Köln und dem gastgebenden OGC Nizza am 8. September 2022 war es seitens Nizza-Fans in der französischen Hafenstadt bereits am Tag vor dem eigentlichen Spiel zu Übergriffen gekommen.

Am Spieltag selbst eskalierte die Situation dann im Stadionumfeld, wo einige FC-Fans angegriffen wurden, sowie auf den Rängen komplett. Ein mit FC-Farben maskierter Busfahrer aus Frankreich stürzte aus dem Ober- in den Mittelrang, insgesamt 32 Menschen wurden bei wüsten Schlägereien auf den Tribünen und im Umlauf verletzt.

Gewalt überschattet Conference League-Duell gegen Nizza – Was sagt der 1. FC Köln?

Der Vorstand, bestehend aus Dr. Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich verurteilte die Vorfälle in einem Brief an die FC-Mitglieder und kündigte an, identifizierte Täter mit Vereinsausschluss und Stadionverbot zu bestrafen. Auf der Mitgliederversammlung am 20. September 2022 äußerte Präsident Wolf zudem auch noch einmal starke Kritik am Sicherheitskonzept in der französischen Küstenstadt, welches den Namen nicht verdient habe. Man sei weiterhin in der Aufarbeitung der Fälle und könne zum laufenden Stand nicht allzu viel sagen. Kurz nach dem Spiel äußerte sich zudem FC-Geschäftsführer Christian Keller.

OGC Nizza vs. 1. FC Köln in der Conference League: Was sagt die Polizei Köln zu den Vorfällen?

Gegenüber 24RHEIN erklärte ein Sprecher der Polizei Köln am Donnerstag (22. September), dass man zu den laufenden Ermittlungen keine neuen Wasserstandsmeldungen abgebe. Wirklich neue Erkenntnisse im Vergleich zu den vergangenen Tagen gebe es jedoch noch nicht, man sei weiter dabei, das Beweismaterial auszuwerten.

Wie viel Foto- und Videomaterial inzwischen eingegangen sei, dazu machte die Polizei Köln auf Nachfrage keine Angabe. Der Polizeipräsident in Köln hatte sich bereits vor Wochen mit einer Bitte an die FC-Fans gewandt

Nach Conference League-Spiel des 1. FC Köln – Polizei-Gewerkschaftsführer: „Es könnte Tote geben“

Polizist vor FC-Block beim Spiel OGC Nizza vs. 1. FC Köln
Die Vorfälle beim Conference League-Spiel zwischen Nizza und dem 1. FC Köln wirken bei vielen Fans noch nach. © dpa

Die Gewerkschaft der Polizei blickt mit Sorge auf eine zunehmende Gewalt im Umfeld von Fußball-Spielen und befürchtet eine weitere Eskalation. Die Grenzüberschreitungen würden zunehmen, die Vereine würden sich zurückziehen und kaum etwas gegen gewaltbereite Fans tun, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann könnte es Tote geben“, warnte der Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen. Nach Ansicht von Mertens gibt es nach Ende der coronabedingten Geisterspiele einen „Nachholbedarf beim Austoben“ in der gewaltbereiten Szene. (mo mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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